3-Phasen-Modell schulischer Medienintegration
Bei der Suche des morgigen Youtube-Schmankerls bin ich eben auf ein Video getroffen, welches schon etwas älter ist, aber immer noch gut beschreibt, wie sich neue Medien oft ihren Weg in die Klassenzimmer bahnen:
Im Grunde lässt sich dem kaum viel hinzufügen. Denn ich glaube, es beschreibt recht gut, welche Ebenen von Mediennutzung es in vielen Schulen gibt. Ich begegne bei meinen Gesprächen mit Kollegen, meinen Schulbesuchen und meinen hier im Blog gesammelten Recherchen immer wieder allen drei Phasen, so dass es ganz richtig ist – und das ist für mich neben der genaueren Darstellung der Phase 3 die Kernaussage des Videos – hervorzuheben, dass es sich nicht um eine hierarchische Stufung handelt, mit der letzten Form als bester.
Vielmehr wird deutlich, wie wichtig es ist, alle Ebenen zu erkennen und zu reflektieren, dass sich darin ein Lernprozess des Lehrers verbirgt. Auch meine ersten Schritte und Versuche, neue Medien im Unterricht zu verwenden, sahen so aus wie die ersten beiden Stufen. Und die dritte Ebene ist im Schulalltag immer wieder so schwer zu erreichen, dass man wirklich nur mit dem Projektgedanken und den im Video hervorgehobenen Umdenken diese Form erreichen kann. Somit tauchen auch in meinen Unterrichtsstunden, die immer wieder den allen Lehrern bekannten Rahmenbedingungen von Schule unterliegen, Ebene-2-Stunden auf, die aber durchaus auch ihre Berechtigung haben können..
Ich poste daher dieses Video, da ich glaube, dass es zum Einen aufzeigt und zum Anderen Mut macht, sich immer wieder zu versuchen, sich der Stufe-3 anzunähern, ohne dabei ein “schlechtes Gewissen” haben zu müssen, wenn man sich doch erst an die ersten beiden Ebenen herantraut. Ich denke, das knüpft auch sehr gut an den vorherigen Blogbeitrag an, in dem deutlich wurde, dass auch die Lehrer besonders durch den Einsatz neuer Medien wieder verstärkt in die Rolle des Lernenden versetzt werden.
In diesem Sinne: Nur Mut und keine Scheu davor, sich selber bewusst in den 3 Phasen zu verorten – solange man die Dritte nicht aus dem Blick verliert.
Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.
Ja, klasse! Ich will zu dem, was Du zu diesen 3 Phasen sagst, noch etwas mehr zuspitzen. Du sagst richtig, Phase 3 ist nur zu kriegen, wenn auch der Unterricht dabei ein völlig anderes Gesicht kriegt und Projektlernen wird. Es wäre drum gut, wenn alle Lehrer, die an der Implementierung der Neuen Medien – im Web 2.0 Stadium – interessiert sind, sich also mit Projektdidaktik beschäftigen würden und ihren klassischen Unterricht in Richtung Projektlernen verändern würden.
Mit dem Projektlernen kommt allerdings ein zweiter Aspekt zum Einsatz neuer Medien hinzu. Oder zumindest wird es von vielen so wahrgenommen, wenn durch noch geringe Erfahrungen nicht erkennbar ist, wie intensiv sich beides bedingt oder voneinander abhängen kann.
Daher halte ich die 3-Phasen-Darstellung für recht gelungen, indem aufgezeigt wird, welch Intention und welches Lernsetting sich hinter den unterschiedlichen Einsatzformen verbirgt. Dadurch wird sehr gut deutlich – und damit gebe ich Dir mal wieder vollkommen Recht – dass die auch hier im Blog immer wieder angedachte Phase 3 ein oft grundlegendes Neudenken von Unterricht(-ssettings) erfordert.
Sollen wir uns jetzt also über Projektlernen dem vermehrten Einsatz neuer Medien nähern? Oder nähern wir uns besser über neue Medien dem vermehrten Projektlernen?
Dein Smiley zeigt es schon: Auch Du weißt, dass natürlich beides angesagt ist. Ich hoffe da sehr auf Deine Praxiserfahrungen in Wiesbaden! Denn da kennt man sich mit Projektlernen gut aus. Wie es dort um die Neuen Medien bestellt ist, wirst Du besser wissen als ich. Auf jeden Fall kommst Du jetzt wohl um das ganze THEATER nicht drumrum