OpenOffice für Kinder

Kommentieren 16. January 2010

Textverarbeitung und Tabellenkalkulation wird derzeit entweder mit dem Microsoft Office oder der OpenSource-Alternative OpenOffice erledigt. Im PC-Training, bei dem 9.-Klässler den 5.-Klässlern den Umgang und die Nutzung des Computers zeigen, kam diese Woche auch die Diskussion auf, was wir wirklich brauchen, wie viel Funktionen genutzt werden und wie man “den Kleinen” das richtig erklärt. Und dabei wird dann schnell deutlich, dass es – in dieser Woche haben wir mit Tabellenerstellung angefangen – nicht um das Tool selber geht, sondern darum, dass einem das Tool hilft, etwas zu lösen oder zu erreichen. Und im Überangebot der Funktionen, die ein Schüler im Gegensatz zu einem Manager, Forscher oder Entwickler gar nicht braucht, droht das Herumgeklicke und -gesuche schnell das eigentl. Problem zu überlagern.

Da mich dies nicht in Ruhe gelassen hat, habe ich mich auf die Suche gemacht, nach etwas, was folgende Kriterien erfüllt:

  • komplett auf Deutsch
  • ermöglichen von Erstellung von Textdokumenten, Tabellen und Präsentationen (Bildbearbeitung wäre schön)
  • erweiterbar und anpassbar (um den Lernfortschritt zu begleiten und nicht als “Kinderprogramm” abgelehnt zu werden)
  • plattformunabhängig
  • preisgünstig (für Schulen erschwinglich und auch fürs Elternhaus – Idealfall: kostenlos, was ich aber nicht wirklich erwartet habe)

Die Suche war relativ schnell beendet, denn ich bin auf OOo4Kids (OpenOffice for Kids) gestoßen:

EducOOo präsentiert OOo4Kids! from Jean-Marie LAFON on Vimeo.

Dies ist eine vereinfachte und reduzierte Version des OpenOffice-Originals. Es ist aber auch ansprechender und übersichtlicher gestaltet, was den Einstieg erkennbar niedrigschwelliger werden lässt. Dennoch ist es möglich, zu erweitern und z.B. Schaltflächen zu erweitern, um mit zunehmenden Lernfortschritt und Nutzungsintensität auch den Funktionsumfang wachsen zu lassen.

Im Paket, welches kostenlos in diversen Sprachen verfügbar ist und auf allen gängigen Betriebssystem installiert werden kann, sind die bekannten Unterprogramme wie Texterstellung, Präsentationserstellung, Tabellenkalkulation und ein Zeichenprogramm enthalten. Und wie man es von OpenOffice gewöhnt ist, ist es natürlich kompatibel zu den meisten anderen Anwendungsformaten (sowohl Im- als auch Export). Zwar ist es möglich, auch ein reguläres OpenOffice-Paket so zu “kastrieren”, dass der Funktionsumfang minimiert wird. Mit OOo4Kids erhält man jedoch ein einfach installierbares und bereits auch optisch in der Buttongestaltung und Anordnung durchdachtes Konzept, das einfach funktioniert.

Der deutlichste Vorteil ist dann aber sicher derjenige, dass im Gegensatz zu anderen Kinderschreibprogrammen hier kein Erlernen eines eigenen Tools nötig ist, sonder der Übergang zum OpenOffice – ich denke spätestens ab Klasse 7 – keine Probleme bereiten wird. Somit scheint es mir ein guter Kompromiss zwischen “Kinderprogramm” und Standardanwendung, der besonders für die Grundschule und bis Klasse 6 interessant sein dürfte.

© René Scheppler, 2010

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