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	<description>Neue Medien im Schulunterricht</description>
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		<title>Digitale Gesellschaft, analoge Schulen?</title>
		<link>http://lernwolke.de/2009/09/18/digitale-gesellschaft-analoge-schulen/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 14:35:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scheppler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Experten]]></category>

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		<description><![CDATA[Guter Artikel im Handelsblatt von Winfried Kaminski (Institut für Medienforschung, Medienpädagogik und Fachhochschule Köln) zu unserem Thema (vom 15.9.2009). Abschließend heißt es:
&#8220;Ein in die Zukunft gerichtetes, auf die Herausforderung der Informationsgesellschaft vorbereitendes Bildungssystem sollte deshalb auch bei den Lehrern und Pädagogen ansetzen und ihnen Hilfestellung anbieten. Ein erster Schritt wäre bereits getan, wenn bestehende Maßnahmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guter <a target="blank" href="http://www.handelsblatt.com/politik/gastbeitraege/digitale-gesellschaft-analoge-schulen;2456643">Artikel im Handelsblatt</a> von Winfried Kaminski (Institut für Medienforschung, Medienpädagogik und Fachhochschule Köln) zu unserem Thema (vom 15.9.2009). Abschließend heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Ein in die Zukunft gerichtetes, auf die Herausforderung der Informationsgesellschaft vorbereitendes Bildungssystem sollte deshalb auch bei den Lehrern und Pädagogen ansetzen und ihnen Hilfestellung anbieten. Ein erster Schritt wäre bereits getan, wenn bestehende Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz verstärkt genutzt und vernetzt würden. Es gibt viele gute Ideen. Aber es müssen auch Taten folgen.&#8221;</strong></p></blockquote>
<p> Dem können wir nur beipflichten. Wir tun zumindest was wir können!</p>
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		<item>
		<title>Von der Lehr- zur Lernplattform</title>
		<link>http://lernwolke.de/2009/03/16/von-der-lehr-zur-lernplattform/</link>
		<comments>http://lernwolke.de/2009/03/16/von-der-lehr-zur-lernplattform/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 07:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scheppler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[e-learning]]></category>
		<category><![CDATA[ePortfolio]]></category>
		<category><![CDATA[Experten]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[
Prof. Michael Kerres hat im Rahmen der Fachtagung an der PH Zürich am letzten Freitag seine Keynote &#8220;Personal Learning Environments &#8211; von der Lehr- zur Lernplattform&#8221; online gestellt. Darin geht er der wahrscheinlich entscheidenden Frage im Hinblick auf die Entwicklung von Lehr-/Lernplattformen in den nächsten Jahren nach: Wie können sich Lehrplattformen zu Lernplattformen entwickeln?

Ausgehend von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="phz" src="http://www.schwyz.phz.ch/uploads/pics/logo_fachtagung_2009.gif" alt="" width="600" height="200" /></p>
<p>Prof. Michael Kerres hat im Rahmen der <a href="http://www.schwyz.phz.ch/fachtagung" target="_blank">Fachtagung an der PH Zürich</a> am letzten Freitag seine Keynote &#8220;<a href="https://connect.ruhr-uni-bochum.de/ple09" target="_blank">Personal Learning Environments &#8211; von der Lehr- zur Lernplattform</a>&#8221; online gestellt. Darin geht er der wahrscheinlich entscheidenden Frage im Hinblick auf die Entwicklung von Lehr-/Lernplattformen in den nächsten Jahren nach: Wie können sich Lehrplattformen zu Lernplattformen entwickeln?</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://connect.ruhr-uni-bochum.de/ple09" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-2234" title="bild-30" src="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/03/bild-30.png" alt="" width="271" height="235" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Ausgehend von der zutreffenden Diagnose zum Status Quo an vielen Schulen &#8211; was die IT-Ausstattung angeht &#8211; entwickelt er eine Art nahe Vision von dem, was die von ihm zugrundegelegte Implementierung der Idee des Web 2.0 nicht als neue Technologie sondern als &#8220;andere Sichtweise und Nutzung des Internet&#8221; nach sich ziehen wird.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-2233"></span>Bereits bei der Analyse des Ist-Zustandes macht Kerres einen wesentlichen Punkt, der bei der Betrachtung von Schulgebäuden und deren technischer Ausstattung &#8211; so auch wieder direkt gesehen bei der jüngsten, offiziellen und externen Inspektion meiner Ausbildungsschule &#8211; leider allzu oft vergessen oder übersehen wird:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Und dann müsste man auch noch hinzuziehen die Ausstattung die eben Schüler und Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen zu Hause haben. Auch das muss man ja eben halt berücksichtigen und bedenken, wenn man sich überlegt, wie eigentlich die Schul-IT-Zukunft aussehen könnte &#8211; konzeptionell und technologisch.