
Als Klassenlehrer aber auch aus der neuen Blickrichtung, nicht mehr nur wie als Refendar für einzelne Halbjahre in einer Lerngruppe zu sein, bin ich derzeit ganz besonders damit herausgefordert, eine weitere am Schulgeschehen beteiligte Gruppe bewusster wahrzunehmen und einzubinden: die Eltern. Meine Erfahrungen gehen dabei gegen Null, im Referendariat war die Vorbereitung darauf bescheiden und ich bin selber auch noch kein Eltern. Was wollen die also? Wie intensiv muss ich mich um sie kümmern? Und haben die Kollegen Recht, die bei diesem Thema die Arme über dem Kopf zusammenschlagen und mir raten, da bloß keine schlafenden Hunde zu wecken, die eh nur bellen und Ärger machen?
Nun kann dieser Beitrag nicht den ganzen Aspekt “Elternarbeit” aufrollen. Aber hinsichtlich des Web (2.0) will ich doch einige meiner Überlegungen ausbreiten. Voraus zu schicken ist, dass ich der Meinung bin, dass die Eltern die zahlenmäßig größte Gruppe vor Schülern, Lehrern und anderen Mitarbeitern sind – wenn man der Rechnung zu Grunde legt, dass zu jedem Kind zwei gehören. Des weiteren verbringen Eltern mit ihren Kindern deutlich höhere Zeitanteile als selbst ich als Klassenlehrer mit besonders vielen Unterrichtsstunden dies erreichen könnte. Eltern können damit wichtige Experten sein, die mir für den Lernprozess bedeutsame Rückmeldungen, Hinweise und auch konkrete Hilfestellungen geben können. Andererseits verlassen die Schüler zum Lernen das Elternhaus – wahrscheinlich so regelmäßig und über so lange Zeiträume zum ersten mal sowe kaum anderswo – und werden damit dem Einfluss ihrer Erziehungsberechtigten (wie ich annehmen muss bewusst) entzogen. Ebenso hört man immer wieder, dass Eltern froh sind, ihre Kinder zum Lernen “abgeben” zu können. Die Kinder schließlich reflektieren auch hin und wieder, recht froh zu sein, in der Schule nicht ständig von den Eltern beobachtet zu werden.
Auf meiner grundlegenden, gedanklichen Voraussetzung, dass Eltern das Beste für ihre Kinder wollen, geht es somit darum, ein ausgewogenen Gleichgewicht zwischen allen Beteiligten zu erreichen:

Continue reading…