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	<description>Neue Medien im Schulunterricht</description>
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		<title>ICT-Entwicklung in Schulen &#8211; Taschenlampen statt Leuchttürme</title>
		<link>http://lernwolke.de/2010/06/03/ict-entwicklung-in-schulen-taschenlampen-statt-leuchtturme/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 11:56:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scheppler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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In den letzten Wochen und Monaten werden die Anfragen immer häufiger, ob ich mal hier und mal da einen Vortrag über Integration neuer Medien in den Unterricht halten könne. Ich bin daher unterwegs, stehe vor Kollegen und erzähle, was ich mit Moodle, Google &#38; Co so im Unterricht oder der Schule mache. Doch seit den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="team" src="http://kerschensteiner-gs.do.nw.schule.de/bilder/Schulfotos/Lehrerzimmer.jpg" alt="" width="491" height="369" /></p>
<p>In den letzten Wochen und Monaten werden die Anfragen immer häufiger, ob ich mal hier und mal da einen Vortrag über Integration neuer Medien in den Unterricht halten könne. Ich bin daher unterwegs, stehe vor Kollegen und erzähle, was ich mit Moodle, Google &amp; Co so im Unterricht oder der Schule mache. Doch seit den letzten Veranstaltungen bin ich stutzig geworden, was da eigentlich passiert. Ich habe nämlich den gleichen Vortrag genommen und an verschiedenen Orten in recht ähnlicher Form präsentiert, was mir erlaubte, durch die Routine weniger auf mich zu fokussieren.</p>
<p>Vielmehr habe ich &#8211; was man ja als Lehrer eigentlich stets machen sollte &#8211; vielmehr auf die &#8220;Schüler&#8221; in diesem Fall also die Kollegen geachtet. &#8220;Vom Kind aus denken&#8221; wird dann zum &#8220;vom Kollegen aus denken&#8221;. Und zwei Dinge passieren mit bemerkenswerter Gewissheit und Intensität:</p>
<ul>
<li>nach jedem Vortrag stehe ich gut die selbe Zeit im Nachhinein noch mit Kollegen zusammen, die &#8211; und das ist entscheident &#8211; gar keine Fragen zum Vortrag stellen sondern häufig vielmehr auf ihre ihre eigene, konkrete Situation an ihren Schulen zu sprechen kommen. Sie wollen wissen, wie sie denn nun in ihrem Setting weiter kommen.</li>
<li>nach jedem Vortrag erreichen mich etliche Mailanfragen &#8211; sogar von Kollegen, die nur vom Vortrag erzählt bekommen haben. Der Tenor dieser Mails ist auch stets recht ähnlich: Material. Es wird nach fertigen moodle-Kursen, Arbeitsblättern, Unterrichtseinheiten, konkreten Tools für geplante Vorhaben usw. gefragt.</li>
</ul>
<p>Nicht, dass ich jetzt falsch verstanden werde: Ich helfe gerne und versuche auch die meisten Fragen zu beantworten. Ich frage mich vielmehr langsam, ob die Art des Präsentierens so sinnvoll ist, wenn es doch eigentlich nur als Aufhänger zu dienen scheint. Oder ist es gerade deshalb wichtig?</p>
<p><span id="more-3931"></span>Dahinter steckt die Frage, wie ICT an Schulen etabliert wird und werden kann. Seit gut einem Schuljahr bin ich nun eigen- und teamverantwortlich Lehrer und dadurch auch in einer veränderten Verpflichtung als noch im Referendariat. Das betrifft nicht das Ausprobieren mit der Möglichkeit des Scheiterns, was ich mir weiterhin zugestehen möchte. Vielmehr geht es um eine größere Verbindlichkeit, Nachhaltig, Konsequenz &#8211; ich höre zunehmend auf, in Semestern, Halbjahren oder Unterrichtseinheiten zu denken.</p>
<p>Sehr interessant ist daher der Bericht &#8220;<a href="http://data6.blog.de/media/892/4678892_ceacfe9140_d.pdf" target="_blank">ICT-Evaluation als Hilfestellung zur Medienkonzeption</a>&#8220;, welcher die Evaluation durch die PH Zürich an schweizer Schulen beschreibt und deren Ergebnisse auf einer recht allgemeinen Ebene bündelt. Und auf S. 52 findet sich schließlich genau dasjenige, über welches ich auch gestolpert bin:</p>
<blockquote><p><strong>Pädagogische ICT-Beratung</strong></p>
<p>Die ICT-Evaluation befragt die Lehrpersonen unter anderem dazu, was sie bräuchten, damit sie ICT zielgerichteter einsetzen. Die von Lehrerinnen und Lehrern am häufigsten gewünschten Unterstützungsangebote sind (in Reihenfolge der genannten Häufigkeit):</p>
<ul>
<li>persönliche Beratung nach Bedarf (80 %);</li>