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Dies deckt sich mit der Entwicklung, die auch die Initiative D21 sieht, dass es eben nicht mehr die hauptsächliche Verantwortung der Schule sein wird, die Kinder und Jugendlichen mit der entsprechenden Hardware auszurüsten, sondern dass private Endgeräte auch problemlos Bestandteil schulischen Lernens werden können. Die Aufgabe der Schule wird wohl weniger in den Endgeräten liegen, als vielmehr in der Bereitstellung einer Infrastruktur &#8211; hier konkret eines Netzwerkes:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Wir sehen, die Situation würde dann perspektivisch auch anders aussehen. Im Mittelpunkt steht eben jetzt nicht mehr die Schulausstattung mit PCs &#8211; gegen die ja gar nichts zu sagen ist -, aber im Mittelpunkt würde eben hier die drahtlose Kommunikation, das NetBook (stehen).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/03/bild-31.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-2235" title="bild-31" src="http://www.blog.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/03/bild-31-300x193.png" alt="" width="300" height="193" /></a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Für eine Konzeption von eLearning skizziert Kerres drei Entwicklungsrichtungen:</p>
<ol>
<li>user vs. author (learners as creators): &#8220;Die Lernenden werden zunehmend Mitwirkende bei der Entwicklung von Lernkontent&#8221;.</li>
<li>local vs. remote (learning is ubiqitous): Dies betrifft den Ort der Datenspeicherung, der sich zunehmend von der lokalen Festplatte zur Ablage auf (öffentlichen) Servern verschiebt.</li>
<li>private vs. public (learning = performing): &#8220;Diese Grenze verändert sich &#8211; um es vorsichtig auszudrücken. Sie verschiebt sich etwas in Richtung eben Öffnung des Privaten. Und auf diese Weise wird der Lernprozess selbst sozusagen sichtbar und hinterlässt Spuren. (..) Der Lernprozess wird selbst sozusagen zur Performanz.&#8221;</li>
</ol>
<p>Vor allem der dritte Punkt ist der in meinen Augen entscheidende, da dieser die ersten beiden indirekt mit beeinflusst oder zu einem gewissen Grad nach sich zieht. Lernen &#8211; so auch im <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=2218" target="_blank">letzten Youtube-Schmankerl</a> angesprochen &#8211; wird weder zeitlich noch räumlich in Zukunft auf die Schulzeiten oder das Schulgebäude konzentriert bleiben können. Die Verknüpfung mit privaten Lernsettings, die sich im und durch das Internet ergeben, dürfen nicht Gefahr laufen, zu einer parallel zur Schule existierenden Lernwelt zu werden. In der <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=2226" target="_blank">Diskussion auf der CeBit</a> war dies einer der Hauptkritikpunkte, der von den dort vertretenen &#8220;digital natives&#8221; in Person von Schülern geäußert wurde, wenn sie für sich feststellen, dass sie vieles, was sie lernen, nicht (mehr) in der Schule lernen.</p>
<p>Danach fragt Kerres schließlich, welche Bedeutung haben die Web 2.0-Tools für Lernen und Schulen:</p>
<blockquote><p>Welche Zukunft haben Lernplattformen in dieser Welt von Web 2.0? (&#8230;) Es stellt sich die Frage: Ist eigentlich das, was wir als LMS betreiben, überhaupt die Lernplattform? Ist nicht vielleicht eine Differenzierung vorzunehmen zwischen der Lehrplattform, in der wir Materialien einstellen und versuchen, das Lernen zu organisieren, und der wirklichen Lernplattform? Also in diesen Orten, die letztlich auch das Web 2.0 ausmachen.</p></blockquote>
<p>Anhand seines eigenen Lehrstuhls und Online-Studiengangs &#8220;M.A. Educational Media&#8221; stellt er offene Möglichkeiten vor, Lernende zu vernetzen. Die Studierenden schreiben dabei Blogs, die dann auf der Webseite des Lehrstuhls per RSS zusammengeführt werden. Dadurch entsteht eine Übersicht, womit die Studierenden sich aktuell beschäftigen. Dabei wird auf freie Web 2.0-Dienste zurückgegriffen, und eben nicht auf eine geschlossene, institutionseigene Plattform. Besonders anschaulich wird dies, wenn Kerres letztlich eine selbst zusammengestellte und auf und von den/m besitzenden Lerner zugeschnittene <a href="http://www.google.com/ig" target="_blank">igoogle-Seite</a> als die eigentliche Lernumgebung vorstellt. Das entscheidende dabei ist dann genau die Möglichkeit, z.B. über RSS die LMS des Lehrstuhls mit der PLE des Lernenden zu verbinden und einen direkten, automatisierten Austausch von Inhalten verschiedenster Art zu initiieren:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/03/bild-33.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-2237" title="bild-33" src="http://www.blog.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/03/bild-33-300x219.png" alt="" width="300" height="219" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Damit entsteht &#8211; wie Kerres richtig betont &#8211; eine Lernumgebung, die dem Lerner gehört und auch nach seiner zeit an der jeweiligen Institution ihm weiter zur Verfügung steht. Der Lerner dockt mit dieser eigenen Plattform nur noch über automatisierte Austausch- und Synchronisationsdienste an die institutionseigene Plattform an und besorgt sich da den Kontent, den er braucht und gewinnbringend in seine eigene Lernumgebung einbettet (und selber strukturiert). Und dies funktioniert dann natürlich auch anders herum, dass &#8211; wie beschrieben &#8211; auf der Instituitionsseite, die die vielen Lerner letztlich verknüpft/verbindet, Inhalte eingepflegt werden, die ursprünglich aus einer individuellen PLE stammen.