Archive: Posts Tagged ‘Mediennutzung’

Jugendliche im Web 2.0 – Kompetenz scheint mit dem “Tun” zu wachsen

5 comments April 30th, 2009

Schule – und das wird mir hier im Referendariat mit einer ausdauernden Beharrlichkeit ins Bewusstsein gebracht – hat einen Erziehungsauftrag. Wir sollen die Jugendlichen nicht nur (aus-)bilden, wir sollen sie erziehen und damit in die Gesellschaft integrieren, sie auf das Leben in dieser vorbereiten (eine in meinen Augen spannende Auseinandersetzung mit Begriffen und Aspekten hat diesbezüglich jüngst Herr Larbig geschrieben – Danke). Aber wir sollen sie auch zu eigenständigen Individuen heranziehen, ihnen bei der Charakterfindung/-bildung helfen und ihre Identitätsfindung – vor allen in der schwierigen Zeit der Pubertät – fördern. Und dann lese ich das:

Junge Menschen müssen also in der Gestaltung ihrer Identität mehr denn je „Experten“ sein, um

sich als möglichst eigenständige Menschen erfahren und behaupten zu können. Aufwachsen heute bedeutet, Identität(en) zu konzipieren, sie wieder fallen lassen zu können, sie neu zu projektieren und zu behaupten, also mit Identitäten „spielen“ zu können. Denn jeder muss seinen persönlichen „Wertekosmos“ mit der eigenen Lebenssituation und dem aktuellen Bedingungsgefüge in der Gesellschaft stets aufs Neue abgleichen und dabei nach eigenen Lösungen und dem ganz persönlichen Lebensweg suchen.

Ich finde, was da in der Kurzfassung der gestern vorgestellten Studie “Heranwachsen mit dem Social Web” der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) steht, geht noch einen deutlichen Schritt weiter. Das dort beschriebene “Expertentum” junger Menschen im “Spiel” mit mehreren Identitäten schafft auch für den schulischen Erziehungsauftrag Herausforderungen, die mir in dieser deutlichen Form doch sehr bemerkenswert erscheinen.

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Dossier zur Medienpädagogik

4 comments April 14th, 2009

Die Mediengesellschaft fordert uns auf allen Ebenen heraus. Sie verändert Schule und Familienleben, Berufsalltag und Freizeit. Die Entwicklung im Bereich der Medientechnologie trifft die Schule in ihrem Kern, denn sie verändert die Ausgangslage für Bildung und Lernen grundlegend. Neue Medien bringen Risiken, aber sie eröffnen auch viele Chancen für lebensnahen, spannenden und kreativen Unterricht.

So steht er da, der erste Satz im sehr gelungenen “Dossier Medienkompetenz – Aktiver Unterricht rund um die Medien“. Doch entgegen vielen anderen Publikationen, die mit ähnlich treffenden Aussagen eher theoretisch bleiben, überzeugt diese Publikation der Stadt Zürich in Kooperation mit der PHZH durch einen Fünfschritt von Grundlagen über ganz konkrete Unterrichtshinweise bis zur (kommentierten!) Link- & Literaturliste:

Das Dossier Medienkompetenz besteht aus

fünf Teilen:

– Das Kapitel Ausgangslage klärt die Bedeutung der Medien in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und zeigt, wie «Medienkompetenz» in der Schule zu fördern ist. Im Weiteren ist der Lehrplan der Volksschule zur Medienerziehung und Informatik aufgeführt. Dessen Ziele und Inhalte werden ergänzt durch zahlreiche Hinweise auf Unterrichtsimpulse.

– Unter Medien als Lernanlässe finden Sie drei Grundlagentexte zum pädagogischen Umgang mit Medien und Medienspuren im Unterricht.

– Die Impulse für den Unterricht stellen Ihnen zu jeweils einem medienbildnerischen Thema konkrete Unterrichtsideen für verschiedene Schulstufen vor. Hier finden Sie für jede Unterrichtsidee eine grün gestaltete Legende. In ihr sind die entsprechenden Ziel-

stufen dunkelgrün hinterlegt.

– In einem letzten thematischen Abschnitt, Schule im Aufbruch, richtet sich der Blick auf die Medienbildung im Kontext der gesamten Schule und ihrer Entwicklung.

– Eine kommentierte Sammlung empfehlenswerter Literatur und Links, die Sie bei der Planung Ihres Unterrichts hilfreich unterstützen kann, schliesst das Dossier Medienkompetenz ab.

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Neue JIM Studie für 2008 veröffentlicht!

No comments December 1st, 2008

Die Studienreihe “JIM” (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich durchführt und bildet das Medienverhalten der 12- bis 19- Jährigen in Deutschland ab. Da die Studie oft herangezogen wird, um die eine oder andere Argementation zu untermauern, kann ein Blick hinein nicht schaden (zur Studie im PDF Format geht es hier).

Ein kleiner Auszug aus der Zusammenfassung …

“Erstmals in der zehnjährigen Geschichte der JIM-Studie zeigt sich, dass Jugendliche eher einen Computer als einen Fernseher besitzen. Und auch sonst hat sich in den letzten Jahren die Grundausstattung an Mediengeräten verändert und kontinuierlich erweitert. Handy und MP3-Player gehören inzwischen zum Standardinventar der 12- bis 19-Jährigen, zum ersten Mal haben mehr als die Hälfte der Jugendlichen einen eigenen Internetanschluss. (…) Vor die Wahl gestellt, auf welches Medium sie am wenigsten verzichten könnten, würden sich die meisten Jugendlichen für das Internet entscheiden.”

Der Admin

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