Internetkommunikation von Jugendlichen – eine Doku

Kommentieren 14. June 2010

Heute habe ich mein bestelltes Exemplar der Dokumentation über die Internetnutzung von Jugendlichen aus dem Medienprojekt Wuppertal erhalten – “Internetkommunikation” ist der Titel. Einen kleinen Ausschnitt als Appetizer hier:

Die DVD wird leider nicht kostenfrei versendet, ist aber nicht besonders teuer.

Aus dem Abstract:

Das Thema des Dokumentarfilms ist das Kommunikationsverhalten von Jugendlichen im Internet. Im Zentrum stehen die unterschiedlichen Erfahrungen der Internetnutzung, die Möglichkeiten und die Gefahren von Chats oder Sozialen Netzwerken (wie Schüler-VZ, Facebook, Knuddels o.ä.).

Inhaltlich geht es in dem Film um die folgenden Aspekte:

  • Wie und warum kommunizieren Jugendliche im Internet? Welche Plattformen nutzen sie wofür? Welche Profile erstellen sie? Welche privaten Inhalte stellen sie online?
  • Wie funktioniert die Kommunikation im Netz, wie verändert sich Sprache durch den Gebrauch von Abkürzungen und Emoticons beim chatten?
  • Welche Auswirkungen hat die Kommunikation für ihre Freundes- und Liebesbeziehungen?
  • Wie steht die Kommunikation via Internet im Zusammenhang mit direkter Kommunikation?
  • Wie sehen die Jugendlichen die Veröffentlichung von Privatem in (beschränkten) Öffentlichkeiten im Internet.

Der Film beschreibt die verschiedenen Arten der Internetnutzung von Jugendlichen aus ihrer eigenen Sicht und ist so hervorragendes Bildungs- und Aufklärungsmittel für Jugendliche, Pädagogen und Eltern. (45 Min.)

Was mir besonders gefällt, ist die Aufbereitung des Materials in der Form, dass wirklich die Schüler und Jugendlichen zu Wort kommen. In den Hauptfilmen stehen sie im Fokus und berichten von ihren Erfahrungen. In den Experteninterviews sind es ebenfalls Jugendliche, die diese führen.

Während die Statements in den Hauptfilmen sicher schöne Ansatzpunkte und fremde Beispiele liefern, greifen die Experten aktuelle Diskussionspunkte zum Thema auf. Gerade wenn man das Phänomen Online-Communities, Chat und ähnliches im Unterricht thematisieren will, steht man als Lehrer nicht selten vor einer Hürde, die es zu nehmen gilt. Diese besteht in meinen Augen in dem Eindringen in einen von den Schülern als “privat” konnotierten Raum. Hier über Dritte und fremde Beispiele einzusteigen, mag sicher als Türöffner und Gesprächsanlass dienen.

Und auch die Experteninterviews bringen viele spannende Aspekte auf wie das Neudenken von Demokratie, neue Kommunikationsformen/-regeln, Cybermobbing, Medienkompetenz usw., die für die Lehrer und Schüler ab Klasse 10 tolle, eher theoretische (teilweise auch sicher bewusst provokative) Gesprächsanlässe liefert. Leider kann ich hier nicht näher darauf eingehen, da ich mit Teilveröffentlichungen hier wohl die Rechte der Filminhaber verletzten würde.

Ich finde die Dokumentation aber empfehlenswert und für diejenigen, die nach Möglichkeiten suchen, das Thema in ihrem Unterricht anzusprechen für eine der wenigen, gelungenen, deutschsprachigen Filmquellen. Zudem ist das Ganze sehr aktuell – selbst Twitter wird im Experteninterview analysiert.

© René Scheppler, 2010

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