Heterogenität & ICT – ungeahnte Chancen

Kommentieren 01. April 2009

Der Wochenanfang bot einerseits wenig Raum zum Bloggen, da es einiges in Sachen Examensvorbereitung zu tun gab. Andererseits habe ich die freien Minuten mit einer äußerst spannenden Lektüre verbracht. Diese halte ich für so gewinnbringend sowohl für diejenigen, die neu in den Einsatz neuer Medien im Unterricht einsteigen wollen, als auch für bereits erfahrene Kollegen, dass ich bereits mehrfach zu Posts angesetzt habe. Diese wurden aber immer soi umfangreich und waren mit so vielen prägnanten und treffenden Zitaten gespickt, dass ich mich nun entschieden habe, hier lediglich auf die Webseite zu verweisen, aber zudem auch mein eigenes, mit Hervorhebungen und Kommentierungen versehendes Exemplar als PDF zur Verfügung zu stellen.

Der sowohl online als auch als PDF verfügbare Leitfaden zum Thema “ICT und E-Learning in heterogenen Schulklassen” von educaguides.ch gliedert sich in einen Grundlagenteil, in dem wesentliche und in meinen Augen sehr richtige Bedingungen und Ziele des Einsatzes neuer Medien im Unterricht beschrieben werden. Hier werden entlang mehrerer Thesen fundamentale Voraussetzungen erläutert, derer sich jeder Lehrer bewusst sein sollte, der seinen unterricht um ICT bereichern will. Im zweiten Teil – und das macht den gesamten Leitfaden erst richtig hilfreich und wertvoll – werden dann erprobte Good-Practice-Beispiele (Software, Blogs, eportfolio etc.) vorgestellt und erläutert. Diese Praxisnähe und Veranschaulichung der zuvor gesteckten Grundlagen haben mich zu mehrfacher Lektüre bewegt und von dem Konzept überzeugt.

Dabei stehen für mich zwei Aspekte im Mittelpunkt:

  • Heterogenität: Der Bericht spielt in ganz besonderer Weise mit dem Schlagwort der Heterogenität, indem diese nicht mehr wie inzwischen üblich geworden, als gegebene Tatsache verstanden wird, mit der es sich “heutzutage” zu arrangieren gilt. Vielmehr wird gefordert, Heterogenitäten bewusst im Unterricht zu schaffen und sie für den diesen fruchtbar zu machen. Nicht nur die Szenarien für den damit einhergehenden Einsatz neuer Medien – vor allem Web 2.0-Tools -, die sich besonders gut eignen, wenn die mit ihnen primär entstehenden Kommunikations- und Kollaborationsräume genutzt werden, haben mich beeindruckt. Sondern vor allem die nachvollziehbare, positive Wendung eines ansonsten als Schwierigkeit oder Hemmnis verstandenen Umstandes bestätigen mich in meiner Ansicht, dass Web 2.0 und neue Medien nicht nur eine neue Denkweise von Unterricht (er-)fordern sondern teilweise auch erst richtig bzw. praktikabel möglich machen.
  • Kompetenzen sind unter meinen Referendarskollegen fast schon zu einem Reizwort geworden. Dies ergibt sich wohl vor allem daraus, dass diese noch nicht ausreichend etabliert sind, um sie professionell in Lernszenarien einzubetten. Wir befinden uns diesbezüglich noch in einer Diskussionsphase, in der es Sinn und Grenzen von kompetenzorientierten Settings auszuloten. Der hier vorliegende Leitfaden orientiert sich konsequent an dieser neuen Kompetenzrasterung und zeigt für mich gelungen deren Potentiale aber auch Realisierungsmöglichkeiten – besonders für den (Fremd-)Sprachenunterricht – im Hinblick auf den Medieneinsatz auf.

Hier also nun meine kommentierte Fassung als PDF.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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