Schule 2.0 – vernetzen statt isolieren

Kommentieren 29. July 2009

Wer über den Einsatz neuer Medien in Schule und Unterricht nachdenkt, ist meistens nicht weit davon entfernt, Schule vollkommen neu zu denken. Das liegt daran, dass die neuen Medien sich weniger gezielt auf den Unterricht als solchen erstrecken, sondern vielmehr eine Veränderung grundlegender Kommunikationsverhalten mitbringen. Bezüglich von Schule kommt man schnell zu Vorstellungen wie “die Mauern der Schule/Klassenräume zu durchbrechen”, “schulübergreifende Austauschmöglichkeiten”, “lebenslanges Lernen”, “selbstgesteuertes Lernen” usw., was besonders durch die Integration neuer Kommunikationstools erleichtert wird.

Schule kann und wird dabei kein in sich abgeschlossener Raum mehr bleiben können, in dem selbst der Kollege im Lehrerzimmer nicht weiß, was die Schüler im anderen Fach treiben. Wo Eltern oft nur einmal im Jahr erfahren, wie es ihren Kindern in der Schule aus Lehrersicht ergeht. Wo schulische Produkte (und damit verbundene Erfolgserlebnisse) mit dem Ende des Schuljahres oder spätestens mit dem Schulwechsel hinfällig werden. Oder wo es nur mit großem Aufwand möglich ist, schulische Lernerfolge und -fortschritte aus der Schullaufbahn ins Ausbildungs- und Berufsleben zu überführen. Es geht demnach vorrangig darum, Lernen und die daran beteiligten, profitierenden und inspirierenden Personen zu verknüpfen, anstatt sie räumlich und zeitlich voneinander zu separieren:

Student success in today’s rapidly changing global economy requires the collaboration of school, home and community. Technology can provide a powerful platform for the educational needs of the 21st century. There is no one formula for creating these next generation schools. Creating the learning ecosystem of the future needs everyone’s participation.

“Zur Erziehung eines Kindes braucht man ein ganzes Dorf”, besagt eine alte (ursprünglich wohl afrikanische) Weisheit. Eine sehr anschauliche Grafik, wie dies ansatzweise aussehen kann, wenn man es mit neuen Technologien realisieren würde, hat etoolkit.org veröffentlicht (aufs Bild klicken, PDF downloaden und vergrößern):

In meinen Augen zeigt dies recht gelungen die Möglichkeiten auf, geht aber noch nicht weit genug. Wo sind die Sportvereine, Partnerschulen, Musikschulen usw.? Im Sinne der Engführung von Lern- und Lebenswelten zeigt die Grafik die bessere und ausgereiftere Verknüpfung schulischer Lernorte. Doch ich denke, hinsichtlich der außerschulischen Verbindungen mit ihren Auswirkungen auf Lehren und Lernen könnte man noch einen weiteren Zirkel um die Grafik ziehen, in dem eben solche Einrichtungen und Situationen situiert sind. Dennoch eine gelungene Visualisierung, oder?

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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