Alltagstipp: Mediathek offline

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind in der deutschen Fernsehlandschaft wohl die einzigen, die in ihrem Programm Sendungen zeigen, die durchaus auch unterrichtstauglich sind. Nur leider sitzt man als Lehrer ja nicht immer vor dem Fernseher oder hat einen programmierbaren Festplattenrekorder zur Hand. Für die mac-Nutzer möchte ich an dieser Stelle empfehlen, einen Blick auf eyeTV zu werfen – zwar nicht kostenlos, aber mir hat es schon so manche Aufnahme beschert, die ich sonst verpasst hätte.
Aber zum Glück bieten die meisten Sender inzwischen eine Mediathek, in der man die meisten Sendungen wiederfinden kann. Aber für die Klassenraumsituation entstehen da einige Hürden:
- keine Internetverbindung
- evtl. Unterbrechungen im Stream (Aussetzer)
- man muss wohl oder übel den ganze Film zeigen
Besonders letzteres mag ich weniger und mache ich nur bei sehr gelungenen Produktionen. Ansonsten baue ich lieber Sequenzen/Ausschnitte in den Unterricht ein. Dies hat sich auch hinsichtlich der Konzentrationsfähigkeit als effektiver erwiesen als ganze “Filmstunden” – selbst, wenn diese mit Fragebögen, Arbeitsblättern oder ähnlichem begleitet werden.
Und ich weiß, dass ich mit diesem Beitrag wahrscheinlich wieder ähnliche Fragen auslösen werde wie bei “Alltagstipp: Youtube offline“. Aber ich möchte doch zumindest kurz auf ein Projekt hinweisen, welches es erlaubt, per Knopfdruck die Mediatheken von ARD, ZDF, Arte, 3Sat, MDR, NDR, ORF und SF zu durchsuchen, Filme anzusehen und herunterzuladen. Das Programm läuft sowohl auf Windows, Linux und Mac OS. Zusätzlich erlaubt es das Anlegen von Podcasts, die automatisch die neuesten Sendungen verfügbar machen.
Ich möchte betonen, dass ich mir über die rechtlichen Auswirkungen der nutzungen selber nicht voll im Klaren bin und da nun ein paar Recherchen anstellen muss. Die Nutzung des Programms erfolgt daher ausdrücklich “auf eigene Gefahr”.
© René Scheppler, 2010
Ich kann sehr das VDR-Projekt empfehlen, welches jedoch einen laufenden Linuxserver samt DVB-S oder DVB-C-Karte voraussetzt. Die benötigte Qualität lässt sich später selbst bestimmen, die Aufnahme selbst ist absolut legal – was die Aufführung im Klassenraum angeht, nunja, das ist schwieriger. Noch besser wird es, wenn mehrere KuK den VDR nutzen und ggf. Filme schneiden/umkodieren.
Da bei mir zu Hause der Linuxserver eh alles Mögliche tut – vor allem Streaming hier im Hausnetz, ist das kein großer Mehraufwand für mich… Man muss natürlich ein wenig Kommandozeile können.
Um auf der rechtlich sicheren Seite zu sein, dürfen nur Inhalte gezeigt werden, die für das Schulfernsehen vorgesehen sind. Näheres dazu hier: http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=2909
Das ist eine der Sache, die ich ziemlich verwunderlich finde: Wir finanzieren durch Gebühren einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die entstehenden Produkte dürfen rechtlich dann nicht einmal der Öffentlichkeit zu Gute kommen. Bei Spielfilmen, die lizenziert eingekauft werden – ok. Bei Reportagen und Produktionen mit eigenem Personal – nunja. Die BBC ist da schon weiter.
Ich bin ja ein Fan des kostenlosen http://www.onlinetvrecorder.com/ für alle Sender im deutschsprachigen Raum + ein paar amerikanische Channels: Programmieren, Aufnehmen, mit einer kleinen Spende ganz nach Belieben die Warteliste überspringen, Runterladen (Formate: AVI,HQ, HDTV, MP4), Dekodieren, Nachbearbeiten oder in Ausschnitten zeigen. Sehr schick.
Für die mac-User geht es noch einfacher und natürlich auch “schöner”: http://appdrive.net/mediathek/
Eine tolle App mit der gleichen Grundfunktion.
Zum letzten Kommentar: René, man darf auch durchaus aufeinander verweisen. Netzwerke bauen darauf auf…
Schade, dass das bei Dir immer wieder zu sehen ist. (via twitter…)
Also ich nehme gern VideoCacheView von der Firma NirSoft (Freeware).
http://www.chip.de/downloads/VideoCacheView_33276022.html
Alle Filme, die ich mir ansehe (auch aus den Mediatheken der TV-Sender) werden ja auf meiner Festplatte zwischegespeichert. Mit der o.g. Software kann ich diese “Zwischen-Exemplare” gut aufspüren und dann eben permanent abspeichern.
Schon blöd – gute Angebote in den Mediatheken, aber kaum legale Downloadmöglichkeiten. Die ZDF-Mediathek zB schließt Download ausdrücklich und fast komplett aus (vgl. Hilfe, auch bei der ARD-Mediathek finden sich vergleichbare Nutzungsbestimmungen. Rühmliche (obschon eigentlich selbstverständliche…)Ausnahme ist die Deutsche Welle, die lassen für etliche Materialien den Download zumindest als mp4 zu.
BBC: Ja und nein. Die Terms & Conditions sind für die meisten Gebiete schon ähnlich strikt formuliert wie hier, das sehr interessante Creative Archive Projekt hat 2006 nach einer Testphase “dichtgemacht”, auch Angebote wie die bbcmotiongallery sind nicht vollständig frei. Andererseits gibt es im angelsächsischen Urheberrecht die Konstruktion des “fair use”, die im Bildungsbereich mehr Freiheiten lässt als das extrem restriktive deutsche.
Rechtlich sicherer – und ob ihrer Offenheit faszinierend – sind Angebote wie teachertube.
BTW: Selbst Youtube lässt in den Nutzungsbedingungen ausnahmslos Nutzung per Stream zu und verbietet Download…
Von den rechtlichen Fallstricken abgesehen gibt es natürlich technische Optionen die Menge: Browser-Plugins wie Downloadhelper, Online-Dienste wie filsh, zamzar, das Mediathek-Programm und die anderen hier erwähnten.