<li>Weiterbildung mit konkreten Unterrichts- szenarien (78 %) und</li>
<li>Materialsammlungen (71 %).</li>
</ul>
</blockquote>
<blockquote style="text-align: right;"><p>(COMPUTER + UNTERRICHT 78/2010, S. 52)</p></blockquote>
<p>Zusätzlich wird laut PH Zürich der Support durch ICT-Verantwortliche an den Schulen als zu techniklastig wahrgenommen.</p>
<p>Entscheidend ist für mich der erste Punkt. Beim dritten Punkt bin ich skeptisch und möchte auf diesen auch zuerst eingehen: Materialialsammlungen halte ich für einen Reflex aus gewohnten Unterrichtsszenarien. Auch wenn es nicht richtig ist, dies so zu separieren möchte ich doch zum besseren Verständnis behaupten, dass die Materialsammlung (für Lehrer! &#8211; nicht die Projektmaterialpools für Schüler) ein Phänomen des traditionellen Unterrichts sind, der stark vom Lehrer ausgeht, von seiner Rolle im Unterricht denkt, ihn als Lenker erkennt und als progressiven Gestalter des Lernprozesses sieht. Solche &#8220;Lehrertypen&#8221; brauchen die Börsen, die Sammlungen, die Schubladen aus denen man vorgefertigte, zielgerichtete Vorlagen ziehen kann, in die sich dann die Schüler einfügen.</p>
<p>Ich glaube aber nicht, dass Unterricht mit einer konsequenten Nutzung neuer Medien &#8211; und hier denke ich primär an die Web 2.0-Technologien und damit einhergehenden auch sozialen Entwicklungen &#8211; mit solchen Materialsammlungen zurecht kommen wird. Letztlich ist doch das Internet selber eine einzige, große Materialbörse. Wer den Lehrer nicht mehr als den allmächtigen Steuermann am Lehrerpult beschreibt sondern als erfahreneren Lernpartner der Schüler muss den Unterricht so weit öffnen, dass sich verschiedene Lerntypen und Lernerteams frei in einem sozial integrativen Lernraum (sowohl räumlich als auch zeitlich gedacht) bewegen können. Konsequent weiter gedacht sind wir dann genau beim Internet als einer Ausprägung eines solchen, offenen Lernraums, den es an den Klassenraum anzudocken gilt.</p>
<p>In der Schlussfolgerung der aus der veränderten Lehrerrolle resultierenden, neu gedachten Lernarrangements, die mit Hilfe der Potentiale des bereits etablierten Lernraum Internets den Lehrer aus dem Ausgangsfeld der Unterrichtsgestaltung zu Gunsten einer bewussten Schülerzentrierung verdrängen, brauchen wir keine Materialsammlungen für den Lehrer sondern Andockmöglichkeiten für Schüler (vgl. hierzu auch <a href="http://lernwolke.de/2009/10/04/lms-schulische-hafen-statt-inseln/" target="_blank">LMS- schulische Häfen statt Inseln</a>).</p>
<p><strong>Leuchtturm oder Taschenlampe?</strong></p>
<p>Was ist nun aber mit dem ersten, 80%-Wunsch nach &#8220;persönlicher Beratung nach Bedarf&#8221;? Für mich der entscheidene Faktor, an dem ich derzeit auch am stärksten herumüberlege. Da ich gerne in Bildern denke, komme ich immer wieder zu der so oft gehörten Leuchtturmmetapher: Erfahrene, engagierte, ausgebildete Kollegen werden zu &#8220;Leuchttürmen&#8221;, an denen sich andere orientieren können &#8211; wie eine Art Leuchtfeuer. Das klingt groß, das klingt nach Verantwortung, das klingt auch nach Macht. Aber das klingt nicht nach dem, was ich aus dem genannten Wunsch ablese und was mich bei meinen Vorträgen so stutzig macht. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass Leuchttürme nicht reisen, sich nicht bewegen. Leuchttürme stehen fest, verankert, trotzen Sturm und Wellen &#8211; ihr Leuchten ist alleine von ihnen ausgehend, ohne Reaktion auf die Schiffe draußen in den Fluten, stoisch ihr Signal gebend.</p>
<p>Soetwas wollen die Kollegen offenbar nicht. Wenn ich das richtig verstehe, wollen sie Taschenlampen. Sie wollen leuchtende Vorbilder, die aber flexibel sind, die sie sich von einem Platz (im Lehrer- und Teamzimmer) nehmen können, wenn sie sie brauchen. Einen Ratgeber, den sie einschalten können bei Bedarf aber auch leicht wieder löschen, einen Licht-/Ideenstrahl, den sie auf ihr konkretes Problem richten können (keinen, der im Allgemeinen, Unverbindlichen über ihren Kopf hinwegleuchtet). Und solche Taschenlampen braucht man an jeder Schule &#8211; die dürfen nicht irgendwo in Schulämtern liegen, wo man nicht an sie herankommt. Im Idealfall muss ein solcher Taschenlampen-Kollege auch noch kurz vor dem Unterricht, am Vortag bei der Stundenplanung oder in der Pause greifbar sein, um kurz eingeschaltet eine vielleicht winzige Unsicherheit &#8220;auszuleuchten&#8221;. Wenn solche Kollegen dann noch so flexibel wären, auch mal mit in den eigenen Unterricht genommen werden zu können (Stichworte: Teamteaching, kollegiale Unterrichtshospitation), wäre das wahrscheinlich ideal.</p>
