
In den letzten Wochen und Monaten werden die Anfragen immer häufiger, ob ich mal hier und mal da einen Vortrag über Integration neuer Medien in den Unterricht halten könne. Ich bin daher unterwegs, stehe vor Kollegen und erzähle, was ich mit Moodle, Google & Co so im Unterricht oder der Schule mache. Doch seit den letzten Veranstaltungen bin ich stutzig geworden, was da eigentlich passiert. Ich habe nämlich den gleichen Vortrag genommen und an verschiedenen Orten in recht ähnlicher Form präsentiert, was mir erlaubte, durch die Routine weniger auf mich zu fokussieren.
Vielmehr habe ich – was man ja als Lehrer eigentlich stets machen sollte – vielmehr auf die “Schüler” in diesem Fall also die Kollegen geachtet. “Vom Kind aus denken” wird dann zum “vom Kollegen aus denken”. Und zwei Dinge passieren mit bemerkenswerter Gewissheit und Intensität:
- nach jedem Vortrag stehe ich gut die selbe Zeit im Nachhinein noch mit Kollegen zusammen, die – und das ist entscheident – gar keine Fragen zum Vortrag stellen sondern häufig vielmehr auf ihre ihre eigene, konkrete Situation an ihren Schulen zu sprechen kommen. Sie wollen wissen, wie sie denn nun in ihrem Setting weiter kommen.
- nach jedem Vortrag erreichen mich etliche Mailanfragen – sogar von Kollegen, die nur vom Vortrag erzählt bekommen haben. Der Tenor dieser Mails ist auch stets recht ähnlich: Material. Es wird nach fertigen moodle-Kursen, Arbeitsblättern, Unterrichtseinheiten, konkreten Tools für geplante Vorhaben usw. gefragt.
Nicht, dass ich jetzt falsch verstanden werde: Ich helfe gerne und versuche auch die meisten Fragen zu beantworten. Ich frage mich vielmehr langsam, ob die Art des Präsentierens so sinnvoll ist, wenn es doch eigentlich nur als Aufhänger zu dienen scheint. Oder ist es gerade deshalb wichtig?
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