Standpunkt: Craig Barrett zu Amerikas Schulen

Kommentieren 24. July 2009

Dieser Blog ist ein Projektblog für “Die besten Lehrkräfte für Deutschlands Schulen der Zukunft”. Dieses liegt federführend bei der Initiative D21, wird aber maßgeblich von unseren Partnern (siehe linke Spalte) mitgetragen. Und eben diese Mischung macht unser Vorhaben in dieser Dimension einzigartig: Wir wollen die Administrationen, Schulen bis zu den einzelnen Lehrern in einen fruchtbaren und für beide Seiten anregenden Austausch mit Partner aus der freien Wirtschaft bringen. Wer an unseren Workshops und Initiativen teilgenommen hat und diesen Blog verfolgt, wird festgestellt haben, dass wir häufig Visionen und Ideen entwickeln, die sicher nicht sofort umsetzbar sind und auch immer wieder versuchen, ein “anderes Denken” über Schule und Bildung zuzulassen. Dies resultiert nicht selten aus eben dieser Schnittstelle und Kontakten zu Unternehmen, die schulische Bildung nicht immer mit der pädagogisch-didaktischen Brille des Lehrers sehen, sondern andere Maßstäbe anlegen. Diese sind oft überraschend, provokant oder zumindest ungewohnt. Doch ich habe gelernt, mich als Lehrer darauf einzulassen, offen ein paar Schritte mitzudenken, um dann zu sehen, was davon realisierbar oder lohnenswert umsetzbar wäre.

Craig Barrett (ehemaliger Chairman von Intel) hat sich im Mai 2009 zu Wort gemeldet und eine bemerkenswert engagierte Sichtweise auf schulische Bildung präsentiert. Zwar geht es dabei nicht primär um neue Medien und er bezieht sich auf das amerikanische Schulsystem, die Leitgedanken erscheinen mir aber im Rahmen unseres Projekts dennoch der Lektüre empfehlenswert (gelbe Markierungen von mir):

Hier einige markante Zitate:

  • If you want to win, you have to choose to compete.”
  • there are only three levers a country can pull to improve its position: smart people, smart ideas, and smart governmental policies.
  • we have 35 years of stagnation in education and not a whimper. It’s not a crisis; it is readily accepted by the press … readily accepted by the institution that creates it … and readily accepted by the population of the United States. Are we just crazy?
  • K-12 education is in serious trouble. (…) Our children are where they were nearly 40 years ago.
  • Your education system is only as good as the quality of the teachers in it.
  • You need a little tension. (…) If kids, teachers, or schools have problems, then you need feedback loops to help them. If teachers do a good job, you reward them.
  • So here are my suggestions. No more excuses; the answer is simple: Put good teachers, high expectations, and a little tension into the system.
  • teachers who are content experts, first and foremost; (…) They are not education experts, first and foremost.
  • Why does every state have its own measure of success when we are competing in an international marketplace?
  • We need more charter schools, more alternatives to the public school system, and more competition to the public school system.

Ich glaube, hier wird deutlich, was ich einleitend – auch etwas vorwarnend – meinte, als ich andeutete, wie spannend es wird, wenn Meinungen offen und auch über Länder- und Bereichsgrenzen ausgetauscht werden können. Und genau diese Ausrichtung wollen wir auch mit unserem Projekt / Blog anstreben, um Bildung nicht mehr nur auf Bundeslandebene zu denken, sondern darüber hinaus national und international, um die besten Vorschläge gegeneinander abzuwägen.

Und nun zur entscheidenden Frage: Liegt Craig Barrett richtig? Brauchen wir mehr “competition” im Bildungssystem? Löst das womöglich den hierzulande so massiv vorgetragenen Lehrermangel, wenn wir hier für mehr Auszeichnung und Qualitätsmanagement sorgen?

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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