Digitale Pinnwand – die Vierte

Kommentieren 19. May 2010

Vor Kurzm hatten wir an der Schule einen Pädagogischen Tag. In einem Workshop haben wir gebrainstormed:

Jeder nimmt sich einen Zettel – es gab verschiedene Farben mit verschiedenen Bedeutungen – und notiert eine Idee. Die Zettel landen in der Stuhlkreismitte auf dem Boden. Dann wird versucht – auf den Knien rutschend – eine Struktur in den Zettelwust zu bringen. Die Struktur landet auf einer Flipchart (denn das Ganze soll später im Plenum auch den anderen Workshopgruppen präsentiert werden können). Abschließend bekommt jeder einige Klebepunkte und klebt diese an die Flipchart, um zu signalisieren, welche Idee für ihn von Bedeutung ist und zu sehen, wo sich evtl. Interesse bündelt.

Das wird wohl jeder Lehrer kennen – womöglich auch schon mit den Schülern so gemacht haben. Ich finde das grundsätzliche Vorgehen prima – ein guter Prozess zum Sammeln und Filtern von Ideen. Aber – die Leser der Lernwolke kennen diese Frage inzwischen: Geht das nicht auch digital? (Und diesmal stelle ich diese Frage erneut mit dem speziellen Fokus, hoffentlich bald mein SmartBoard in der Klasse nutzen zu können).

Und tatsächlich: Edistorm heißt die digitale Pinnwand, die exakt das oben beschriebene Szenario digital umsetzt. Ich hatte ja bereits mehrfach über digitale Pinnwände berichtet und deren Einsatz in der Schule ist wirklich sinnvoll – sowohl mit Schülern aber auch unter Kollegen. Edistorm bringt viele Funktionen der anderen Tools, erweitert diese aber um einige für mich sehr spannende und nützliche Features:

  • Kollaboration ist in Echtzeit möglich (z.B. können Schüler im Computerraum arbeiten in Gruppen oder mit dem Laptop im Schulflur und kommen dann zurück in die Klasse, wo auf dem SmartBoard sofort alles vorhanden ist).
  • Gruppierung von Notizzetteln (z.B. kann die gemeinsame Auswertung im Klassenraum dann Verbindungen herstellen, die Zettel gruppieren und farbig hervorheben – am SmartBoard aber auch via Laptop und Beamer gut machbar).
  • Voting (Jeder Nutzer hat 10 digitale Klebepunkte – wobei man ja begrenzen kann, indem man sagt, jeder nutzt nur eine bestimmte Anzahl – und kann so wie oben beschrieben Schwerpunkte oder Zustimmungen markieren.)
  • Kommentarfunktion zu den einzelnen Posts
  • Exportfunktion in verschiedene Formate (darunter auch PDF zum Ausdrucken)

Aber schaut selber:

Das einzige “Manko” ist die einzig englischsprachige Version des Tools. Allerdings ist das Anlegen, Gruppieren und Voten so intuitiv und einfach, dass dies kaum ein ernsthafter Hinderungsgrund für den Unterrichtseinsatz sein sollte.

Mein erster Einsatz – auch ohne SmartBoard – verlief sehr stabil. Eine schnelle, saubere und vor allem viel nachhaltigere Lösung als die Papiervariante, da sich so eine Pinnwand ins Moodle eingebettet viel länger verfügbar halten lässt als diese sperrigen Flipchartbögen an den Klassenraumwänden. Und wer es mal ausprobieren will, ist auf meiner Test-Pinnwand für die Lernwolke herzlich willkommen.

© René Scheppler, 2010

Share