Digitale Pinnwand fürs digitale (Lehrer-)Klassenzimmer

Kommentieren 08. April 2009

Wie ich ja bereits hier im Blog erwähnt habe, bestand mein Ausbildungsmodul, welches sich mit Schulentwicklung und -gestaltung beschäftigt daraus, ein virtuelles Lehrerzimmer für meine Ausbildungsschule zu gestalten. Heraus kam Lezius. Ein Ziel ist in der weiteren Entwicklung, das reale Lehrerzimmer möglichst gut abzubilden und dabei um die virtuellen Möglichkeiten zu erweitern/bereichern. Ein Aspekt hat mir dabei keine Ruhe gelassen: Ich wollte ein digitales Schwarzes Brett. Ich weiß, das kann man per Forum lösen – habe ich auch gemacht. Aber ich will es intuitiver, ich will es schneller, ich will es haptischer, ich will noch web 2.0iger. Ich will es so:

Und dies ist mir nun nach etlichem Suchen – wobei man sich immer fragt, warum man das Tool nicht schon viel früher gefunden hat in den Weiten des Internets – mit Linoit gelungen. Denn dieser Dienst vereinigt alles, was ich brauche:

  • so viele Pinnwände, wie ich will (also auch für meine Schüler und Klassen)
  • einfache Handhabung
  • jeder kann – wenn entsprechend eingestellt – posten
  • man kann Posts per e-Mail erstellen
  • Pinnen von Bildern, Videos und Dateien
  • kollaborativ – jeder kann verschieben, ergänzen, verändern (natürlich kann man dies auch unterdrücken)
  • Notizen exportieren und auf andere Pinnwände verschieben
  • Notizen durchsuchen
  • und, und, und…

Das Tool ist wirklich sehr umfangreich und wird noch mächtiger in der Premiumversion für 3 Euro im Monat – während die Standardversion natürlich kostenfrei ist.

Die Einsatzszenarien sind vielfältig und mindestens so umfangreich wie bei echten Pinnboards – nur eben überall und jederzeit verfügbar:

  • Fotos der letzten Klassenfahrt (auch für Eltern) veröffentlichen
  • Brainstorming im Unterricht
  • Kommunikation zwischen Schülern, Kollegen, Eltern – man richtet ein Klassenboard ein und dort werden ähnlich der analogen Wandzeitung Neuigkeiten, Vereinbarungen etc. die Klasse betreffend über alle Fächer hinweg gesammelt.
  • Vorbereitung von Ausflügen – es werden Bilder, kurze Texte, (Zeit-)Pläne, Prospekte usw. zum Ausflugsziel gesammelt
  • In Unterrichtsprojekten werden Ergebnisse vorgestellt – z.B. Notiz mit Dateianhang oder Bilder vom Chemiexperiment, die mit der Handykamera gemacht wurden und ans Board gemailt werden (MMS to e-Mail-Dienste nutzen)
  • Vorstellung von Schülern – zu Beginn einer neuen Klassenkonstellation postet jeder ein Bild mit kurzem Text von sich (dieser Kurzsteckbrief kann jederzeit erweitert und verändert werden)
  • Im Lehrerzimmer – bei kollegiumsinternen Boards können pädagogisch interessante Artikel, Buchempfehlungen usw. gepinnt werden
  • schulweit – ein Board, das nur die Schulleitung/Sekretariat verändern kann, kann auf die Schulhomepage als EyeCatcher eingefügt werden
  • als PLE – jeder einzelne Schüler kann ein Board erstellen und sich so eine personal learning environment schaffen, wo er Texte, Dateien, Bilder sammelt, die seinen Projekt- oder Lernfortschritt dokumentieren (evtl. schneller als einen Blog einzurichten für kurze Projekte)

Sicher lassen sich noch so viele andere Szenarien ersinnen und meine Ideenliste ist mehr als unvollständig.

Mir macht das herumspielen damit bereits so viel Spaß, dass ich es sicher in mein Moodle einbetten werde und es als Ergänzung zum “normalen” Forum verwenden werde. Das Ausprobieren kann ich nur empfehlen und ich bin froh, es endlich gefunden zu haben.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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