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Der entscheidende Knackpunkt ist, dass diese Systeme alle miteinander verknüpft sind. Also praktisch einen zusätzlichen Layer über das Internet mit seinen traditionellen html-Verknüpfungen legt. (&#8230;) Diese Verknüpfung von Inhalten und von Anwendungen, das macht es letztlich, was eben auch diese zusätzliche Qualität einer solchen Koppelung von LMS und PLE (ausmacht).</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Dass dies nicht nur eine Spielerei für die Universität ist, sondern durchaus auch an der Schule funktionieren kann, beweist die Entwicklung so genannter ClassBlogFolios durch <a href="http://fremdsprachenundneuemedien.blogspot.com/" target="_blank">Jürgen Wagner</a> und Verena Heckmann. In ihrem Einführungsvortrag bedienen sie sich eben auch einer frei verfügbaren Blog-Software, mit der sie Schüler und deren Ergebnisse und Lernprozesse miteinander verknüpfen. Auch hier ist bemerkenswert, dass nicht auf Systeme zurückgegriffen wird, die dem Schüler für diesen erkennbar bei Verlassen der Institution (hier Schule) nicht mehr zur Verfügung stehen. Dieser kann seine stetig wachsende PLE schließlich mitnehmen und dann &#8211; im Sinne von Kerres &#8211; an seine zukünftige Universität oder Ausbildungseinrichtung andocken. Hier der Einführungsvortrag von Jürgen Wagner: <a href="http://breeze.lpm.uni-sb.de/p76053762/" target="_blank">http://breeze.lpm.uni-sb.de/p76053762/</a></p>
<p style="text-align: left;">Wichtig ist dann aber auch, nicht zu vergessen zu erwähnen, dass solche bisher rein technische Szenarien zugleich eine Änderung von Einstellung zum Lernen selber erfordern (also di didaktische Sicht). Kerres stellt hierzu 5 Punkte zusammen (neben der Forderung nach dem Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur), die verdeutlichen, dass Lernen mit Web 2.0-Technologie anders strukturiert ist, als &#8220;traditioneller&#8221; Unterricht bzw. in diesem einzelne Bestandteile an Bedeutung gewinnen:</p>
<ul>
<li>Selbstlernen (z.B. Freiarbeit unter der Betreuung des Lehrers als Supervisor)</li>
<li>Kooperation (Austausch mit anderen Lernenden)</li>
<li>Projekte (und Projektarbeit im Sinne von Lernvereinbarungen mit dem Lehrer)</li>
<li>Individualisierung</li>
<li>Lernorganisation (Schaffung von Raum und zeitliche Fenstern)</li>
</ul>
<p>Bemerkenswert ist letztlich noch die Feststellung Kerres, dass es weniger um zusätzliche Fortbildungen im großen Stil für Lehrer gehen sollte. Vielmehr sieht er wesentliche Potentiale in Communities of Practice &#8211; also Plattformen für Gemeinschaftsbildung und auch Materialaustausch für Lehrer:</p>
<blockquote><p>Und dann sehen wir, es ist eigentlich gar nicht mehr so das Problem von Lehrerfortbildungen. Vielleicht können wir sogar langsam davon ausgehen, dass Lehrpersonen so etwas wie Moodle oder ähnliches sich schlicht auch relativ gut selbst aneignen können. Wir müssen heute viel weiter schauen und fragen &#8211; und das ist dann aber sogar dummerweise doch noch mühseliger als eine Moodle-Schulung -, wir müssen weiterschauen und fragen, was bedeutet das für unsere Schule, für unsere Bildungseinrichtung eben im Ganzen. (&#8230;)</p>
<p>Im Grunde das ist die spannendste Entwicklung und eigentlich auch die jetzt rein quantitative fast wichtigste für gerade die Lehrpersonen, das sind die Communities of Practice. Gemeint sind schlicht und einfach Foren und Möglichkeiten, wo Lehrpersonen untereinander Lehrmaterialien, die sie selbst entwickelt haben, einstellen, zur Verfügung stellen, austauschen. Die einzelne Lehrperson ist ja kompetent in der Entwicklung von Materialien.</p></blockquote>
<p>Hier legt Kerres in meinen Augen zu sehr den Fokus auf konkrete Materialien. Aber in meinen Augen ist dies gar nicht die Hauptschwierigkeit, vor der viele Kollegen stehen. Vielmehr wird ein Austausch über Unterricht und Unterrichtsszenarien notwendig, die dann natürlich mit Materialien unterstützt werden können. Wichtiger ist aber die Möglichkeit des Austauschs und der Knüpfung von durchaus auch überschulischen, interkollegialen Netzwerken, die es dem Einzelnen ermöglicht, den eigenen Unterricht nicht als Eigenes, von anderen Lehrern abgekoppeltes Etwas zu verstehen. Auch für den Lehrer (und nicht nur für den Schüler) werden dann die oben genannten 5 Punkte bedeutsam. Hierin sehe ich auch eine große Chance, Anregungen und Erfahrungen von und an anderen Schulen gewinnbringend an die eigene Lehrinstitution zu bringen und nicht Fehler oder Fehlentwicklungen, die andernorts bereits gelaufen sind, wieder zu machen. So oft hat man den Eindruck, dass jede Schule für sich nach Wegen und Lösungen für Probleme sucht, die viele andere Schulen auch haben.</p>
<p>Ich halte den Vortrag von Kerres für sehr anregend, was sich sicher auch aus der beschriebenen Stellung zwischen Status Quo und nicht allzu ferner Zukunft ergibt. Kerres spinnt hier keine wilden Visionen, sondern zeigt Szenarien auf, die sich aus in der Praxis nachvollziehbaren Beobachtungen ergeben. Ich kann somit nur empfehlen, sich die Ideen anzusehen, da ich trotz der recht umfangreichen Besprechung einige Selektionen vornehmen musste.</p>