<p><strong>Wie wird man zu einem Taschenlampen-Kollegen?</strong></p>
<p>Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog von meiner &#8220;<a href="http://lernwolke.de/2010/03/11/lehrer-workflow-die-papierfreie-schultasche/" target="_blank">papierfreien Schultasche</a>&#8221; berichtet. Und ungewollt hat dieser Beitrag ein kleines Lauffeuer an meiner neuen Schule ausgelöst &#8211; von diversen Kollegen werde ich darauf angesprochen und es wird weitererzählt. Und das Schöne: nicht skeptisch, nicht belächelnd sondern ehrlich interessiert. Auf der letzten Pädagogischen Tagung habe ich dann den nächsten Schritt gemacht &#8211; der im Beitrag zwar schon angedeutet ist, aber den ich bewusst, aufgrund seiner viel größeren Kontroversitätskraft nicht in den Mittelpunkt gestellt habe &#8211; und das Stichwort &#8220;Präsenzzeiten&#8221; für Lehrer in den Raum geworfen.</p>
<p>Und auch dies wurde wieder erstaunlich aufgenommen, so dass wir inzwischen nachmittags mit mehreren zusammen arbeiten, austauschen und wie ich fühle höheres Wohlbefinden aus einer gewissen Sicherheit ziehen. Denn diese Sicherheit sieht so aus, dass selbst wenn man gerade verschiedene Klassenarbeiten nebeneinander korrigiert, man doch mal kurz die Kollegen fragen kann, schnell einen rat bekommt oder sich auch am konkreten Beispiel über einen gemeinsamen Schüler informieren kann.</p>
<p>Dies ist letztlich der Ausgangspunkt meiner derzeitigen Überlegungen: Ist es sinnvoll, ab dem nächsten Schultag meine ohnehin im Schulgebäude stattfindene Unterrichtsvor- und -nachbereitung offensiver zu publizieren? Ist es für die Kollegen hilfreich, konkrete Präsenzzeiten zu wissen, zu denen ich ansprechbar bin und helfen und bereiten kann? Ich plane dies als kleines Projekt für das nächste Schuljahr sorge mich aber derzeit, damit wieder zu einer Art schulinternen Mini-Leuchtturm zu werden. Evtl. wäre es eine Möglichkeit, hierzu etwas ähnliches wie unsere PC-Trainer &#8211; 9. und 10. Klässler, die im Nachmittagsunterricht alle 5. und 6. Klasser in PC-Kursen unterrichten &#8211; auch für konkrete Unterrichtsszenarien heranzuziehen. Auf Klasseneben gibt es jeweils einen Technikdienst, der vielleicht auch Interesse hätte, die Lehrer noch konkreter (nicht nur bei Auf- und Abbau) über Tools, Internetdienste usw. zu beraten. Aber da sind wir wahrscheinlich wieder primär an der Lehrerrolle und weniger beim Technikproblem angelangt.</p>
<p>Gibt es da evtl. Erfahrungen an anderen Schulen?</p>
<p>Eine interessante Darstellung, die mir bisher nicht bekannt war und eine typische sowie vielleicht ideale Entwicklungskurve für ICT-Implementierung aufzeigt, habe ich im Handout &#8220;<a href="http://educanet2.ch/kadervernetzung/.ws_gen/3/Handout_Schulkultur_veraendern.pdf" target="_blank">ICT-Integration in den Unterricht: Die Schulkultur verändern</a>&#8220; von Jürg Fraefel (PH Zürich) gefunden:</p>
<p><img class="alignnone" title="ict" src="http://img.skitch.com/20100603-jdt9mfc7rh39wfk5ck93swxgt.jpg" alt="" width="431" height="242" /></p>
<p>Neben dem für mich zuerst erstaunlichen aber im weiteren Nachdenken doch fast logischen Ausgehen vom Technisch-Instrumentellen ist die Talsohle des kulturellen doch der wichtige &#8220;Wendepunkt&#8221;. Und dies wird auch in dem eingangs benannten Zeitschriftenartikel über die ICT-Evaluation in Zürich beschrieben:</p>
<blockquote><p>Die Grundhaltung der Beteiligten gegenüber ICT und Medien beeinflusst maßgeblich den Erfolg der Medienintegration (COMPUTER + UNTERRICHT 78/2010, S. 52)</p>
<p>Die Grundhaltung gegenüber ICT und Medien ist bei den Lehrpersonen überwiegend positiv, die Relevanz von ICT wird klar gesehen. Diese allgemeine Akzeptanz von ICT im Unterricht steht jedoch in vielen Schulen in Kontrast zu einer je nach Lehrperson teilweise sehr unterschiedlichen Nutzung. Der Wille, ICT im Unterricht zu nutzen, ist mehrheitlich vorhanden. Den Lehrpersonen ist jedoch unklar, in welchen Fächern und mit welchen Methoden ICT im Unterricht eingesetzt werden sollen. (COMPUTER + UNTERRICHT 78/2010, S. 52)</p>
