Lernplattform für die Grundschule

Kommentieren 07. July 2009

Im Rahmen der Examensarbeit von Florian Emrich ist eine ansehnliche Lernplattform speziell für Grundschüler entstanden: das Mäuselabor.

Besonders gelungen finde ich den besonderen Blick auf die Kooperations- und Kommunikationsmöglichkeiten. Damit können die Schüler sich untereinander austauschen und lernen erste Schritte beim Netzwerkeln. Einen ausführlichen Bericht, den ich zu großen Teilen hier wohl nur wiederholen würde, findet man bei lehrer-online.

Der Ansatz scheint recht ähnlich zum Klassenetz, an das es mich etwas erinnert und welches sich eher an die älteren Schüler jenseits der Grundschule richtet. Wer also auf der Suche nach einer schnellen, einfachen, virtuellen Lernumgebung fürs nächste Schuljahr ist, findet mit diesen Angeboten vielleicht einen ersten Einstieg.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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  1. 07. July 2009 um 17:20 | #1

    Gerade im Zusammenhang mit dem vorigen post über die BITKOM-Studie würde ich hier vorschlagen, drüber nachzudenken, ob man mit solchen Lernplattformen nicht wesentlich schlechter in Sachen Medienkompetenzentwicklung fährt, als mit Blogs. (Es gibt inzwischen gute Erfahrungen damit auch für die Grundschule – mit Martin Riemer ganz prominent natürlich, mit der Elefantenklasse, aber auch mit diesem Blog aus meinem lokalen Umfeld, um mal ein anderes hervorzuheben als immer nur die Prominenz:

    http://choinski.blogspot.com/

    Ich halte es mit Kerres (hab ihn grad nur sekundär und auf Englisch zur Hand, sorry):

    “Kerres believes it is anachronistic to separate learning platforms from the cornucopia of knowledge resources and useful tools provided on the internet, and then equipping them with specially developed learning content and tools.” (Ingo Blees and Marc Rittberger, Web 2.0 Learning Environment: Concept, Implementation, Evaluation, S. 4, http://www.elearningeuropa.info/files/media/media19743.pdf )

    In einer Aussage, die Du aus der BITKOM-Studie zitierst, findet man verräterische Unkenntnis der Autoren:

    “Für die meisten Kinder und Jugendlichen gehört das Internet heute ganz selbstverständlich zum Alltag, sie chatten mit Freunden, surfen, BLOGGEN [Hervorhebung von mir], spielen und recherchieren für ihre Hausaufgaben.”

    Sie bloggen ja eben gerade nicht. Sie sind auch nicht in wikis zuhause (außer zur Recherche in Wikipedia, aber sie wissen meist gar nicht, dass sie dort auch etwas beitragen können), noch legen sie interessante Funde aus dem Netz in social bookmarking-Systemen ab. Das Interessante scheint ja zu sein – und hier kann man sich wichtige Infos aus Rolf Schulmeisters Empirie-Zusammenstellung holen – , dass die Schule als formelle Bildungsinstitution die Aufgabe haben könnte und müsste, die Kinder/Jugendlichen proaktiv an die Web 2.0-tools zum Arbeiten und Lernen heranzuführen, indem sie gerade diese zu bevorzugten Unterrichtsmedien macht. Lernplattformen obiger Art könnten da eher verhindernd als katalysatorisch wirken. Das ist jedenfalls meine Befürchtung.

  2. 07. July 2009 um 17:41 | #2

    zur Vervollständigung für andere Leser – hier die erwähnte BITKOM-Studie: http://www.blog.initiatived21.de/?p=2607

    @Lisa:

    Ich stimme Dir grundsätzlich zu, dass die “traditionellen” Lernplattformen nicht der letzte Stand sein werden und sollten. Ich sehe aber auch und versuche diesen Blog immer wieder möglichst nah an die Praxis zu führen, dass Lehrer auf sehr unterschiedlichem Stand sind und auch andere Bedürfnisse mitbringen. Ich habe daher bewusst von einem “Einstieg” gesprochen, da ich glaube, dass diese Plattformen auf der einen Seite schnelle und einfache erste Schritte ermöglichen, dann aber doch Grenzen offenbaren, die vor allem die Lehrer herausfordern, weiter aktiv nach Lösungen zu schauen.

    Immer alles perfekt und fertig vorzusetzen, mag auf den ersten Blick sehr attraktiv sein und auch sinnvoll zu fordern. Auf den zweiten Blick ist es aber wohl auch nicht verkehrt, mit einem wenig komplexen und reduzierten Tool bzw. Lernraum zu beginnen und dann gefordert zu sein, mit eigenen Schwerpunkten und einem geschärften Blick nach den ersten Erfahrungen nach Erweiterungen, Ergänzungen zu schauen.

    Ich möchte dies nicht als ein “bewusstes gegen die Wand laufen lassen” oder “jemanden sehenden Auges ins Unglück rennen lassen” missverstanden wissen. Vielmehr glaube ich, dass sowohl die Schüler als auch die Lehrer gemeinsam mit ihren Lehr-/Lernumgebungen wachsen müssen. Wer sich also als absoluter Neuling auf unseren Blog verirrt, wird sich womöglich über einen solchen “Einstieg” freuen. Für Dich, Lisa, ist das sicher “überholt”, da Du bereits zwei Schritte weiter bist.

  3. 07. July 2009 um 17:55 | #3

    Das Handbuch ist schön geworden – wenn die Seite wieder online ist (wird bis 1.8. überarbeitet), werde ich mal meinen Sohn (6) darauf ansetzen…

  4. 07. July 2009 um 23:39 | #4
    Florian Emrich

    Da möchte ich mich dann doch mal kurz selbst zu Wort melden:

    Das Mäuselabor war und ist (wie hier schon richtig gesagt wurde) als Einstieg in das Arbeiten im Internet gedacht. Sie lernen dort die Funktionsweise von Blogs, Wikis und Diskussionsforen kennen (denn aus eben diesen Teilbereichen besteht das Mäuselabor ja). Aber sie tun dies eben ganz bewusst NICHT im großen, öffentlichen Internet, sondern in einem reduzierten und geschützten Bereich. Grundschüler (aber auch viele GrundschullehrerInnen) mit der Optionsflut von Wordpress oder Mediawiki zu konfrontieren würde wohl stark demotivierend wirken.

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