<p>Schließen möchte ich schließlich mit einem Ausspruch aus der Präsentation, die es sicher ganz gut trifft und die man stets im Blick behalten sollte:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">Keep it simple, stupid!.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Dieses Post wurde erstellt von <a href="http://www.scheppler-online.de" target="_blank">René Scheppler</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Handbook of Emerging Technologies for Learning</title>
		<link>http://lernwolke.de/2009/03/13/handbook-of-emerging-technologies-for-learning/</link>
		<comments>http://lernwolke.de/2009/03/13/handbook-of-emerging-technologies-for-learning/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 10:23:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scheppler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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		<category><![CDATA[Experten]]></category>
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		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>

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		<description><![CDATA[
Evaluating the effectiveness of technology use in teaching and learning brings to mind Albert Einstein’s statement: &#8220;Not everything that can be counted counts, and not everything that counts can be counted&#8221;. When we begin to consider the impact and effectiveness of technology in the teaching and learning process, obvious questions arise: &#8220;How do we measure [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="future" src="http://ltc.umanitoba.ca/wikis/etl/images/9/98/Trends.jpg" alt="" width="380" height="218" /></p>
<blockquote><p>Evaluating the effectiveness of technology use in teaching and learning brings to mind Albert Einstein’s statement: &#8220;Not everything that can be counted counts, and not everything that counts can be counted&#8221;. When we begin to consider the impact and effectiveness of technology in the teaching and learning process, obvious questions arise: &#8220;How do we measure effectiveness? Is it time spent in a classroom? Is it a function of test scores? Is it about learning? Or understanding?&#8221;</p></blockquote>
<p>Seit über einem Jahr arbeiten George Siemens und Peter Tittenberger an ihrem Handbuch für mordernen Medieneinsatz in Lernprozessen: &#8220;Handbook of Emerging Technologies for Learning&#8221;. Nun haben sie es veröffentlicht.</p>
<p>Herausgekommen ist eine beeindruckende Arbeit, die nicht nur durch ihren inhaltlichen Tiefgang sondern auch durch die Breite der an-/besprochenen Themen überzeugt. Verfügbar ist es ganz im Sinne der neuen Medien als <a href="http://ltc.umanitoba.ca/wikis/etl/index.php/Handbook_of_Emerging_Technologies_for_Learning" target="_blank">Wiki</a> &#8211; aber auch als <a href="http://umanitoba.ca/learning_technologies/cetl/HETL.pdf" target="_blank">PDF</a>. Leider fehlt mir aktuell die Zeit dieses umfangreiche Werk hier explizitier vorzustellen, so dass ich es bei einigen exemplarischen Zitaten belassen möchte, die evtl. ein wenig Interesse an der weiteren Lektüre wecken können:</p>
<p><span id="more-2211"></span></p>
<blockquote><p>How is education to fulfill its societal role of clarifying confusion when tools of control over information creation and dissemination rest in the hands of learners<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="http://ltc.umanitoba.ca/wikis/etl/index.php/Introduction#cite_note-2">[3]</a></sup>, contributing to the growing complexity and confusion of information abundance?</p>
<p>We now differently relate to information. The roles of experts (educators) and novices (learners) have been altered substantially. What once involved mediators and experts (journals, books, encyclopaedias) can now be handled informally through the aggregated actions of many (Wikipedia, blogs, ebooks).</p></blockquote>
<p>und&#8230;</p>
<blockquote><p>Successful organizational e-learning initiatives require support and strategic ownership.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="http://ltc.umanitoba.ca/wikis/etl/index.php/Technology%2C_Teaching%2C_and_Learning#cite_note-4">[5]</a></sup> Grassroots innovation frequently encounters organizational barriers. Adopting a department-level view of elearning is important in creating learning material, creating a support infrastructure, allocating resources, and building a &#8220;comprehensive program of continuing professional development&#8221;.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="http://ltc.umanitoba.ca/wikis/etl/index.php/Technology%2C_Teaching%2C_and_Learning#cite_note-5">[6]</a></sup> Many of the principles of effective instruction online are similar to classrooms. Chickering and Ehrmann<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="http://ltc.umanitoba.ca/wikis/etl/index.php/Technology%2C_Teaching%2C_and_Learning#cite_note-6">[7]</a></sup> advocate for seven key &#8220;good practice&#8221; elements in online instruction:</p>
<ol>
<li>encourages contact between students and faculty</li>
<li>develops reciprocity and cooperation among students</li>