<p>In allen bisher evaluier- ten Schulen lässt sich eine einseitige Nutzung von ICT im Unterricht feststellen: Als häufigste Nutzungsarten nen- nen Schülerinnen und Schü- ler wie auch Lehrpersonen durchweg Textverarbeitung, Internetrecherche und Lernsoftware. Web-2.0-Instru- mente oder den Computer als Gestaltungsmittel für Video, Foto oder Grafik sowie als Kommunikationsinstrument nutzen sie äußerst selten im Unterricht. (COMPUTER + UNTERRICHT 78/2010, S. 53)</p>
<p>Vielen Schulen wird eine grundsätzliche Haltungsänderung zu einem „Primat der Pädagogik“ empfohlen: Jede Anschaffung und Organisationsmaßnahme soll daraufhin überprüft werden, ob damit die defi- nierten pädagogischen Ziele besser erreicht werden können. (COMPUTER + UNTERRICHT 78/2010, S. 53)</p></blockquote>
<p>Ich denke daher, dass wir derzeit &#8211; so nehme ich es zumindest an den meisten Schulen war, die ich kennen gelernt habe &#8211; am absoluten Scheitelpunkt der obigen Kurve hängen (dass manche weiter oder zurück sind, ist ganz klar). Das grundsätzliche Problembewusstsein ist überschritten, es herrscht bereits ein gewisses Bedürfnis vor, sich mit den neuen Medien und deren konkreten Nutzwerten für Lehr-/Lerngestaltungen auseinanderzusetzen. Dies geschieht aber noch zu selten auf der lehrerpersönlichen Ebene, des eigenen Ausprobierens, des eigenen Muts zum Scheitern und der Nutzung im eigenen &#8220;Workflow&#8221;. Und dies versuche ich derzeit immer öfter, ohne es so direkt zu formulieren &#8211; gegenüber Kollegen: Ich mache manches vor, ich lade ein z.B. mal die externe Fortbildung in einem <a href="http://docs.google.com" target="_blank">Google Doc</a> zu evaluieren oder Informationen auf virtuellen karteikarten zusammenzutragen. Und ich staune über das positive Feedback auf diesen schleichenden (und das lange Dauern solcher Prozesse wird nun auch seitens der PH Zürich betont) Prozess und beobachte quasi genau das, was ich eingangs beschrieben habe im Rahmen meiner Vorträge. Wer sich selber mit den Tools auseinandersetzt, braucht keine halbjährigen Fortbildungen, die leuchtturmmäßig über ihn hinwegleuchten. Sondern an dem Punkt, an dem wir inzwischen sind, haben die für die erste Phase des allgemeinen Problembewusstseins evtl. hilfreichen Leuchttürme ausgedient und es bedarf ganz konkreter und individueller Unterstützung für Lehrer. Wobei ich fast glaube, dass der in der obigen Grafik angedeutete Weg vom schulspezifischen Problem auszugehen fast sinnvoller ist, als über die schulverwalterische Ebene mit externen Leuchttürmen zu arbeiten.</p>
<p>Noch leuchte ich selber manchmal einfach ungefragt auf &#8211; wie ein kleiner Wackelkontakt im System Schule &#8211; aber immer mehr kommen Kollegen auch mit eigenen, konkreten Fragen und wollen mich anknipsen. Ich bin sehr gespannt, ob wir es schaffen, diese Leuchttürme zu schleifen und ob die Schulämter mitspielen, Taschenlampen an den Schulen auszulegen. Dass diese natürlich auch mal ihre Akkus aufladen müssen (Entlastungsstunden), eine Art Update oder neue Birnen bekommen müssen (Fortbildungen) oder schlicht auch mal für eine zeit geschont werden, ohne dass alle plötzlich im Dunkeln stehen (mehrere ICT-Kollegen arbeiten im Team an der Schule), sollte selbstverständlich sein. Aber das ist ein anderes Feld&#8230;</p>
<p>© <a href="http://www.scheppler-online.de" target="_blank">René Scheppler</a>, 2010</p>
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		<title>Deutsche Schulen bei PC-Nutzung Schlusslicht</title>
		<link>http://lernwolke.de/2010/01/17/deutsche-schulen-bei-pc-nutzung-schlusslicht/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 21:07:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scheppler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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		<category><![CDATA[neue Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[
Die Welt berichtet heute von einer repräsentativen Umfrage der Initiative D21, bei der deutlich wird, dass die Beurteilung des Einsatzes digitaler Medien in deutschen Schulen nach wie vor sehr schlecht sei:
Digitale Medien haben sich an deutschen Schulen nicht flächendeckend durchgesetzt. Einer Studie zufolge schneidet Deutschland bei der Nutzung von Computern und anderen Hilfsmitteln international schlecht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="schueler-computer" src="http://www.gsbalg.de/Computer/KinderamPC.jpg" alt="" width="530" height="365" /></p>
