Ein Ausweg aus dem Kreidetal – Web 2.0 trifft interaktives Whiteboard

Kommentieren 02. April 2009

Mindmaps und deren online-Varianten waren ja durchaus schon öfters Thema hier im Blog. Mit mind42 gesellt sich nun ein weiterer Dienst hinzu, der eine Reihe von Features mitbringt, die den Service für den Schulunterricht interessant werden lassen. Neben der Kostenfreiheit hebt sich mind42 vor allem dadurch von vielen Mitbewerbern ab, dass Medieninhalte wie Bilder, Videos und ganze Webseiten recht einfach in eine Mindmap integriert werden können, und dass mehrere Nutzer simultan an einer einzigen Mindmap arbeiten können:

Mind42: Introduction from Stefan Schuster on Vimeo.

Ich denke, das online mindmapping deshalb für den Schuleinsatz so geeignet ist, da es ein bekanntes und häufig genutztes Werkzeug nahezu 1:1 ins Web 2.0 bringt und mit den dortigen Vorteilen verbindet (zeitgleiches arbeiten, Mitarbeiter einladen, schnelles Publizieren usw.). Während man Neueinsteigern oft mühsam und mit einigem Aufwand die Ideen und Funktionen, die hinter Blogs und Wikis stecken, erläutern muss, bieten sich gerade für Einführungen ins Web 2.0 und dessen grundlegenden Ideen online Mindmappingtools sehr gut an, um auf der Basis eines von der Tafel bekannten Werkzeugs anzufangen.

Und die Tafel ist genau das Stichwort für eine weitere Ausdehnung der in den vorherigen Posts erläuterten Idee des Einsatzes von Mindmaps im Unterricht. Nun möchte ich diese nicht alle wiederholen, sondern andenken, dass ich eine weitere Harmonisierungsebene darin sehe, ein online Mindmappingtool wie mind42 in Verbindung mit einem SmartBoard oder der hier bereits vorgestellten Lösung des interaktiven Whiteboards auf wii-Remote-Basis einzusetzen. Mit wenigen Klicks lässt sich eine solche Mindmap aufbauen und vor allem die Drag&Drop-Fähigkeit sowie das schnelle Einbinden externer Medien (Bilder, Videos, Webseiten) ist über das interaktive Whiteboard gut zu handhaben. So muss sich der lehrer nicht hinter einem Computer verstecken, sondern wie an der Tafel kann die Mindmap direkt an der Präsentationsfläche erweitert werden.

Und wenn man noch einen Schritt weiter geht und die simultane Kollaborationsmöglichkeit einbezieht, wäre es durchaus denkbar, einzelnen Schülergruppen einen Laptop zu geben, mit dem diese die große Mindmap, die live am interaktiven Whiteboard zu sehen ist, aufrufen und mit einzelnen Gruppenschwerpunkten erweitern. So würden die jeweiligen Gruppen ein Unterthema bzw. einen Unterzweig der Mindmap bearbeiten und deren Wachsen würde zeitgleich auch für alle anderen Gruppen an deren Rechner aber auch am Smartboard sichtbar. Eine gemeinsame Ferigstellung, Verfeinerung oder Verknüpfung einzelner Unterpunkte könnte dann gemeinsam übers interaktive Whiteboard laufen. Somit wäre es möglich, nahtlos aus der Gruppenarbeit ins Plenum und wieder zurück zu wechseln. Und in der nächsten Stunde braucht man lediglich die Mindmap wieder aufzurufen und kann direkt weiterarbeiten oder evtl. inzwischen von zu Hause getätigte Ergänzungen besprechen.

Hier ergeben sich in meinen Augen gute Ansatzpunkte, traditionelle Unterrichtssettings multimedial zu bereichern. Vor allem die simultane Bearbeitungsmöglichkeit schafft Kollaborationchancen, die mit Tafel und Kreide nur schwer zu realisieren sind. Und die neuen medien werden direkt in den Unterricht eingebettet, bekommen Funktion und Mehrwert, ohne auf besondere Wow- oder motivationale Ausnahmeeffekte zu setzen.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

Share