Archive: Posts Tagged ‘Hochschule’

10 (Heraus-)Forderungen an Schule und Uni

2 comments June 30th, 2009

Nach der Zukunft von Bildungseinrichtungen von der Schule bis zu den Universitäten fragen Cathy N. Davidson und David Theo Goldberg in ihrem neuen Bericht “The future of Learning Institutions in a Digital Age“. Aus ihrer Sicht geht es aber schon gar nicht mehr primär um die Zukunft, sondern sie betrachten das digitale Zeitalter bereits als gegenwärtige Entwicklung:

Participatory learning is happening now—not in the future, but now. (…) Again, this is not the future.

Daraus wird auch bereits deutlich, dass sie die wesentliche Veränderung im Bildungsbereich nicht primär in der technischen Weiterentwicklung sehen. Vielmehr sind es die Entwicklung neuer Formen des Lernens sowie der generellen Wissenskonstruktion, die sich nicht – und das ist ihr implizierter Vorwurf – in den offiziellen Bildungsinstitutionen vollzieht sondern außerhalb in der Gesellschaft. Die drückenden Rückwirkungen auf Schule und Universität sehen sie als Herausforderungen, die noch zu wenig wahrgenommen und umgesetzt werden:

But our schools—how we teach, where we teach, who we teach, who teaches, who administers, and who services—have changed mostly around the edges. (…)

Our argument here is that our institutions of learning have changed far more slowly than the modes of inventive, collaborative, participatory learning offered by the Internet and an array of contemporary mobile technologies. (…)

As is typically the case in the present, the medieval university was a separate, designated, physical location where young adults (students) came to be taught by those, usually older and more experienced, who were authorized (scholars, professors, dons) to impart their special knowledge, chiefly by lecturing. (…)

Participatory learning begins from the premise that new technologies are changing how people of all ages learn, play, socialize, exercise judgment, and engage in civic life. Learning Environments—peers, family, and social institutions (such as schools, community centers, libraries, museums, even the playground, and so on)—are changing as well.

Der Blick auf den status quo zu Beginn ist sicher an manchen stellen provokativ, legt den Finger aber an die richtige Stelle. Ich möchte daher im folgenden meine mit Markierungen versehende Version als Lesetipp anfügen und anschließend einige Aspekte aufgreifen (besonders pointiert sind die 10 (Heraus-)Forderungen an Schule und Uni):

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Christian Spannagel lebt die Lehre von morgen schon heute

7 comments October 25th, 2008

Auf einen großartigen Beitrag bin ich soeben im Blog von Christian Spannagel gestoßen. Unseren Blog-Lesern ist er ja bereits bekannt aufgrund seiner Lehrveranstaltung “Web 2.0 im Unterricht” an der PH Ludwigsburg.

Unter dem Titel “Über Vortragsseminare und die Dynamik des Netzes” präsentiert er nun sein diessemestriges Seminar und beschreibt eine unglaubliche Dynamik, die er mit Hilfe von Web 2.0-Netzwerken und der positiven Grundeinstellung seiner Studenten und vom ihm gegenüber der Öffnung von Seminarveranstaltungen erlebt. Seine Ausgangsfrage ist mehr als berechtigt, wenn er schreibt:

Gibt es unspannendere Veranstaltungsformen als klassische Vortragsseminare? Vermutlich nicht. Der Dozent verteilt die Themen, und jede Woche wird eine Präsentation von einem Teilnehmer gehalten. Demjenigen, der vorträgt, merkt man die Unsicherheit an, weil der Vortrag oft auf dünnem Grund steht. Diejenigen Teilnehmer, die gerade keine Präsentation halten, sitzen in der Regel die Zeit ab und nehmen praktisch nichts mit. Das ist natürlich kein Wunder – es handelt sich um klassischen Frontalunterricht, in dem die Teilnehmer zur Passivität verdammt sind. Da helfen auch die zwei,  drei “Pseudofragen” nichts, die der Vortragende sich ausgedacht hat, um das “Publikum” mit einzubinden. Darf man solche Veranstaltungen guten Gewissens abhalten, wenn die Teilnehmer allesamt Lehramtsstudenten sind? Klare Antwort: Nein.

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