<p><a href="http://www.welt.de/politik/bildung/article5882848/Deutsche-Schulen-bei-PC-Nutzung-Schlusslicht.html" target="_blank">Die Welt</a> berichtet heute von einer repräsentativen Umfrage der <a href="http://www.initiatived21.de" target="_blank">Initiative D21</a>, bei der deutlich wird, dass die Beurteilung des Einsatzes digitaler Medien in deutschen Schulen nach wie vor sehr schlecht sei:</p>
<blockquote><p>Digitale Medien haben sich an deutschen Schulen nicht flächendeckend durchgesetzt. Einer Studie zufolge schneidet Deutschland bei der Nutzung von Computern und anderen Hilfsmitteln international schlecht ab. Nicht nur Eltern sind unzufrieden: Viele Schüler beklagen mangelndes Fachwissen der Lehrer.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.welt.de/politik/bildung/article5882848/Deutsche-Schulen-bei-PC-Nutzung-Schlusslicht.html" target="_blank">http://www.welt.de</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Der Artikel geht sowohl auf die mangelhafte Ausstattung vieler Schulen ein, beschreibt das parallel laufende Phänomen verbreiteter Verbote, eigene Geräte seitens der Schüler mit in die Schule zu bringen, sowie die Behinderung medienpädagogischer Arbeit durch eine zu geringe Autonomie der Schulen hinsichtlich der Reaktionsmöglichkeit auf den medialen Wandel.</p>
<blockquote><p style="text-align: left;">Die Struktur des Bildungssystems führe zu geringer Schulautonomie, sagte D21-Präsident Schwaderer. „Dadurch sind die Möglichkeiten für Lehrkräfte, Innovationen aufzunehmen und schnell in den Unterrichtsalltag einzubinden, immer noch zu gering.“ Nur in Zusammenarbeit aller Verantwortlichen könne man es schaffen, dass der PC in allen Schulen als Lerninstrument Eingang findet, um so die heutige Schülergeneration erfolgreich auf das Berufsleben vorzubereiten.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Weitere Details dieser Studie werden sicher bald auch hier im Blog besprochen werden.</p>
<p>© <a href="http://www.scheppler-online.de" target="_blank">René Scheppler</a>, 2010</p>
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		<title>300 MBits/s für Unnas Schulen</title>
		<link>http://lernwolke.de/2009/08/13/300-mbitss-fur-unnas-schulen/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 19:55:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scheppler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Laptopklasse]]></category>
		<category><![CDATA[laptops]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ist mir da tatsächlich ein bemerkenswertes IT-Schulprojekt entgangen? Oder klingt die offizielle Version einfach größer als sie ist? Das klingt jedenfalls so, dass man sich das mal genauer ansehen sollte:
Notebooks werden Schulheft, Buch und Tafel, eine ganze Stadt wird für ihre Schülerinnen und Schüler zum drahtlos vernetzten Campus. Seit 2003 haben die die Kreisstadt Unna [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/08/unna.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2711" title="unna" src="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/08/unna.jpg" alt="" width="500" height="169" /></a></p>
<p>Ist mir da tatsächlich ein bemerkenswertes IT-Schulprojekt entgangen? Oder klingt die offizielle Version einfach größer als sie ist? Das klingt jedenfalls so, dass man sich das mal genauer ansehen sollte:</p>
<blockquote><p><strong>Notebooks werden Schulheft, Buch und Tafel, eine ganze Stadt wird für ihre Schülerinnen und Schüler zum drahtlos vernetzten Campus</strong>. Seit 2003 haben die die Kreisstadt Unna und ihre Wirtschaftsbetriebe eine Bildungsvision zum Alltag gemacht. Von Klasse eins bis dreizehn, von Grundschulen über Sonderschulen, Real- und Gesamtschulen bis zum Gymnasium und Weiterbildungskolleg: Die IT-Infrastruktur eröffnet 10.000 Schülern und rund 620 Lehrern im Stadtgebiet Unna <strong>völlig neue Lernwelten und -kulturen</strong>. Das Projekt ist bundesweit einmalig und wird auch von der Landesregierung NRW gelobt: „Das Projekt Unit21 in Unna zeigt auf exemplarische Art und Weise, wie eine moderne Bildungsregion durch die systematische Zusammenarbeit aller beteiligten Partner ausgestaltet werden kann. Durch den Einsatz mobiler Rechner wird hier eine intelligente und zeitgemäße Form der individuellen Förderung effektiv umgesetzt. Unit 21 ist damit für viele Regionen – nicht nur in NRW – vorbildhaft“, würdigte etwa Günter Winands, Staatsekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung in Düsseldorf.