
Medienkompetenz setzt sich aus verschiedenen Fähigkeiten zusammen – was sich nicht zuletzt aus der Mehrzahl der unterschiedlichen Medientypen ergibt. Im Grunde steckt aber sehr oft ein klassischer Dreischritt hinter der Auseinandersetzung mit medial aufbereiteten Informationen:
- finden
- evaluieren/bewerten
- selektieren (also die Funde aus dem ersten Schritt mit Hilfe des zweiten sinnvoll zu begrenzen)
Erst danach ist es ergiebig bzw. sinnvoll, damit weiter zu arbeiten und in einen neuen, eigenen Kontext zu stellen. Ich habe nicht selten die Erfahrung gemacht, dass Schüler sich da überschätzen. Deshalb laufen auch (oft gut gemeinte) Arbeitsaufträge à la “recherchiert mal im Netz zu XY” schnell ins Leere. Die Schüler sammeln eine Unmenge an Informationen, Webseiten, Bildern und Videos. Ihre Fertigkeiten, etwas zu finden, ist dabei bemerkenswert. Sollen sie dann aber damit zu Ergebnissen kommen, wird es schwierig, da es ihnen nicht gelingt, den zweiten und dritten Schritt zu gehen, nämlich aus der Fundmenge ein qualitatives Extrakt zu produzieren.
Ich habe dies im vergangenen Schuljahr immer wieder versucht aufzubrechen. Dazu ist natürlich die Aufgabenstellung als solche wichtig. Aber auch das Medium, über das dies laufen kann. In meinem Fall war dies Moodle mit einer Datenbank oder später einem Glossar, in dem wir alle relevanten Internetseiten sammelten, um sie danach gegenseitig zu bewerten und zu kommentieren. Anschließend kristallisieren sich die besten Seiten zum Weiterarbeiten schnell selber heraus (häufige Nennung, positive Kommentare), oder man konnte sie mit einem Rating finden lassen. Von der grundsätzlichen Idee war dies mehrfach sehr effektiv, da die Schüler lernen, auf Urheberschaft, Aktualität, Relevanz und Verständlichkeit für die Zielgruppe usw. zu achten. Das Kopieren von URLs in eine separate Sammlung war aber recht umständlich.
Daneben gibt es bereits diverse Linksammlungen, die auch in den Browser integriert mit wenigen Klicks eine Seite zu einer Sammlung hinzufügen. Dabei steht allerdings der Sammelnde im Mittelpunkt und nicht die Seite/Information. Eine ansehnliche Möglichkeit scheint mir der schweizer Dienst Tick’n'Talk zu sein:

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