Dänemark legt vor – ein Bericht aus dem Ministerium
Steen Lassen erklärt in seiner Keynote auf der Auftaktveranstaltung zum D21-Projekt “Die besten Lehrkräfte” am vergangenen Montagabend wie in Dänemark Computer und Internet integraler Bestandteil im Unterricht und in Prüfungen sind.
Keynote Steen Lassen from initiatived21 on Vimeo.
Dieser Blick über die Grenze ist äußerst anregend, wenn man auch neben den für deutsche Verhältnisse ungewohnten Praxisberichten auch mal etwas auf die dahinter liegende Einstellung horcht. Ein genauerer Kommentar folgt später – oder von unseren Lesern und derzeitigen Workshopern in den Kommentaren?
Die Präsentation:
Steen Lassen, Vortrag 18.01.2010, Berlin
© René Scheppler, 2010
Scheinen mir sehr vernünftig die Ansätze der Dänen.
Was mir gut gefällt. Sie nutzen ICT wirklich in den Prüfungen, was in Deutschland noch eher nicht der Fall ist. Dadurch schaffen sie bei den Lehrern den Anreiz, ICT auch im Unterricht zu verwenden. Wenn ich daran denke, dass man in NRW für die zentralen Prüfungen nach Klasse 10 zwar Tabellenkalkulation voraussetzt, dann aber nur auf Papier abfragt, dann sind wir da noch weit von entfernt. Gut finde ich auch, dass man Kompetenzen abprüft und kein Faktenwissen. Man weiß außerdem, mit dem Thema Mogeln und Internet umzugehen und stellt sich dem Problem, anstatt die Schotten dicht zu machen.
Auch scheint die Bereitschaft der Lehrer, das Thema ICT und Unterricht anzugehen, durchweg größer als hierzulande.
Fazit: da können wir hier in Deutschland eine Menge von lernen.
Das sehe ich sehr ähnlich. Vor allem der Punkt der Prüfungsrelevanz oder -verfügbarkeit als Anreiz für den Unterricht scheint mir elementar. Das setzt aber natürlich andere Prüfungsformen und -aufgaben voraus, in denen sich eine solche Nutzung auch sinnvoll einbinden lässt bzw. erst attraktiv werden lässt.
Aber im zweiten Gedanken stelle ich mir dann natürlich die Frage: Prüfung oder Portfolio? Der Gedankengank von der Prüfung zum Unterricht – teaching for the test (?) – ist doch eigentlich verkehrt herum.
Dann doch lieber kompetenzorientiert mit begleitenden Lernentwicklungsbeobachtungen. ich muss zugeben, dieser Zusammenhang ICT – Unterricht – Prüfung ist mir noch nicht ganz klar aus der dänischen Beschreibung. Das wäre mal spannend zu sehen.
Gibt es die Folien zum Anschauen oder runterladen?
Noch nicht. Sobald etwas verfügbar ist, wird es im Blog nachgereicht.
Die Folien haben wir auf unserer Seite mit dem Video eingebunden: http://www.initiatived21.de/aktuelles/news/steen-lassen
Der Portfoliogedanke ist gut, setzt sich in Deutschland aber nur schwer durch. Schulen mit offeneren Unterrichtsformen nutzen Portfolios öfter als andere, auch um letztlich zu Noten am Schuljahresende oder Ende der Schulzeit zu kommen. Sonst ist der Portfoliogedanke nur verbreitet in den Bereichen Sprache und Berufswahlvorbereitung.
Zum Thema E-Portfolio gibt es sehr gute Ansätze und auch Materialien bei unseren Kollegen in Österrich. Wer sich näher mit Mahara als E-Portfolio Plattform, Mahoodle und anderen Möglichkeiten für den Unterricht beschäftigen möchte, werde ich eine Aufstellung von Links und LITERATURHINWEISEN gerne zur Verfügung stellen.
Ich selbt erarbeite in der nächsten Zeit einen Kurs E-Portfolio auf der Grundlage vieler Quellen für die Lehrerfortbildung als Moodlekurs. Falls sich jemand mit beteiligen will oder ähnliche Projekt in Arbeit hat, gerne.
Henri Bilio