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.unna.de/unit.schule.21/unit.schule.21/der-campus/" target="_blank">http://www.unna.de/unit.schule.21/</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Nach diversen Anstrengungen zur Umsetzung, wird aktuell das Datennetz ausgebaut und soll alsbald mit bis zu 300 MBit/s surfen &#8211; und das drahtlos. Die Berichte erinnern mich stark an das, was wir in <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=2148" target="_blank">Finnland</a> gesehen haben:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Bis zu 1.300 Notebook-Nutzer würden sich allein in einem Schulzentrum regelmäßig im Schulstunden-Takt in den Online-Campus einschalten. Eine Frequentation, die kaum ein Großunternehmen schaffe. Ob im Klassenraum, in der Aula, Pausenhalle, im Schulhof oder Zuhause &#8211; mit modernen Notebooks <strong>können sich Schüler jederzeit in den Campus einklinken</strong>. Ein ausgefeiltes Netzwerk-<span lang="en">Management</span> durch Profis und eine seit Jahren ständig weiter entwickelte Klassenraum-Steuerung sorgen dafür, <strong>dass sich Lehrer voll auf das Lehren konzentrieren können, statt zu schrauben und zu administrieren</strong>.</p>
<p>Die Endgeräte mit einer <strong>Rundum-Sorglos-Garantie</strong> und mit optimalem Vor-Ort-Service liefert eine gemeinnützige GmbH: Mit einer Monatsrate von 30 Euro verfügten Schüler jederzeit über ein top-modernes und robustes Gerät, erklärten die Initiatoren des Projekts. Und nicht nur gut betuchte Familien, sondern gerade auch sozial benachteiligte setzen auf die Investition in die Zukunft. Ein Leasingmodell mit dem IT-Systemhaus &#8220;mobiles lernen GmbH&#8221; samt einem <strong>Sozialfonds soll dafür sorgen sorgt, dass alle Kinder und Eltern sich diese Technik leisten können</strong>.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.media.nrw.de/media2/site/index.php?id=73&amp;tx_ttnews[tt_news]=56168&amp;cHash=b7e1509252" target="_blank">http://www.media.nrw.de</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Eine ganz ähnliche Strategie fährt auch die von uns besuchte finnische Stadt: Auslagerung der Technikbetreuung aus der Schule. es ist utopisch, fast schon irrwitzig zu glauben, dass ein einziger IT-Beauftragter pro Schule, der im Idealfall 1-2 Stunden seines Deputats erlassen bekommt, eine komplette IT-Struktur einer Schule stemmen und am Laufen halten kann. Oft sind Schulen aber genau in dem Dilemma: Entweder erklärt sich einer dazu bereit oder es bewegt sich gar nichts. Hier sind entweder die Kommunen deutlich mehr gefragt oder aber &#8211; und dies ist wohl die realistische Vorstellung &#8211; die Schulen bekommen die Möglichkeit, sich eigenverantwortlich, verlässliche Hilfe von Außen einzukaufen:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Insgesamt 27 Notebook-Klassen gibt es bereits in Unna, über 2.000 Notebooks, davon rund 1.000 privat finanzierte, werden in den Schulen eingesetzt.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Die <a href="http://www.unna.de/unit.schule.21/unit.schule.21/schulen-im-campus/" target="_blank">Liste</a> der am Projekt beteiligten Schulen ist beeindruckend. Und wahrscheinlich funktioniert es auch nur in einem solchen Zusammenschluss, der die einzelne Schule entlastet und nicht dazu anhält, das Rad immer wieder neu zu erfinden. Ich staune und hoffe, dass der eine oder andere Blogleser vielleicht schon mehr davon gehört hat.</p>
<p style="text-align: left;">Dieses Post wurde erstellt von <a href="http://www.scheppler-online.de" target="_blank">René Scheppler</a>.</p>
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		<title>Digitaler Marshallplan &#8211; Laptop für jedes Kind!?</title>
		<link>http://lernwolke.de/2009/04/28/digitaler-marshallplan-laptop-fur-jedes-kind/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 12:37:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Scheppler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstattung]]></category>
