Jugendliche im Web 2.0 – Kompetenz scheint mit dem “Tun” zu wachsen
Schule – und das wird mir hier im Referendariat mit einer ausdauernden Beharrlichkeit ins Bewusstsein gebracht – hat einen Erziehungsauftrag. Wir sollen die Jugendlichen nicht nur (aus-)bilden, wir sollen sie erziehen und damit in die Gesellschaft integrieren, sie auf das Leben in dieser vorbereiten (eine in meinen Augen spannende Auseinandersetzung mit Begriffen und Aspekten hat diesbezüglich jüngst Herr Larbig geschrieben – Danke). Aber wir sollen sie auch zu eigenständigen Individuen heranziehen, ihnen bei der Charakterfindung/-bildung helfen und ihre Identitätsfindung – vor allen in der schwierigen Zeit der Pubertät – fördern. Und dann lese ich das:
Junge Menschen müssen also in der Gestaltung ihrer Identität mehr denn je „Experten“ sein, um
sich als möglichst eigenständige Menschen erfahren und behaupten zu können. Aufwachsen heute bedeutet, Identität(en) zu konzipieren, sie wieder fallen lassen zu können, sie neu zu projektieren und zu behaupten, also mit Identitäten „spielen“ zu können. Denn jeder muss seinen persönlichen „Wertekosmos“ mit der eigenen Lebenssituation und dem aktuellen Bedingungsgefüge in der Gesellschaft stets aufs Neue abgleichen und dabei nach eigenen Lösungen und dem ganz persönlichen Lebensweg suchen.
Ich finde, was da in der Kurzfassung der gestern vorgestellten Studie “Heranwachsen mit dem Social Web” der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) steht, geht noch einen deutlichen Schritt weiter. Das dort beschriebene “Expertentum” junger Menschen im “Spiel” mit mehreren Identitäten schafft auch für den schulischen Erziehungsauftrag Herausforderungen, die mir in dieser deutlichen Form doch sehr bemerkenswert erscheinen.


