Archive: Posts Tagged ‘Lehrerbildung’

Lehrer(aus)bildung schwedisch gedacht

2 comments July 19th, 2009

Vieles von meinem nahe zurückliegenden Examen verdränge ich zunehmend und vergesse es. Zu kompakt, zu stressig und zu vollgestopft war dieser Tag, als dass ich in der Lage wäre, ihn angemessen zu reflektieren. Doch ein Satz einer meiner Prüfer zu Beginn des mündlichen Kolloquiums will mir einfach nicht aus dem Kopf gehen, da er mich zum Einen so erschrocken hat und zum Anderen auch meiner Wahrnehmung während des Referendariats deutlich entgegenläuft:

Herr Scheppler, dies sind nun die letzten Minuten Ihrer Ausbildung.

Und 60 Minuten später war ich fertig, war meine Ausbildung somit beendet. Aber ist das das letzte, was man mir an Ausbildung zugestehen will? Ist meine Ausbildung mit diesem Tag abgeschlossen?

Nun geht es in diesem Blog nicht um meinen persönlichen Werdegang sondern um neue Medien in der Schule. Dabei spielt der Umgang mit eben diesen Medien durch die Lehrer eine fundamentale Rolle, da sie diejenigen sind, die die Schüler damit vertraut machen sollen und die sie im kritischen und effektiven Umgang damit schulen sollen. Doch woher können die Lehrer dies? Woher wissen Lehrer, wie man diese Medien sinnvoll in den Unterricht einbindet? Dazu brauchen Lehrer Lehrer: Ausbilder. Und dass Lehrer(aus)bildung eben nicht mit dem Tag des Zweiten Staatsexamens endet, zeigt ein spannendes, schwedisches Projekt, in dem mehrere Institutionen zusammen arbeiten, um die Potentiale neuer Medien für schulische Bildung fruchtbar zu machen und welches dabei den in meinen Augen richtigen Weg einschlägt – nämlich über die Ausbildung der Lehrertrainer zu gehen:

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3-Phasen-Modell schulischer Medienintegration

3 comments July 4th, 2009

Bei der Suche des morgigen Youtube-Schmankerls bin ich eben auf ein Video getroffen, welches schon etwas älter ist, aber immer noch gut beschreibt, wie sich neue Medien oft ihren Weg in die Klassenzimmer bahnen:

Im Grunde lässt sich dem kaum viel hinzufügen. Denn ich glaube, es beschreibt recht gut, welche Ebenen von Mediennutzung es in vielen Schulen gibt. Ich begegne bei meinen Gesprächen mit Kollegen, meinen Schulbesuchen und meinen hier im Blog gesammelten Recherchen immer wieder allen drei Phasen, so dass es ganz richtig ist – und das ist für mich neben der genaueren Darstellung der Phase 3 die Kernaussage des Videos – hervorzuheben, dass es sich nicht um eine hierarchische Stufung handelt, mit der letzten Form als bester.

Vielmehr wird deutlich, wie wichtig es ist, alle Ebenen zu erkennen und zu reflektieren, dass sich darin ein Lernprozess des Lehrers verbirgt. Auch meine ersten Schritte und Versuche, neue Medien im Unterricht zu verwenden, sahen so aus wie die ersten beiden Stufen. Und die dritte Ebene ist im Schulalltag immer wieder so schwer zu erreichen, dass man wirklich nur mit dem Projektgedanken und den im Video hervorgehobenen Umdenken diese Form erreichen kann. Somit tauchen auch in meinen Unterrichtsstunden, die immer wieder den allen Lehrern bekannten Rahmenbedingungen von Schule unterliegen, Ebene-2-Stunden auf, die aber durchaus auch ihre Berechtigung haben können..

Ich poste daher dieses Video, da ich glaube, dass es zum Einen aufzeigt und zum Anderen Mut macht, sich immer wieder zu versuchen, sich der Stufe-3 anzunähern, ohne dabei ein “schlechtes Gewissen” haben zu müssen, wenn man sich doch erst an die ersten beiden Ebenen herantraut. Ich denke, das knüpft auch sehr gut an den vorherigen Blogbeitrag an, in dem deutlich wurde, dass auch die Lehrer besonders durch den Einsatz neuer Medien wieder verstärkt in die Rolle des Lernenden versetzt werden.

In diesem Sinne: Nur Mut und keine Scheu davor, sich selber bewusst in den 3 Phasen zu verorten – solange man die Dritte nicht aus dem Blick verliert.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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Teachers for the future: Hope is not strategy

7 comments July 4th, 2009

Auf eine inhaltlich gelungene Präsentation mit vielen richtigen Feststellungen und Anregungen bin ich bei Jürgen Wagner gestoßen:

Auf Folie 10 wird der Dreiklang von Fachinhalt, Methodik und Technologie visualisiert. Der Eindruck, dass diese drei Bereiche unverbunden nebeneinander stehen, wie es die Grafik suggerieren könnte, wird aber aufgebrochen, denn

the illiterate of the 21st century will not be those who cannot read and write, but those who cannot learn unlearn and relearn.

Und dies wird dann auch ganz richtig auf die Lehrer übertragen, weshalb ich diese Präsentation für gelungen halte:

What we want for our children… we should want for their teachers, that schools are places of learning for both of them (…)

Erst neulich hatte ich im Lehrerzimmer eine kurze Diskussion mit einer Kollegin über die Struktur der Lehrerfortbildungen im Bereich neuer Medien mit der Erfahrung, dass die organisierten “Camps” auf denen einen einmalig die Technik gezeigt und erklärt wird, keine Nachhaltigkeit haben, da sie die Lehrer nicht im (all-)täglichen Unterrichtsgeschehen begleiten oder zumindest abholen. Dass auch Lehrer ständig und nicht jährlich mit einer Nachmittagsfortbildung Lerngelegenheiten bekommen müssen, wird spätestens durch die Web 2.0-Technologien mit ihrem einerseits rasanten Wandel aber auch die durch sie geschaffenen Möglichkeiten der neuen Vernetzung von Kollegen evident.

Gestern entspann sich dann zwischen Christian Spannagel, Mandy Schiefner, Felix Schaumburg und mir in Twitter eine kurze Diskussion über Lehrerbildung von der PH bzw. Uni an. Auch dort wurde man sich rasch einig (bei evtl. unterschiedlichen Vorstellungen zur zeitlichen Intensität), dass zwar mit oder unmittelbar vor den ersten Praxiseinsätzen natürlich eine stabile Basis gelegt werden muss, es dann aber zunehmend fragwürdig wird, Lehrer über Jahrzehnte unbetreut oder ohne regelmäßige und ähnlich praxisnahe Reflexions- und Lernmöglichkeiten agieren zu lassen.

Die Präsentation greift diese Aspekte in meinen Augen gelungen auf und benennt wichtige Bereiche, in denen nicht nur zwar auch notwendiges Vertrauen in die Lehrer sondern auch aktives Umdenken notwendig wird:

No one ever said teaching was easy.

Why do we act as if it is?

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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