<li>encourages active learning</li>
<li>gives prompt feedback</li>
<li>emphasizes time on task</li>
<li>communicates high expectations</li>
<li>respects diverse talents and ways of learning</li>
</ol>
<p>While the above list can be augmented to include affordances inherent to technology (handling technology, integrating into teaching activities, or fostering dialogue with distributed learner groups), they suffice as an introduction to the similarity of teaching well with technology and teaching well in a classroom.</p></blockquote>
<p>und&#8230;</p>
<blockquote><p>Teaching successfully with emerging technologies requires:</p>
<ul>
<li>A spirit of experimentation</li>
<li>Willingness to engage learners in the creation of learning resources (co-creation of content)</li>
<li>Willingness to &#8220;let go&#8221; of control and content presentation approaches to teaching</li>
<li>Tolerance of failure</li>
</ul>
</blockquote>
<p>und&#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/03/bild-29.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2212" title="bild-29" src="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/03/bild-29.png" alt="" width="500" height="231" /></a></p>
<p>Ich habe die Anregungen und Grundlagen gerne gelesen und werde sicher hin und wieder mal reinschauen, um mir einiger Punkte wieder bewusst zu werden. Klarer Lektüretipp meinerseits.</p>
<p>Dieses Post wurde erstellt von <a href="http://www.scheppler-online.de/" target="_blank">René Scheppler</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vier Leitsätze für die Schule des 21. Jahrhunderts</title>
		<link>http://lernwolke.de/2008/10/27/vier-leitsatze-fur-die-schule-des-21-jahrhunderts/</link>
		<comments>http://lernwolke.de/2008/10/27/vier-leitsatze-fur-die-schule-des-21-jahrhunderts/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 06:07:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scheppler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Experten]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[neue Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blog.initiatived21.de/?p=1697</guid>
		<description><![CDATA[
Prof. Dr. Martin Wagner hat am Wochenende im Bildungtechnologie-Blog einen Beitrag mit dem Titel &#8220;Vier Leitsätze für die Schule des 21. Jahrhunderts&#8221; veröffentlicht und sich damit auf eine Linie gesetzt, die von der Initiative D21 und unserem Projekt fast 1:1 ebenso vertreten wird. Dies ist somit nicht nur eine Erwähnung wert, sondern ich möchte mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1702" title="schule-zukunft-neu" src="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2008/10/schule-zukunft-neu.jpg" alt="" width="500" height="251" /></p>
<p><a href="http://www.michael.wagner.cc/" target="_blank">Prof. Dr. Martin Wagner</a> hat am Wochenende im Bildungtechnologie-Blog einen Beitrag mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.bildungstechnologie.net/blog/vier-leitsaetze-fuer-die-schule-des-21-jahrhunderts" target="_blank">Vier Leitsätze für die Schule des 21. Jahrhunderts</a>&#8221; veröffentlicht und sich damit auf eine Linie gesetzt, die von der Initiative D21 und unserem Projekt fast 1:1 ebenso vertreten wird. Dies ist somit nicht nur eine Erwähnung wert, sondern ich möchte mich auch mit seinen Leitsätzen auseinandersetzen.</p>
<p>Bekannt ist unseren Bloglesern Martin Wagner bereits durch sein ebenfalls hier vorgestelltes Poster zu &#8220;<a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=1178" target="_blank">11 Kernkompetenzen der Medienpädagogik</a>&#8220;. Er ist <a href="http://www.donau-uni.ac.at/de/department/imb" target="_blank">Universitätsprofessor für Technologieunterstütztes Lernen und Multimedia &#8211; Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien an der Donauuniversität Krems</a> und postuliert nun mit Blick auf die neuen Medien folgendes:</p>
<ol>
<li>Es gibt keine Lehrenden, nur Lernende.</li>
<li>Faktenwissen ist wertlos.</li>
<li>Standardisierte Bildung ist arme Bildung.</li>
<li>Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir.</li>
</ol>
<p><span id="more-1697"></span>Das mag &#8211; so stehen gelassen &#8211; provokativ klingen. Ist es auch. Aber zugleich nur konsequent oder logisch aus der Beobachtung der sich außerhalb von Schule abspielenden Gesellschaftsumstrukturierung hinsichtlich von Wissen und dessen Aneignung bzw. Umgang damit abzuleiten.</p>
<p><strong>1) Es gibt keine Lehrenden, nur Lernende:</strong></p>
<blockquote><p>Unterricht kann somit keine Einbahn der Vermittlung mehr sein, sondern muss vielmehr einen gegenseitigen Austausch von Kompetenzerfahrungen unterstützen. Die zeitgemäße Lehrerin oder der zeitgemäße Lehrer ist seinen Schülern und Schülerinnen weder unter- noch überlegen. Seine oder ihre Hauptaufgabe besteht in der Vervollständigung des Kompetenzportfolios der lernenden Klassengemeinschaft sowie in der Steuerung des Austauschprozesses. Im Wesentlichen bleibt der Lehrer oder die Lehrerin aber Zeit seiner oder ihres Lebens ein Lernender oder eine Lernende und es gibt nicht den geringsten Grund diese Tatsache vor den Schülerinnen und Schülern oder auch der Gesellschaft zu verstecken.</p></blockquote>
