Lehrer(aus)bildung schwedisch gedacht

Vieles von meinem nahe zurückliegenden Examen verdränge ich zunehmend und vergesse es. Zu kompakt, zu stressig und zu vollgestopft war dieser Tag, als dass ich in der Lage wäre, ihn angemessen zu reflektieren. Doch ein Satz einer meiner Prüfer zu Beginn des mündlichen Kolloquiums will mir einfach nicht aus dem Kopf gehen, da er mich zum Einen so erschrocken hat und zum Anderen auch meiner Wahrnehmung während des Referendariats deutlich entgegenläuft:
Herr Scheppler, dies sind nun die letzten Minuten Ihrer Ausbildung.
Und 60 Minuten später war ich fertig, war meine Ausbildung somit beendet. Aber ist das das letzte, was man mir an Ausbildung zugestehen will? Ist meine Ausbildung mit diesem Tag abgeschlossen?
Nun geht es in diesem Blog nicht um meinen persönlichen Werdegang sondern um neue Medien in der Schule. Dabei spielt der Umgang mit eben diesen Medien durch die Lehrer eine fundamentale Rolle, da sie diejenigen sind, die die Schüler damit vertraut machen sollen und die sie im kritischen und effektiven Umgang damit schulen sollen. Doch woher können die Lehrer dies? Woher wissen Lehrer, wie man diese Medien sinnvoll in den Unterricht einbindet? Dazu brauchen Lehrer Lehrer: Ausbilder. Und dass Lehrer(aus)bildung eben nicht mit dem Tag des Zweiten Staatsexamens endet, zeigt ein spannendes, schwedisches Projekt, in dem mehrere Institutionen zusammen arbeiten, um die Potentiale neuer Medien für schulische Bildung fruchtbar zu machen und welches dabei den in meinen Augen richtigen Weg einschlägt – nämlich über die Ausbildung der Lehrertrainer zu gehen: