Wer sitzt wo? – Sitzordnung digital

Kommentieren 24. October 2010

Ich weiß, dass dies ein Thema ist, das Lehrerkollegien gerne in diverse “Fraktionen” zu spalten vermag: Sitzordnungen und der Umgang mit ihnen. Von “selber wählen lasse” über “Wechsel alle paar Monate” bis hin zu “Das entscheide ich, basta!” ist mir schon alles in den verschiedensten Varianten begegnet. Von daher ist dies auch auch Beitrag, den ich schon lange vor mir herschiebe und mich nun entschieden habe, meine aktuelle “Lösung” (die sicher noch nicht mein letzter Versuch gewesen sein wird zu diesem Thema) einfach mal vorzustellen.

Ein zweiter Grund, warum ich etwas gezögert habe, zu posten, ist der Umstand, dass das Tool, welches ich nutze, zwar kostenlos testbar ist, dann aber doch ein paar Dollar kostet.

In meiner 6. Klasse haben die Schüler derzeit die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis Wunschkarten auszufüllen, auf denen sie mir signalisieren, neben wem sie gerne sitzen möchten. Wir wechseln derzeit alle 2-3 Wochen (etwas abhängig, ob Ferien vor der Tür stehen oder andere Schulereignisse, die den regulären Wochenverlauf etwas durcheinander bringen. Auch wenn wir in einer Woche besonders viel frei und offen gearbeitet haben, bleibt die Sitzordnung schon mal länger bestehen. Die Wünsche von den Karten der Schüler übertrage ich dann in den Rechner.

Hierzu nutze ich derzeit Termites, welches inzwischen in der Version 2.2 vorliegt und plattformunabhängig arbeitet (also sowohl Windows als auch Mac). Ich habe die Möglichkeit, sowohl die “Beziehungen” – also Wünsche – der Schüler untereinander zu gewichten, bestimmte Schüler bevorzugt nach vorne oder hinten zu setzen, sie entsprechend ihrer Leistungung oder anderer Fähigkeiten zu gruppieren als auch bestimmte Schüler fix auf bestimmte Plätze zu setzen. Das klingt kompliziert, ist aber im Programm ein meist einmaliger oder rasch geänderter Vorgang. Die letzte Anordnung übernimmt dann das Programm auf Knopfdruck.

Ich habe mit dem Tool recht gute Erfahrungen gemacht, da es schnell, flexibel und von den Schülern akzeptiert ist. Bezüglich letzterem sehen diese, dass sie ihre Wünsche einbringen, dass einige von mir gesetzte Kriterien existieren und der Rest dann ein “faires”, “neutrales” Verfahren ist. Natürlich besteht nach jedem Sitzordnungswechsel die Möglichkeit, Einzelfälle zu klären und spontane Änderungen vorzunehmen, was aber zunehmend seltener notwendig ist. Und wie gesagt… ich bin auf diesem Feld auch noch fleißig am überlegen und experimentieren, da man im Referendariat ja eher selten in die Lage kam, Sitzordnungen festlegen zu müssen. Der Klassenlehrerjob bringt es aber mit sich, so dass ich mich über andere Lösungen und Erfahrungen sehr freuen würde. Ebenso, wenn jemand seine Meinung zum vorgestellten Tool kommentierend äußert.

© René Scheppler, 2010

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