<p>In meinen Augen trifft er damit den Nagel auf den Kopf. Lehrer werden sich zunehmend selber überflüssig machen, wenn es nicht gelingt, das diesem Berufstand zugrunde liegende Rollenverständnis grundlegend zu überdenken. Lehren und Lernen lassen sich unter den durch die neuen Medien und besonders die Web 2.0-Bewegung geschaffenen Voraussetzungen der Wissensvermittlung, -austauschs und -erwerbs nicht mehr so streng trennen, wie dies noch vor einigen Jahren möglich schien. Der Lehrer konkurriert zunehmend mit Medien und über diese mit Personen rund um die Welt um sein bisher so gesehenes Kerngeschäft der Wissensvermittlung. Über kurz oder lang wird dieser Wettlauf für den Lehrer insofern verloren gehen, als er von den Schülern nicht mehr als alleinige Autorität für ihren Wissensneuerwerb akzeptiert werden wird.</p>
<p>Wer sich als Lehrer aber als Vermittler von Kompetenzen auch und besonders hinsichtlich der Medienkompetenz versteht, wird Schülern ein &#8211; wie Wagner richtig hervorhebt &#8211; durchaus ebenbürtiger Lernpartner sein, der unter seiner besonderen Eigen-/Selbstkompetenz und (Lebens- und <span style="text-decoration: underline;">eigenen</span> (sic!) Medien-)Erfahrung den Schülern helfen kann, sich sicher und zielstrebig in der Medienlandschaft zu bewegen. Es wird also weniger darum gehen, Schülern Ziele auf-/vorzuzeigen, sondern ihnen Wege zu ebnen. Und &#8211; darin ist Wagner ebenfalls zuzustimmen &#8211; nicht jeder Schüler muss dabei alle (z.B. die 11 von Wagner aufgezeigten Medienkompetenzen) beherrschen, sondern dem einen wird die eine Kompetenz eher helfen als dem anderen. Lehrersein bedeutet dann, hier binnendifferenziert und verantwortungsbewusst, die Schüler anzuleiten, den eigenen Kompetenzerwerb unter seiner Begleitung und diagnostizierenden und fördernden Unterstützung zunehmend (unter Berücksichtung seiner und über seine eigenen psychologischen Entwicklungsstufen hinweg) zunehmend eigenverantwortlich zu gestalten.</p>
<p><strong>2) Faktenwissen ist wertlos:</strong></p>
<blockquote><p>Information ist heute von jedem und jeder in beliebigem Umfang produzierbar und über Informationsnetze ohne Zeitverzögerung global verteilbar. Im wirtschaftlichen Umfeld spricht man bei einem derartigen Situtation von einer Kommodisierung des produzierten Gutes. Kommodisierung hat einen unangenehmen Nebeneffekt: sie macht das kommodisierte Gut wirtschaftlich wertlos. Geschäftsmodelle, die auf der Produktion basieren, funktionieren plötzlich nicht mehr und müssen durch andere Geschäftsmodelle ersetzt werden. Nichts anderes passiert zurzeit in der Schule.</p>
<p>Es gab einmal eine Zeit in der war die Hauptaufgabe der Schule, Faktenwissen zu vermitteln. Diese Zeit ist endgültig und unwiederbringlich vorbei. (&#8230;) Niemand kann heute ein Interesse daran haben, dass Schule einer gesellschaftlich wertlosen Aktivität wie der Vermittlung von Faktenwissen, welches ohnehin überall in beliebigen Umfang vorhanden ist, nachgeht. Vielmehr geht es um die Vermittlung von Prozessen der Informationsfindung und der Bewertung von Informationen und tatsächlichen oder vorgegebenen Fakten. Wie in anderen durch Kommodisierung betroffenen Wirtschaftsbereichen auch, verlagert sich auch die Hauptaufgabe der Schule somit auf die Prozessebene.</p></blockquote>
<p>An diesem Punkt wird es für mich bereits kritisch. Allerdings &#8211; und dies mag für manchen verwunderlich klingen, wenn ich dies als Junglehrer so formuliere &#8211; stimme ich mit Wagner überein, wenn er Wissen als nackte Fakten für tod oder wertlos erklärt. Sein Beispiel, dass es nicht mehr darum gehen kann, in einem Schulbuch die wichtigen stellen zu unterstreichen und diese dann womöglich auswendig zu lernen, entspricht vollkommen dem sich außerhalb von Schule und vor allem im Internet massiv vollziehenden Wandel der Wissenskumulation (vgl. Leitsatz 1). Wissen ist inzwischen und in Zukunft vermehr nicht mehr als starrer Grundstock zu betrachten sondern im Zeitalter der Informationüberproduktion als Netz oder Schwamm aus dem man sich seine Informationen herauszieht oder -presst. Dem Schüler ist somit dieser Prozess der Wissensgewinnung und -selektion in Form der bekannten Kompetenzen nahe zu bringen und weniger der Fakt oder das Wissen an sich.</p>
<p>ABER: Und hier gehe ich wohl nicht so weit weit wie Wagner, wenn ich ihn in diesem Punkt nicht missdeute: Wissen ist wichtig! Wissen ist in meinen Augen ein nicht unwesentlicher Bestandteil von Können welches durch Kompetenzen abgebildet werden kann. Unterricht kann somit nicht ein wahlloses oder komplett offenes Herumwabern in einem Informationsnetz sein. Unterricht und Schule kann unter Beibehaltung eines Professionalitätsanspruchs nur funktionieren, wenn Wissen der Ausgangspunkt allen kompetenzorientierten Lernens ist. Die Frage steckt im Detail, inwieweit es sich dabei noch um Faktenwissen handeln muss. Und der Wandel steckt für mich darin, dass ich Wissen bewusst als &#8220;Ausgangspunkt&#8221; und nicht, wie sich Schule heute noch zu oft versteht, &#8220;Zielpunkt&#8221; von Lernen bezeichne. Wer problem- oder produktorientiert arbeitet, braucht eine Ausgangsbasis, die fundiert, sicher und für den weiteren Arbeitsprozess verlässlich ist. Diese Basis kann eigentl. nur Wissen sein. Dass dieses sich ständig ändern und erweitern kann, steht außer Frage.</p>
