Abschlussbücher – online & kollaborativ

Kommentieren 08. May 2010

Die letzten Tage waren vollgepackt – kaum Zeit zum Bloggen. Aber dafür ist auch einiges geschafft. Unter anderem die Abschlussprüfungen der 10er, die nun bald unsere Schule verlassen werden. Doch vorher stellt sich mir als Deutschlehrer die Frage, wie wir die letzten Tage und Wochen gestalten. Mir gehen diverse Ideen durch den Kopf, die sich rund um die Themen Rückblick, Reflexion und Abschied über und von der Schulzeit drehen nach 6 Jahren gemeinsamen lerrnen, leben, leiden, feiern und lachen. Ich kann an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen, da die “Gefahr” groß ist, dass zu beschenkene oder bedenkene Kollegen mitlesen, und ich erst noch mit den Schülern meine Ideen besprechen möchte.

Bei der Recherche bin ich aber auf ein Tool gestoßen, welches vielleicht auch Anderen eine Hilfe sein kann, die nach einem netten Abschlussprodukt suchen:

Das Erstellen von Fotobüchern ist ja inzwischen keine neuheit mehr. Immer mehr Anbieter erlauben es, Fotos hochzuladen, diese zu arrangieren und das Ergebnis zu drucken. Doch dies reicht mir nicht für die Arbeit mit einer Schulklasse. Ich brauche mehr, um dem ganzen nicht nur einen Klicky-Bunty-Effekt zu geben, sondern zumindest einen didaktischen Mehrwert damit verknüpfen zu können:

  • Es muss neben Bildern auch möglich sein, Textseiten zu erstellen.
  • Es muss möglich sein, auch online zu publizieren, um Druckkosten nicht explodieren zu lassen, wenn jeder das Produkt erhalten möchte.
  • Es muss kollaborativ sein – d.h. es müssen mehrere Schüler daran arbeiten können (zeitgleich wäre schön).

Eine recht gelungene Lösung habe ich in MixBook (Education-Version) gefunden:

Die Bearbeitung ist intuitiv und trotz englischer Sprache sicher schnell verständlich. In meinem Fall des Abschlussjahrgangs ist das sicher machbar.

Um gemeinsam an dem Buch zu arbeiten, sollte jeder Schüler oder Gruppe eine Seite (oder mehrere) zur Gestaltung zugewiesen bekommen. Denn es ist möglich, an verschiedenen Rechnern an dem Buch zu arbeiten und Änderungen vorzunehmen. Diese werden aber nicht live den anderen Mitgestaltern angezeigt, so dass die Gefahr besteht, dass Veränderungen überschrieben werden.

Die Preise für den Druck sind in meinen Augen in Ordnung und durchaus im gängigen Niveau (man wird immer günstigere und qualitativ bessere Anbieter finden). Achtung gilt es allerdings bei den Versandkosten aus den USA heraus walten zu lassen, welche durchaus an den Preis des eigentlichen Buches heranreichen. Allerdings ist es auch sehr schnell und einfach möglich, das Ergebnis zu publizieren und online auf einer Webseite einzubinden (oder in einem Moodle). Solange man online arbeitet, ist MixBook kostenfrei.

Auch wenn es machbar ist, den Zugang und die Sichtbarkeit mit mehreren Stufen einzustellen, sollte man vor allem bei den hochgeladenen Bildern der Schüler aufpassen. Gerade bei Abschlussbüchern ist dies sicher ein gewisser Reiz – man kennt das ja aus diversen Diskussionen über Facebook, SchuelerVZ & Co bzgl. des dortigen Umgangs mit Fotos.

Wie eingangs angesprochen kann ich hier  icht im Detail auf meine aktuellen Ideen zur Nutzung eingehen. Aber dass jeder Schüler eine Seite bekommt, jeder Lehrer, besondere Ereignisse aus der Schulzeit auf einer Doppelseite festgehalten werden usw. ist sicher ziemlich naheliegend. Aber auch nicht nur zum Schulabschluss sondern für Projekte kann dies eine gute Möglichkeit sein, den Entstehungsprozess, einzelne Schülerergebnisse und anderes in einer Art Portfolio zu sammeln. Besonders für kollegen, die nicht gleich ein ganzes Blogsystem oder eine Portfoliosoftware installieren wollen, könnte MixBook eine einfache und schnelle Gelegenheit bieten.

Ich bin insgesamt recht angetan und denke, dass es einen Blick Wert ist. Und evtl. stelle ich meine Ideen zum “Bürsten gegen den Strich” in ein paar Wochen hier als Update vor. Und wer direkt sicher ist, dass eine gedruckte Buchversion nicht notwendig ist sondern eine online-Variante reicht, sollte einen Blick auf Miki werfen.

© René Scheppler, 2010

Update: Es scheint Probleme mit deutschen Umlauten im Editor des Tools zu geben.

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