Drag & Drop – Ein Einstieg ins interaktive Whiteboard (Wii)

Kommentieren 27. April 2009

Ich habe bereits an mehreren Stellen im Blog über die Möglichkeit berichtet, die Fernsteuerung der Wii-Konsole als Self-Made-Smartboard einzusetzen. Ebenso freue ich mich, dass diese Idee bereits in verschiedenen Blogs und schulischen Situationen aufgegriffen wurde.

Heute habe ich es nach “schülerfreien” Testläufen erstmals im eigenen Unterricht verwendet. Ich habe die Übung bewusst einfach gehalten, um sowohl mir als auch den Schülern zu Beginn einen guten Start zu ermöglichen. Und so ging es darum, Ereignisse auf einem Zeitstrahl zu ordnen und zu erklären. Die Schüler haben zur Wiederholung wichtige Ereignisse zwischen 1789 und 1848 genannt und erklärt, die ich dann am Rechner als Textfeld in die virtuelle Tafelebene der Smart-Software eingefügt habe. Der jeweilige Schüler ging dann vor und bewegte das Element auf dem zuvor eingefügten Zeitstrahl an die richtige Stelle. Der dadurch entstehende Verlauf macht die Entwicklung hin zur 1848er-Revolution in Deutschland deutlich.

Technik und Situation waren für die Schüler natürlich sehr neu, was auf beiden Seiten zu Phasen des Ausprobierens geführt hat. Der grundsätzliche Ansatz hat allerdings gut funktioniert, wobei ich inzwischen den Bedenken zustimme, dass längere, handschriftliche Texte aufgrund der Auflösung der Wii-Remote weniger gut gelingen. Ebenso war unsere zwar schwere und einigermaßen stabile Leinwand dann doch etwas zu beweglich – besonders, wenn Schüler fester aufdrücken wollten (ein scheinbar intuitiver “Trick”, um seiner Geste mit dem Stift Nachdruck zu verleihen). Ein schöner Vorteil der Wii-Lösung wurde aber auch schnell deutlich: Die Projektionsfläche ist beweglich und auf die Körpergröße der Schüler justierbar, so dass das wii-Whiteboard “mitwachsen” kann.

Ich denke, es ist wirklich für beide Seiten (Lehrer und Schüler) am Besten, mit ganz einfachen Dingen anzufangen. Derartige Drag&Drop-Übungen sind dazu in meinen Augen gut geeignet, da es erstmal nur darum geht, ein Element zu fassen und zu bewegen. Im Twitter-Diskurs, in dem ich die grundlegende Idee bereits vorher erwähnt habe, wurde schnell der Einwand laut, dass derartige Übungen zu intuitiv seien. Für jüngere Schüler sind schlichte, vorgegebene Zuordnungsübungen sicher eine gute Sache, wenn es dann in die höheren Klassen geht, sollte es wohl nicht beim reinen Hin- und Herschieben bzw. Ratespiel bleiben. Daher habe ich die Schüler die Ereignisse selber benennen und erklären lassen. Die Aussicht, den eigenen Vorschlag am interaktiven Whiteboard bewegen zu dürfen, lockte selbst eher passive Schüler aus der Reserve.

Im Rahmen der Vorbereitung habe ich verschiedene Ansätze ausprobiert und bin dabei auch auf ein interessantes Tool gestoßen. Eine Möglichkeit, solch eine Zuordnungübung zu erstellen, ist sicher hotpotatoes. Dies gefiel mir allerdings für diese Zwecke weniger, da es sehr starr und nicht erweiterbar im Unterrichtsgespräch ist. Eine Alternative dazu kann Dragster bieten:

[flv width=”640″ height=”450″]http://www.webducate.net/dragster3/movies/overview/overview2.flv[/flv]

Denn mit Dragster kann ich ein Bild oder eine Vorlage hochladen, die als Hintergrund bzw. “dropzone” fungiert. In dieser dropzone kann ich Bereiche definieren, die für das jeweilige Element als richtig, beinahe oder falsch erkannt werden. Lasse ich dies, was die feste Vorgabe von Zuordnungselementen bedeuten würde, aber offen, wird ein Eingabefeld generieren, und eigene Drag& Drop-Elemte können darüber live generieren. In dem Beispiel aus dem Video würde ich somit das Hintergrundbild “Vulkanquerschnitt” projezieren und zuerst mit den Schülern gemeinsam die wichtigen Begriffe sammeln. Diese erscheinen dann in der Ablage und können dann gemeinsam zugeordnet werden. Ich denke, so etwas kann auch z.B. in Bio interessant sein, wenn es darum geht, die Skelettbestandteile zu wiederholen, in Erdkunde Ländernamen oder in Kunst bestimmte Bildelemente zu benennen und zuzuordnen (auch bei der Bildanalyse im Geschichtsunterricht hilfreich). In der Sprache können Lückentexte so evtl. etwas aufgepeppt werden.

Dragster-Übungen können mit einem Klick als ZIP-Datei exportiert werden. In Moodle hochgeladen und verknüpft, ist so sehr schnell auch eine Übung erstellt, die erstmal jeder für sich probieren kann, bevor es gemeinsam im interaktiven Whiteboard gelöst wird. Ich denke, als Alternative zu hotpotatoes ist dieses Programm einen Blick wert.

Aber: Bevor ich mich hier der Schleichwerbung schuldig mache, möchte ich deutlich darauf hinweisen, dass Dragster 3 kostenpflichtig ist und nach der Registrierung vorerst nur als Demoversion zur Verfügung steht. Allerdings – und daher habe ich es doch hier vorgestellt – steht nach der Anmeldung die Version 2 kostenfrei und voll einsatzfähig zur Verfügung, mit der die grundlegenden Aspekte zur schnellen erstellung einer Drag&Drop-Übung mit den beschriebenen Optionen möglich ist. Wer ein schlichtes Beispiel aus meiner Vorbereitung mal live sehen möchte, kann hier herumprobieren.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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