		<category><![CDATA[laptops]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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Seit einigen Tagen &#8211; konkret dem 22. April &#8211; geistert eine Meldung durch die Zeitungen und Online-Berichterstattung, die für vorsichtige Zustimmung und grobe Ablehnung sorgt. Von einem digitalen Marshallplan ist die Rede, davon, dass jedes Kind einen Laptop bekommen soll. Offen bleibt, was genau gefordert wird, wer was gesagt hat und der Klassiker, wie es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/04/kind-laptop.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2412" title="kind-laptop" src="http://blog4.initiatived21.de/wp-content/uploads/2009/04/kind-laptop.jpg" alt="" width="500" height="273" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Seit einigen Tagen &#8211; konkret dem 22. April &#8211; geistert eine Meldung durch die Zeitungen und Online-Berichterstattung, die für vorsichtige Zustimmung und grobe Ablehnung sorgt. Von einem digitalen Marshallplan ist die Rede, davon, dass jedes Kind einen Laptop bekommen soll. Offen bleibt, was genau gefordert wird, wer was gesagt hat und der Klassiker, wie es bezahlt werden soll.</p>
<p style="text-align: left;">Am 22. April veröffentlicht das Magazin Cicero ein Interview mit der Bundesministerin Schavan, in dem diese zuerst sagt:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Es reicht nicht aus, dass wir uns alle darüber aufregen. Wir sollten das Wissen und die Erfahrungen von Jugendlichen besser nutzen, Schülermentoren ernennen, die als Assistenten der Lehrer eine Mittlerrolle wahrnehmen können. Darüber hinaus sollte der Bildschirm mehr zum Lernen, als wirkliches Arbeitsinstrument, eingesetzt werden.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://annette-schavan.de/content/index.php?option=com_docman&amp;task=doc_download&amp;gid=940&amp;Itemid=53" target="_blank">Cicero vom 22. April 2004, S. 54</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Zu beachten ist hier, dass das Interview zu diesem Zeitpunkt vom Amoklauf in Winnenden ausgeht und die Ministerin gefragt wurde, was sie konkret meine, wenn Sie verstehen wolle, was Heranwachsende an Killerspielen mit möglichst realistischen Lebensweltbezügen fasziniere.</p>
<p style="text-align: left;">Die Nachfrage von Christiane Goetz-Weimer und Cathrin Wilhelm ist dann erstaunlich konkret und die Antwort von Schavan lässt fragen, ob sie damit gerechnet hat oder ihre Antwort eine klassische Plattitüde ist:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><strong>Für jeden Schüler einen Laptop?</strong></p>
<p style="text-align: left;">Ja, hierfür müssen wir Finanzierungsmodelle finden, sodass die Schüler in die Lage versetzt werden, damit verantwortungsbewusst umzugehen. Die jugendlichen müssen lernen, dass im Internet die gleichen Regeln gelten, wie im wirklichen Leben. Wir müssen besser verstehen lernen, was die Jugendlichen wirklich bewegt, und wir dürfen sie nicht in Isolation abgleiten lassen.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://annette-schavan.de/content/index.php?option=com_docman&amp;task=doc_download&amp;gid=940&amp;Itemid=53" target="_blank">Cicero vom 22. April 2004, S. 54</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Die offenbar auch in Journalistenkreisen überraschende Aussage wurde dann von einer Ministeriumssprecherin bestätigt (<a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/:Annette-Schavan-Jeder-Sch%FCler-Laptop/661846.html" target="_blank">stern.de</a>), so dass derzeit davon ausgegangen werden kann, dass die Ministerin tatsächlich ein staatlich finanziertes Projekt im Kopf hat, mit dem Schüler technisch ausgestattet werden sollen. Das erinnert stark an den digitalen Marshallplan der International Telecommunication Union (ITU) in dessen Rahmen der portugiesische Gastgeber am 4. World Telecom Policy Forum (<a href="http://www.itu.int/osg/csd/wtpf/wtpf2009/about.html" target="_blank">WPTF</a>) in Lissabon am 24. April vorshlug, jedes Kind ab 4 jahren mit einem Laptop auszustatten (<a href="http://www.heise.de/newsticker/ITU-fordert-digitalen-Marshallplan--/meldung/136708" target="_blank">heise.de</a>).</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-2409"></span></p>
