Elternsprechtag ohne Terminchaos?

Kommentieren 02. February 2010

Das erste Schulhalbjahr ist beendet. Und dies ist halbjährlich die zeit, in der es Elternsprechtage gibt. Ein Lehrer unterrichtet im Normalfall mehr Schüler als er Eltern an einem solchen Nachmittag Termine anbieten könnte. Natürlich entzerrt eine gute Schulorganisation dies etwas, indem wichtige Gespräche bereits aus einem solchen Nachmittag herausgezogen werden, so dass der Elternsprechtag nicht selten eher eine spontane oder auch eher informative Anlaufstelle ist. Gerade als neuer Lehrer und auch Referendar klingt das dann oft mal so: “Ich wollte Sie einfach mal kennenlernen”.

Da aber auch die Eltern wissen, dass die Termine rar gesät sind, hängen entweder an den Türen Zettel mit Tabellen, in die es sich einzutragen gilt. Oder es gibt ein vom einzelnen Kollegen zu bewältigendes Anmeldesystem im Vorfeld, bei dem feste Termine vergeben werden – evtl. mit Pufferlücken für doch noch spontane Gespräche. Ersteres führt zu einem Run auf die Listen mit anschließenden Wartezeiten für die Eltern. Letzteres hat den Vorteil, dass man als Lehrer nicht überrascht wird und sich auf die Gespräche vorbereiten kann, da man weiß, wer kommt. Aber diese Terminvergabe ist im Vorfeld nicht zu unterschätzen.

In einem früheren Beitrag habe ich bereits einmal dieses Problem und meine Suche nach einer Lösung angedeutet (Punkt 7). Seitdem warte ich darauf, dass Tungle auch auf Deutsch verfügbar wird, wobei meine Hoffnung, dass dies passiert, zunehmend schwindet. Parallel habe ich eher weniger mit Blick auf den Elternsprechtag sondern vielmehr wegen immer wieder auftauchender Elterngesprächstermine im Halbjahr nach einer Lösung gesucht, Termine online anzubieten, die dann von den Eltern gebucht werden können. Ob ich zu Kennenlerngesprächen einen Pulk von Terminen über mehrere Nachmittage anbiete oder eine wöchentliche Sprechstunde, die Tools gibt es zwar, sie sind aber meistens sehr teuer und richten sich eher an Ärzte, Friseure, Krankengymnasten & Co. Zudem ist der gedankliche Ansatz anders als bei Doodle oder Moreganize, die eher Abstimmungscharakter zwischen mehreren Teilnehmern haben.

Nun habe ich aber eine Plattform gefunden, die mir folgendes anbietet:

  • Termine einstellen (auch wiederkehrende)
  • Termine über eine eigene Webseite präsentieren
  • Termine sind buchbar
  • es gibt Embed-Codes für z.B. Einbettung in eine Lernplattform
  • kostenlos (Werbefinanzierung halte ich durch den primären Einsatz bei Erwachsenen für vertretbar)

Gefunden habe ich dafür Primoo. Die Seite stellt den gewünschten Service kostenlos zur Verfügung, ist aber bei weitem nicht so angenehm zu bedienen wie Tungle. Außerdem ist Primoo einseitig – bedeutet also, dass ich Termine Anbieten kann, Eltern aber keine vorschlagen können.

Die Nutzung ist nach kurzer Eingewöhnung doch handhabbar und erfüllt den Grundzweck. Das optische Ergebnis ist gestaltbar ebenso wie der Embed-Code und listet entweder alle Terminangebote untereinander auf oder lässt Sie wie in folgendem Beispiel von mir über einen Kalender suchen:

Wer auf einen der Termine klickt, kommt zu einem in der Auswahl der Felder ebenfalls gestaltbaren Formular:

Danach wird eine E-Mail mit Bestätigungscode und -link generiert. Sobald dieser genutzt wird, verschwindet der Termin aus der Auswahl und ich werde benachrichtigt. Eine Verknüpfung mit einem Google-Kalender wird angeboten (noch nicht getestet).

Ich habe in diesem Tool das gefunden, wonach ich gesucht habe. Wie man meiner Ausdrucksweise wohl entnehmen kann, halte ich es für ein noch nicht perfektes Konzept, aber es erfüllt seinen Zweck, ist kostenlos und auf Deutsch. Nach einer so langen Suche bin ich froh, es gefunden zu haben und werde es vermehrt einsetzen. Der Dienst scheint derzeit unter Überarbeitung zu stehen (deren Beendigung allerdings schon für den Herbst angekündigt war) und bietet aktuell keine kostenpflichtigen Dienste wie den SMS-Versand an.

In diesem Sinne… selber mal reinschauen, wenn Bedarf besteht und dem Tool ein paar Minuten zum Herumklicken gewähren. Einige Einstellungen und Features sind nämlich etwas versteckt aber auffindbar.

© René Scheppler, 2010

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