Digitale Klassenbücherei

Kommentieren 31. January 2010


Seit den Weihnachtsferien bin ich nun auf der Suche nach und an der Vorbereitung einer Lösung für das im neuen Halbjahr startende Projekt einer Klassenbücherei. Im Moment haben ich in den 5. Klassen eine Bücherkiste, in der wir beliebte Bücher sammeln, die aber in der Schule bleiben. Nun soll es erweitert werden um ein Ausleihsystem und eine systematische Katalogisierung. Da wir in den Klassen eMacs stehen haben, bietet sich natürlich an, diese zu nutzen.

Nun war ich auf der Suche nach einer Softwarelösung, die folgende Kriterien erfüllt:

  • vollständig auf Deutsch verfügbar
  • einfache, übersichtliche Oberfläche
  • Datenbankfelder anpassbar
  • Ausleih- und Erinnerungsfunktion
  • automatische, regelmäßige Backups für den Fall der Fälle (da Verwaltung durch Schüler)
  • Web-Export oder noch besser Online-Editierbarkeit (um von zu Hause Bibliothek einzusehen/zu verwalten)
  • kostenfrei oder zumindest günstig

Besonders die Kombination aus den letzten beiden Punkten führt relativ schnell dazu, dass die Auswahl eng wird. Und ich muss zugeben, inzwischen beim vorletzten Punkt insoweit die Suche noch nicht erfolgreich abgeschlossen zu haben, dass ich eine übers Web editierbare Datenbanklösung gefunden hätte.

Für den ersten Einsatz habe ich mich für Bookpedia entschieden. Diese $18 teure Software erfüllt sehr ansprechend meine ersten Kriterienpunkte. Es ist sehr einfach zu bedienen und dabei übersichtlich. Sehr schön sind die eigenen und verwaltbaren Datenbankfelder, die es erlauben, dass Schüler eigene Inhaltsangaben und Bewertungen (neben dem Sternsystem) hineinschreiben können.Sehr praktisch ist auch die integrierte Ausleihfunktion, die verwaltet, wer welches Buch daheim hat und auch per E-Mail an die Rückgabefrist erinnern kann (Rückgabemängel können ebenfalls in der Datenbank vermerkt werden und man hat eine direkte Anbindung an Online-Buchhändler für den Fall, dass ein Buch erneuert werden muss).

Die Datensicherung erfolgt folgendermaßen: Die Datenbanken (mehrere, da jede Klasse ihre eigene Bücherei aufbaut) liegen in einem eigenen Klassenaccount bei Dropbox. Der entsprechende Ordner ist mit meiner privaten Dropbox verbunden, so dass meine TimeMachine im Mac OS zu Hause immer eine aktuelle Sicherung erstellt, zu der wir im Fall der Fälle schnell zurückkehren können. Zudem wird es möglich, bei Bedarf später die einzelnen Klassenbüchereien zu einer Jahrgangsbücherei zusammenzuführen.

Zu Beginn wird die Klassenbücherei von einem Büchereidienst (2 Schüler) verwaltet und gepflegt werden. Daher reicht der verfügbare html-Export. Auf lange Sicht wäre es aber schön, wenn tatsächlich eine Möglichkeit bestünde, bei gleicher Bedienerfreundlichkeit eine webbasierte, kollaborative Lösung mit Schüler-Accounts und unterschiedlichen Verwaltungsrechten zu bekommen. Und letztlich sollte man natürlich bei den derzeitig erkennbaren Trends à la Kindle und iPad nicht den wahrscheinlich rasch wachsenden Markt der eBooks aus dem Blick verlieren.

Dies ist schließlich auch der Grund für diesen eher untypischen Beitrag hier im Blog (kostenpflichtiges Tool, stark eingeschränkt bzgl. des OS), dass ich hoffe, dass sich schon andere Leser auf den Weg gemacht haben, Schul- oder Klassenbibliotheken digital zu verwalten und von ihren Erfahrungen berichten können. Denn besonders bei solch rasch wachsenden Systemen ist es sicher sinnvoll, möglichst früh auf eine zukunftsträchtige Lösung zu setzen.

Update: Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, für diese Lösung Zoho Creator zu verwenden. Allerdings gestaltet sich hier die Datensicherung bei wachsender Bibliothek schwieriger und für 5. Klässler ist dies wohl auch noch zu komplex. Natürlich könnte ich es soweit vereinfachen, dass es intuitiver wird, es bleibt aber die Frage nach der Nutzerverwaltung, denn Zoho kann nur zwischen privat mit Einladung oder komplett offen unterscheiden (jeweils mit Editierrechten). Ähnliches gilt wohl auch für die Variante mit OpenOffice und der gemeinsamen Bearbeitung der Datei über Dropbox.

© René Scheppler, 2010

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