<p style="text-align: left;">Wie so oft gehen in der Diskussion mehrere Aspekte durcheinander. Am markantesten ist die Durchmischung von Ausstattung und notwendiger Medienkompetenz. Braucht es eine Schulung und wenn ja hinsichtlich welcher Kompetenzen BEVOR ich einem Jugendlichen einen Laptop gebe? Oder lernen wir erst durch die konkrete Anwendung, in der direkten Auseinandersetzung mit der Technik deren Umgang. Schaut man sich die aktuelle Entwicklung an, in der technische Geräte schon gar nicht mehr mit einer Bedienungsanleitung ausgeliefert werden, Web 2.0-Dienste sich auf oft abgespeckte FAQ mit allgemeinen Aussagen oder Hinweisen beschränken, macht es den Eindruck, als ob wir in einer Zeit angekommen sind, in der es nicht mehr darum geht, Computerführerscheine auszuteilen, die nach mehrstündigen Kursen eine Befähigung bescheinigen.</p>
<p style="text-align: left;">Wenn ich sehe, wie intuitiv Schüler sich im Internet bewegen, wie eigenständig sie sich Lernplattformen erobern und wie gering ihre Hemmschwelle ist, sich auf diese virtuellen Räume einzulassen (siehe meinen <a href="http://www.blog.initiatived21.de/?p=724" target="_blank">Blogbeitrag</a> dazu), wäre es wohl kontraproduktiv, zuerst eine theoretische Schulung vorzuschalten, in der mit dem erhobenen Zeigefinger auf gefahren und Risiken verwiesen wird. Dass dies nicht ausbleiben sollte, ist klar &#8211; aber ich denke, dies gehört integriert und eingebettet in realistische und nachvollziehbare Situationen, die sich doch am Besten aus der eigenen Arbeit im und mit dem Internet ergeben.</p>
<p style="text-align: left;">Der andere Punkt ist die Frage der technischen und damit finanziellen Ausstattung. Ich stehe derartigen Plänen skeptisch gegenüber, dass der Staat, einzelne Länder oder Kommunen in die Pflicht genommen werden, die Schüler mit der notwendigen Hardware auszustatten. Die preislichen Segmente sind inzwischen in Bereichen angekommen, in denen ich für unter 200-300 Euro ein NetBook bekomme, was bei einer 2jährigen Lebensdauer einem monatlichen Betrag von ca. 12 Euro entspricht. Hinzu kommt die Erfahrung, die jeder kennt, was die Sorgsamkeit und das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit eigenen im Gegensatz zu fremden Geräten angeht. Hinzu kommen ja die Einsparpotentiale bei Heften, Ordnern und Stiften, die zumindest die hin und wieder in der Diskussion angeführten Kosten für das Aufladen der Laptops einigermaßen aufwiegen dürften. Soll man also eine enorme bürokratische Infrastruktur mit all ihren Folgerscheinungen wie Wartung, Gerätetausch und Ersatz bei Verlust/Diebstahl in Gang setzen und womöglich die einzelne Schule damit belasten?</p>
<p style="text-align: left;">Ich bin der Ansicht, dass wir finanzielle schwache Familien über die etablierten Sozialsysteme (heißen sie nun Hartz IV oder Kindergeld) unterstützen können und sollten, dem großen Teil der Familien aber durchaus zumuten können, mit einer solchen Anschaffung in die Ausbildung der Schüler zu investieren. Die Aufgabe der Schule wäre dann die Bereitstellung einer Infrastruktur in Form von ausreichend Ladestellen in den Klassenräumen, der Sicherstellung eines stabilen Netzes und die Unterstützung der Lehrer beim Einsatz neuer Technologien. Doch dieser Sektor &#8211; womöglich mit einem Volks-Laptop &#8211; ist in meinen Augen für eine staatliche Regelung wenig geeignet. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die ein-/erstmalige Anschaffung durchaus für finanzielles Stirnrunzeln sorgt. Doch es geht hier zum Einen nicht um eine rein schulische Anschaffung, wenn die Geräte ja problemlos auch privat genutzt werden können, und zum Anderen um eine Investition in Bildung, bei der manche Argumente die Ernsthaftigkeit der von Kanzlerin Merkel ausgerufenen &#8220;Bildungsrepublik&#8221; in Frage stellen.</p>
<p style="text-align: left;">Brauchen wir also tatsächlich einen digitalen Marshallplan? Oder reichen private Anreize mit sanften Druck seitens der Schulen, die eigenverantwortlich das Tempo und den jeweiligen Umfang des Wegs zu einer digitaleren (bewusst nicht &#8220;digitale&#8221;) Schule bestimmen (können)? Ich bin auf Ihre/Eure Meinungen zum Thema diesmal ganz besonders gespannt.</p>
<p style="text-align: left;">Dieses Post wurde erstellt von <a href="http://www.scheppler-online.de" target="_blank">René Scheppler</a>.</p>
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