Schnell und einfach zur eigenen Schüler-Blog-Farm
Blogs sind sicherlich das Web 2.0-Werkzeug, das neben den Wikis derzeit am meisten, einfachsten und inhaltlich besten in Unterricht integriert werden kann. Dabei gibt es unterschiedliche Dienste, die einem erlauben, Blogs einzurichten und zu verwalten (um mit blogger und wordpress nur mal die beiden größten zu nennen). Diesen Bloganbietern ist aber allen gemein, dass sie jeweils nur dem einzelnen Nutzer (in unserem Fall Schüler) einen eigenen Blog zuweisen und diesen auch nur durch diesen verwalten und gestalten lassen.
In der Schule stoßen wir aber immer wieder an rechtliche und inhaltliche Grenzen, die es sinnvoll erscheinen lassen, dass der Lehrer Zugriff oder zumindest priorisierte Rechte auch für die einzelnen Schülerbeiträge hat. Hinzu kommen soll oft eine Art gemeinsames Design oder eine einheitliche bis nachvollziehbare Erreichbarkeit. Das kann man nun lösen, indem man einen einzigen Blog aufsetzt und die Schüler zu Co-Autoren ernennt, was sich aber meistens nur für zeitlich begrenzte Projekte sinnvoll anbietet.
Eine Lösung hierfür ist sicher Wordpress-MU. Diese “Schwester” des großen Wordpress-Pendants erlaubt es, mehrere Blogs quasi unter einem Administrator-Dach zu erstellen (in unbegrenzter Anzahl). Dadurch kann sich jeder einen Blog anlegen, auf die der Administrator jederzeit Zugriff hat, während der einzelne Nutzer/Schüler aber in den Genuss sämtlicher Funktionen seines Blogs kommt und auch unter einer individuellen Adresse erreichbar ist. Nun ist es aber gerade für Lehrer oder Schulen, die sich neu in dieses Gebiet der Blog-Nutzung im Unterricht begeben eine Herausforderung, sich eine solche Wordpress-MU-Installation einzurichten. und gerade, wenn man es erstmal ausprobieren und kennenlernen will, ist es oft sinnvoll, möglichst viel Technik und damit einhergehendes Frustrationspotential zu umgehen. Daher möchte ich hier auf blogs.mu hinweisen, womit man sich in wenigen Minuten eine solche Blog-Farm einrichten und sofort nutzen kann. Der Grundfunktionsumfang ist kostenlos und lässt sich auch intern auf deutsche Sprache umstellen. Etwas Vorsicht ist evtl. mit den nicht übermäßigen Werbeeinblendungen in der kostenfreien Version geboten. Für die ersten Schritte zu dem eigenen Schüler-Blog-Projekt ist es aber sicher eine gute Anlaufstelle, die einem viel Installationsmühe abnimmt und die genannten Wordpress-MU-Vorteile bietet.
Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

cms: das Amateurstadium habe ich hinter mir, aber bei word.mu habe ich bisher zwei “Fehlversuche hingelegt”. Noch “läuft” es nicht bei mir. Bis August 2009 habe ich aber noch Zeit.
Was meinst Du mit word.mu? blogs.mu?
Oder hast Du Wordpress-MU selber installieren wollen?
Ich mag keine Werbung. Gar keine. Nicht einmal AdWords. – WordpressMU lässt sich mit Grundkenntnissen und Anleitung schnell installieren und bietet im Tandem mit BuddyPress einige schöne Features, die es fast zur Moodle-Konkurrenz wachsen lassen. Ich habe eines als ShowRoom-Bereich auf http://www.HeilMile.de installiert
In der tat ist Werbung in Diensten normalerweise ein Ausschlusskriterium, um hier im Blog vorgestellt zu werden. Hier ist es aber schon sehr dezent (noch?) und zudem recht kostengünstig abzuschalten.
Aber wie ich es beschrieben habe: wenn eine Schule ernsthaft und langfristig allen Schülern einen Blog mit Schuldomain zur Verfügung stellen will, führt wohl kein Weg dran vorbei, eine eigene Installation (die tatsächlich nicht besonders schwer ist) zu wählen.
Zum Schnuppern oder für das erste Projekt ist blogs.mu eine schnelle und saubere Testplattform.
Auf der einen Seite freue ich mich über den guten Tipp für Blogfarmen – auf der anderen Seite frage ich mich, ob die Konsequenzen (Blogger unter die Kontrolle der Schule, des Lehrers und des Staates zu stellen) gut durchdacht worden sind?
Diese Empfehlung ist aus einer Nachfrage eines Kollegen entstanden. Ich denke auch, dass man diese Kontrollfunktion nicht übermäßig nutzen sollte, um dem Bloggen nicht sein Motivationspotential zu nehmen. Wordpress-MU, das dahinter steckt, erlaubt aber auch, schnell Mitteilungen an alle Schüler zu senden, oder mit dem Einverständnis des Schülers mal auf einen Entwurf zu Blicken, um Tipps zu geben, bevor dieser Beitrag veröffentlicht wird.
