Moodle testen, tauschen und vernetzen

Kommentieren 22. June 2009

In Twitter ist jüngst wieder etwas die Diskussion rund um Moodle aufgeflammt. Die Frage ist wirklich für Einsteiger, ob sich das notwendige Reindenken und Herumprobieren lohnt. Denn zugegeben, Moodle ist auf den ersten Blick nicht so leicht erschließbar wie Web 2.0-like strukturierte Plattformen à la Google & WordPress & Co. Dies gilt in meinen Augen nicht zwingend für den Nutzer – in unserem Fall die Schüler -, denen man ja recht einfach eine ansprechende und navigierbare Oberfläche erstellen kann. Vielmehr trifft dies auf die Administratoren zu – in unserem Fall die Lehrer-, die sich mit den technischen Optionen dieses virtuellen Raumes in seinen Tiefen auseinandersetzen müssen. Ich glaube aber, dass Moodle eine vielzahl von pädagogischen und didaktischen Herangehensdweisen erlaubt, die es vielschichtig einsetzbar in den unterschiedlichsten Szenarien macht. Die große Herausforderung ist wirklich, sich diesen Raum mit seinen unterschiedlichen Werkzeugen zu erschließen und in seinem eigenen Sinne zu gestalten. Dass man dabei durchaus auch mehrere Tools beiseite lassen kann, ist in meiner Erfahrung ein erster Schritt, sich von der ersten, drohenden Überforderung durch Moodle zu befreien.

Die weitere Frage, die sich da anschließt, ist sicher diejenige, bis zu welchem Grad es Aufgabe des Lehrers ist und noch weiter, wie sinnvoll es ist, dass jeder Pädagoge hergeht, sich sein eigenes Moodle aufzusetzen. Hier kann den Lehrern viel Arbeit abgenommen werden, wenn solche Plattformen zentral verwaltet werden und dem einzelnen Lehrer seine Räume bereitgestellt werden. Dies würde sicher auch die zu recht beklagte, fehlende Vernetzung unter einzelnen Moodle-Räumen – auch über die Schulgrenzen hinweg – minimieren. Wieso existieren an jeder Schule zu einzelnen Themen ähnliche Räume, die nichts von einander wissen. Stellt uns Moodle nicht gerade dies zur Verfügung, neue Räume zu erschließen, die eben nicht mehr in den lokalen, geographischen grenzen eines Schulgebäudes gedacht werden müssen?

(Update: Leider habe ich den passenden Artikel bei www.mediendidaktik.org erst nach Erstellung meines Beitrags gefunden. Die dortigen Anmerkungen sind aber recht treffend und verdeutlichen das angedeutete Problem vieler Lehrer, die sich auf den Weg machen, neue medien zu nutzen).

Sehr dankbar bin ich daher für den Tipp von Verena Heckmann, dass derartige Bestrebungen ja nicht nur in den verschiedenen Landes-Moodles sondern auch bereits konkret in der Plattform des Landesbildungsserver Baden-Württemberg in Form von Demonstrationskursen für Moodle versucht wird. Ebenso bietet das Landesinstitut für Pädagogik und Medien im Saarland (LPM) bietet ebenfalls einen Kursaustausch an. In einem früheren Post habe ich bereits auf EduBox hingewiesen.

Das sind sicher keine Quantensprünge, gehen aber in die richtige Richtung. Ich selber werde meinen Moodle-Raum mit dem anstehenden Schulwechsel in den Sommerferien sicher komplett neu aufsetzen und dabei auch versuchen, die Vernetzung nach außen (z.B. mit Testzugängen) deutlich zu verbessern. Es bleibt dabei: Just do it. Und wer weitere Fundstellen für Moodle-Kurse kennt, ist in den Kommentaren herzlich willkommen.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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