<p>Um das Schulbuchbeispiel von Wagner wieder aufzugreifen, kann es in der Tat nicht darum gehen, in diesem zu unterstreichen und auswendig zu lernen. Doch wir müssen dem Schüler Möglichkeiten einräumen, sich ein sicheres Gerüst zu bauen, welches ihm als Fangnetz im medialen Informationsüberfluss dient. Das muss nicht derart starr aussehen wie ein Schulbuch, sondern kann in Form eines Blog, eines Lernwikis über die gesamte Schulzeit oder eines ePortfolios mit allen ihren Flexibilitäten daherkommen. Aber es braucht in meinen Augen eine Grundlage, die weniger kompetenz- als vielmehr oder deutlicher (fakten-?)wissensbasiert ist, um eine Zuverlässigkeit, Kontinuität und Sicherheit zu gewährleisten, die jeder Lernprozess benötigt. Lernen bedeutet, sich auf neues Terrain zu begeben &#8211; so etwas tut man nur, wenn man sich seines Ausgangspunkt sicher ist und weiß, zu diesem zurückkehren zu können. Wenn ich also einen Schüler im Informationsüberfluss der medialen Wissenslandschaft auf den Weg zur Klärung gewisser Problematiken des 2. Weltkriegs schicke, hilft es dem Schüler, wenn er auf ein Wissenskonstrukt zugreifen kann, welches im bewusst werden lässt, dass Verknüpfungen zum 1. Weltkrieg mögliche Ausgangspunkte zu neuem Wissen sein können. Ob wir uns dabei vollkommen von kognitiven Leistungen des Schülers freisprechen können, wage ich zu bezweifeln. Denn wie soll er es schaffen, Brücken zu hilfreichen Informationen zu schlagen, wenn ihm diese gar nicht als solche bewusst sind. Ob da Tag-Wolken oder zu befragende Social Networks vollkommen ausreichen, weiß ich &#8211; dass gebe ich unverhohlen zu &#8211; derzeit selber nicht. Ich sehe nur die Gefahr, dass der vollkommene Verzicht auf Faktenwissen konsequent zu Ende gedacht dazu führen wird, dass wir uns in eine Art &#8220;Gesellschaft der Wiederkäuer&#8221; hinsichtlich von Wissen begeben, die einen vorhandenen Stock an Faktenwissen festhält und sich immer wieder um diesen herumdreht, ohne neue Fakten zu produzieren.</p>
<p><strong>3) Standardisierte Bildung ist arme Bildung:</strong></p>
<blockquote><p>Aus den ersten beiden Leitsätzen ergibt sich direkt, dass sich die Aufgabe der Schule heute als hochgradig individualisiert darstellt. Es geht um Prozesse des Austausches von Kompetenzen zwischen allen Beteiligten. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass sich Unterrichtssituationen niemals wiederholen lassen können. (&#8230;)</p>
<p>Warum sollten dann aber alle Schüler und Schülerinnen dieselben Bildungsziele erreichen müssen? Und wenn sie es müssen weil wir als Gesellschaft dies so haben wollen, schränkt dies nicht ihre Möglichkeiten der individualisierten Entwicklung ein? Sollte nicht auch hier eigentlich der Prozess im Vordergrund stehen? (&#8230;)</p>
<p>Wenn man weiß in welche Richtung man einen Schraubenschlüssel zu drehen hat, macht es keinen Unterschied ob man dies in Wien, Bratislava oder Kiew macht. Dies bedeutet, dass Standardisierung Prozesse kommodisiert und damit &#8211; wie weiter oben bereits einmal argumentiert &#8211; wertlos macht. Wenn wir Bildung also standardisieren, so machen wir sie somit ebenfalls wertlos. Beispielsweise wäre es heute im Sinne von Friedmans Flat World Ansatz problemlos möglich, ein perfekt standardisiertes online Masterstudium über die tutorielle Betreuung aus einem Call Center in Indien abwickeln zu lassen.</p>
<p>Es gibt für uns somit keinen anderen gangbaren Weg mehr als eine hochgradig personenbezogene Individualisierung von Bildung und Bildungszielen. Standardisierte Bildung ist dagegen arme Bildung. (&#8230;) Unterricht ist entsprechend den am Unterricht beteiligten Personen zu individualisieren. Konsequenterweise darf sich daher niemand dazu verpflichtet fühlen, bestimmte Technologien im Unterricht einsetzen zu müssen nur weil es gerade zeitgemäß erscheint.</p></blockquote>
<p>Dies ist gewissermaßen die logische Konsequenz aus den ersten beiden Leitsätzen. Wer für sich erkennt, dass es nur noch Lerner gibt und Faktenwissen wertlos ist, kann keinen weiteren Sinn der Standardisierung von Lehr-Lern-Prozessen sehen. Und &#8211; um einen weiteren außerschulischen Prozess hinzuzufügen &#8211; wer sich moderne Lebensentwürfe und Bildungskarrieren ansieht, wird für die Bildungsrepublik Deutschland kaum ernsthaft Standards fordern, die eine Gleichheit suggerieren, welche aufgrund der genannten Punkte zum einen so gar nicht mehr realistisch erreichbar sein wird und zum anderen auch gar nicht mehr notwendig sein wird.</p>
