Computerspiele im Unterricht – Lehrer ins Kino

Kommentieren 13. May 2010

Spätestens seit Computerspiele ihren festen Platz im Alltag von Kindern und Jugendlichen haben, sind sie zwangsläufig auch Thema und Gegenstand der pädagogischen Praxis. Computerspiele bieten der Pädagogik die Chance, direkt an der Lebenswelt junger Menschen anzuknüpfen. (…)

Voraussetzung jeder pädagogischen Nutzung von Computerspielen ist, dass sich Fachkräfte aktiv mit der Thematik auseinandersetzen. Eine Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen ist sinnvoll, denn oftmals sind sie die wahren Spieleexperten. Glaubwürdig sind Pädagoginnen und Pädagogen, die nachfragen, Interesse zeigen und nicht aus der Ferne urteilen. Der Einsatz und die Thematisierung von Spielen sollten dabei aber kein Selbstzweck sein. Was soll erreicht werden und welche Rolle nehmen dabei die Spiele ein? Hier kommt es auf die eigenen Erfahrungen an. Um Potenziale oder Risiken abschätzen zu können, müssen sich pädagogische Fachkräfte informieren und relevante Spiele selbst und unvoreingenommen testen.

Wenn ich solche Sätze lese, habe ich stets das Gefühl, gleich irgendwo über ein “aber” zu stolpern. Diesmal aber nicht – auf der Seite www.spielbar.de, von der obiges Zitat stammt. Dort finden sich auch weitere Tipps, Forschungsergebnisse und Anregungen rund um Computerspiele sowie die Möglichkeiten, diese in Unterricht und Jugendarbeit zu integrieren.

Gefunden habe ich diese Seite aber erst über Bildungscent, welche ihre aktuelle (und in den vorherigen Fassungen von mir stets geschätzten) Bildungsmatinee zum Computerspiel und dessen Verfilmung “Prince of Persia” veranstalten. In ganz Deutschland sind wieder Lehrer in Kinos der Cinestar-Kette eingeladen, sich den Film anzuschauen, sich zu informieren und ins Gespräch zu kommen.Und gewiss nicht nur, weil es kostenlos ist, möchte ich dies hier meinen Lesern empfehlen.

Ich selber bin keineswegs der große Zocker – eher im Gegenteil. Dem obigen Zitat kann ich aber dennoch sehr gut zustimmen und sehe dies auch stets bei meinen Schülern. Oft sind es Jungen, die sich mit Feuereifer in diese Spielwelten vertiefen können. Als diese Woche einer meiner Schüler einen seiner “Freien Texte” im Deutschunterricht in Anlehnung an sein Computerspiel verfasst hat, kam aber auch von Mädchen das Feedback, ähnliches von ihren Handyspielen zu kennen. Ich glaube, diesen grauen Bereich neuer Medien sollte ich daher auch für mich selber etwas aufhellen.

Vielleicht ist ja die BildungsMatinee dazu ein guter Ausgangspunkt.

© René Scheppler, 2010

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