Web 2.0-Lehrer

Kommentieren 20. September 2009

Einen interessanten Artkel, der ein wenig den Status Quo in Sachen Web 2.0 an Schulen reflektiert, findet man in der Stuttgarter Zeitung:

Interviewt wurde auch die Bloggerin Sieglinde Jakob-Kühn (http://www.school-networking.de/ und http://www.school-networking.de/ram/. Einige Passagen als Zitat, die gut zeigen, wo wir stehen und wie Lehrer wahrgenommen werden:

  • Die Kids von heute simsen, chatten, bloggen und twittern, was das Zeug hält. Sie bewegen sich in SchülerVZ, Facebook, Flickr, You Tube und Spickmich. Die Lehrer schauen sich das Geschehen meist nur aus der Ferne an und wissen nicht, was hinter den Kulissen passiert.
  • Wer sich als Pädagoge nicht aus eigenem Antrieb mit dem Web 2.0 befasst, bleibt hinter dem Wissen seiner Schüler zurück. “Die Lehrer sind zum großen Teil überfordert, weil sie nur noch die Rücklichter des Zugs sehen”, findet die Berufsschullehrerin Sieglinde Jakob-Kühn
  • Ob sich Lehrer in Online-Communities austauschen, Forenbeiträge schreiben, bloggen und twittern, hängt mehr von der Persönlichkeit ab als vom Schulfach oder Alter.
  • Dass Lehrer technikfeindlich und veränderungsresistent sind, ist zwar ein Beamtenklischee, aber offenbar trifft es immer noch zu: “Die Arbeit mit den neuen Medien im Unterricht ist eine vergleichsweise junge Anforderung an die Lehrer. Sie entspricht nicht der Ausbildung und schlägt sich nicht in Prüfungen nieder”, erklärt Werner Müller
  • Wie intensiv Lernplattformen und andere Medien eingesetzt werden, hängt stark von der Unterstützung der jeweiligen Schulleitung ab: “Es gibt zahlreiche Initiativen seitens der Länder, aber die Umsetzung des Medienentwicklungsplans wird von vielen Schulen oft nicht eingefordert”, bedauert Jakob-Kühn. Stattdessen herrsche noch das alte Einzelkämpfertum: “Wer bereit ist, sich für neue Medien und Lernformen zu engagieren, braucht vor allem die entsprechenden Netzwerke.”
  • “Die Lehrer haben große Angst davor, von der Klasse ausgelacht zu werden”, so Metz. Die Folge: Sie schnippeln ihre Arbeitsblätter auch weiterhin aus Papier zusammen.
  • Dabei liege das Problem ganz woanders: “Den Schülern fehlen die Medienerziehung und das Verantwortungsgefühl.”

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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