Ich denke, es kommt da – wie immer – sehr stark auf den Pädagogen an, wie er solche Instrumente nutzt und gegenüber dem Schüler “verkauft”.
http://www.edublogs.org/ scheint Ähnliches speziell für den Bildungsbereich zu beiten. Hab es aber noch nicht ausprobier.
Ich habe natürlich auch vorher bei Edublogs geschaut. Wenn ich das richtig sehe, basiert die Standardversion aber auf dem normalen Wordpress.
Edublogs bietet ähnliches auf Wordpress-MU-Basis mit http://edublogs.org/campus/ Die Preise dort sind aber sehr beachtlich, so dass ich es hier im Blog nicht in direkten vergleich setzen wollte.
Mein Testaccount bei EduBlogs bietet mir (korrigiert mich, wenn ich es übersehe) nicht die genannten Möglichkeiten, in die Verwaltung einzelner Schülerblogs aus meinem Adminbereich heraus einzugreifen. Die Frage, wie sinnvoll das ist, hatten wir ja schon
Was mich interessieren würde, wäre irgendein Aggregator, also eine Seite auf der ich zwar die neuesten Nachrichten der beteiligten Blogs sehe, aber alle Blogs autonom funktionieren können (wenn möglich sogar bei verschiedenen Blogservices).
So etwas könnte man dann dynamisch zu Lerngemeinschaften zusammen schließen – und bei verlassen der Lerngemeinschaft wieder ausscheiden – oder dabei bleiben. Je nach Gusto.
So eine Art Karawanen-Konzept.
Ich bin nicht 100% sicher, verstanden zu haben, aber ich denke, es ist recht einfach zu handhaben via rss.
Verschiedene Tools, wie Du mehrere Blogs bündeln kannst, gibt es z.B. hier: http://www.tothepc.com/archives/10-tools-to-combine-mix-blend-multiple-rss-feeds/
Das lässt sich doch über einen Newsreader schon individuell realisieren; einen Sammelfeed aus verschiedenen Blogfeeds kann man z.B. mit Yahoo Pipes herstellen.
Danke für die Antworten. Ich muss das erst einmal sichten und ausprobieren. Ich wunder mich schon manchmal, wie derb ich den Anschluss verloren habe
Danke für die vielen Tipps! Toller Service!
Auf den Artikel bin ich erst jetzt gestoßen, nachdem ich genau das gemacht habe, was hier vorgeschlagen wird, allerdings mit eigener Installation, da ich nicht will, dass persönliche Daten, die in unterrichtsbegleitenden Projekten bei z. B. einer Registrierung notwendig sind, in die Datenbanken von Unternehmen gelangen. Und auch Wordpress.com, wo nach meiner Beobachtung viele Blogs im schulischen Kontext heute gehostet werden, ist ein solcher Dienst, weshalb ich dort z.B. für Kommentare nicht auf die Registrierung der Schüler bestehe.
Allerdings benutze ich es bislang nicht als Blog-Farm, sondern als Instrument unterrichtsbegleitenden Arbeitens, das es nicht nötig macht, jedes Mal viel Gedanken an die genutzte Plattform zu verschwenden. Darüber hinaus habe ich buddypress und bbpress integriert, so dass eine Mischung aus geschlossenem Lernraum inkl. Community und öffentlichem Bereich (Blog) entsteht, wodurch so ziemlich alle Überlegungen abgedeckt werden, die ich für mich selbst zum Thema geschlossene LMS und offene Lernumgebungen angestellt habe. Gerade diese Integration dreier eng miteinder verzahnt arbeitender Instrumente aus dem OpenSource-Bereich bilden für mich einen Mehrwert, über den ich, nach längerer Erfahrung mit dieser Installation auf herrlarbig.de berichten werde.
Blogs sollen in diesem Umfeld (auch weil mir kein unendlicher, wenn auch sehr viel Speicherplatz auf einem Server zur Verfügung steht) nur unterrichtsbezogen zugelassen werden. (Lesetagebücher etc.) Es ist also nicht mein Ziel, eine Blogfarm für Schüler anzubieten. Das wäre aber, im Sinne einer Schreibförderung, mit der ich gerade befasst bin, zu überlegen, wenn eine solche Installation mal auf einem Schulserver erfolgen würde.
Danke für die Bestätigung aus der Praxis bzgl. BuddyPress. Das Tool hat sich in den letzten Monaten gut gemausert. Würde ich inzwischen auch uneingeschränkt für Schulblogbetreibende empfehlen, die kein komplettes Lernmanagementsystem brauchen/wollen.