<p>Nun will ich mich in diesem Blog nicht zu sehr auf eine generelle Theorie zur Schule des 21. Jahrhunderts einlassen, sondern zurück zum Blogschwerpunkt der neuen Medien finden. Und da ist Wagner zuzustimmen, wenn er nicht nur eine Abkehr von klaren Methodenzwängen fordert sondern auch vor neuen Medienzwängen warnt. Ich merke es alltäglich, wie weit der Einsatz neuer Medien innerhalb einer Schule weniger von Fach zu Fach sondern viel mehr von Lehrer zu Lehrer differenziert. Dies basiert in meinen Augen nicht in einer grundsätzlichen Unterstützung oder Ablehnung von neuen Medien im Unterricht. Bei der Referatsvorbereitung für morgen zum Thema &#8220;Moodle im Deutschunterricht&#8221; (morgen wahrscheinlich mehr dazu) mit einer engagierten und hinsichtlich neuen Medien offenen Referendarskollegin stelle ich immer wieder fest, dass wir uns hinsichtlich des Medieneinsatzes, der diesem zugrunde liegenden, neuen Lehrerrolle und den Kompetenzen für die Schüler einig sind, aber durchaus mit unterschiedlichen Tools und Medien an einzelne Probleme herangehen. Am konkreten Fall Moodle ist sie beispielsweise sehr firm im Umgang mit Glossaren während ich weniger damit und mehr mit Wikis arbeite. Beide erreichen wir mit unseren Ansätzen aber ähnliche Ziele. Dies zeigt mir einmal mehr, dass es nicht darum gehen kann, Standards zu setzen, die den Einsatz neuer Medien betreffen, da wie in einem <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=1644" target="_blank">vorherigen Post im Blog</a> bereits angesprochen, es vielmehr darum gehen muss, den einzelnen Lehrer mit dem Web 2.0 vertraut zu machen und aus dieser eigenen Vertrautheit heraus Mehrwerte an die Schüler weiterzugeben. Ob der Mathelehrer nun mit Social Networks, Wikis oder virtuellen Lernplattformen Lernen lehrt, ist durchaus diesem seinem eigenen Medienprofil anheim zu stellen, welches &#8211; und diese Ergänzung ist in der sich rapide wandelnden Zeit sicher nicht zu unterschätzen &#8211; durch permanente Weiterbildung und kollegiale Bereicherung zu ergänzen ist. Wir können nicht mehr einem Referendar ein Bündel neuer Medien an die Hand geben und darauf hoffen, er möge damit bis zum Dienstende durchhalten.</p>
<p>Wer also in einer auf offenem Zugang und kollaborativer Weiterentwicklung basierenden Wissensgesellschaft mit Standards für Lernen (für Schüler als auch für Lehrer) agieren will, konterkariert zu einem gewissen Grad die eigene Forderung nach Eigenverantwortlichkeit, kompetenzorientiertem Lernen und sozial-kultureller Vielfalt.</p>
<p><strong>4) Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir:</strong></p>
<blockquote><p>Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, dass für mich einer der wichtigsten Leitsätze für eine Schule des 21. Jahrhunderts gleichzeitig auch einer der ältesten ist. Schule sollte niemals Selbstzweck sein, sondern einen Bezug zur realen Umwelt aller Beteiligten aufweisen. Gesellschaftlich bedeutsames Lernen geschieht über die Reflexion der schulischen Aktivitäten im Kontext der realen Lebensumwelt. Biologie ist nicht der Inhalt eines Biologiebuchs, es ist der Tätigkeitsbereich eines Biologen. Wer Biologie unterrichtet muss also die Schüler und Schülerinnen erst dazu befähigen wie Biologen zu denken um Biologie begreifbar zu machen. Ob dies am Besten mit Game Based Learning, Problem Based Learning, Achored Instruction oder äquivalenten Methoden geschieht, ist wie bereits erwähnt abhängig von den individuellen Bedürfnissen aller am Lernprozess beteiligten Personen. Wichtig ist aber, dass in der Schule ein individuell fühlbarer reflexiver Bezug zur Realität hergestellt wird.</p></blockquote>
<p>Non scholae sed vitae discimus &#8211; was so alt ist und lange währt, kann eigentlich kaum falsch sein. Und in den neuen Medien hat Schule ein Werkzeug an die Hand bekommen, diesen altgediehenen Grundsatz zu neuer Perfektion zu führen: Einbindung von externen Experten, Veröffentlichung eigener Produkte und Erkenntnisse/Ergebnisse für die auch außerschulische Öffentlichkeit, Feedbackkultur auf globaler/außerschulischer Ebene usw. werden durch das Web 2.0 mehr als einfach und praktikabel. Im letzten Fireside-Chat der <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=1687" target="_blank">K12-OnlineConference 2008</a> hatte ich mal wieder Gelegenheit mich mit mehreren US-amerikanischen Kollegen auszutauschen. Besonders den in Deutschland harsch diskutierten Aspekt der &#8220;Privacy&#8221; habe ich versucht zu besprechen und bin dabei teilweise auf Erstaunen aber sogar auch auch Skepzis gestoßen, ob man denn  &#8211; wie in Deutschland sehr oft praktiziert &#8211; mit geschlossenen Lernumgebungen überhaupt moderne Medienkompetenz vermitteln und erreichen könne.</p>
<p>Und wer ein &#8220;good practice&#8221;-Beispiel braucht, wie solche Öffnungen von Lehre aussehen können, braucht nur ein paar Posts in diesem Blog zurückschauen, um sich von Christian Spannagel vorführen zu lassen, was für und wie solche Prozesse möglich sind: <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=1692" target="_blank">hier</a> und in <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2008/10/26/die-dynamik-des-netzes-fortsetzung/" target="_blank">seinem zusätzlichen Blogbeitrag</a>.</p>
<p>Ich halte diese vier Leitsätze von Wagner für sehr anregend und diskussionswürdig. Für mich steht über alle dem die grundsätzliche Frage: Wie können wir Medienkompetenz lehren ohne dabei selber aufzuhören zu lernen? Ich denke, hier finden sich einige Ansätze aber noch keine abschließend zufriedenstellende Lösung &#8211; besonders wenn ich den (bewusst nicht zu sehr fokussierten) Aspekt der Lehrerbildung hinzunehmen würde.</p>
<p>Dieses Post wurde erstellt von <a href="http://www.scheppler-online.de" target="_blank">René Scheppler</a>.</p>
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