Klassennetz – Lehrer-Schüler-Kommunikation kann so einfach sein

Kommentieren 28. March 2009

Seit letzter Woche spiele ich mit einem recht jungen Online-Dienst rum: KlassenNetz. Und je länger ich darin herumklicke, desto überzeugter werde ich, dass die Macher mit ihren 3 Leitideen durchaus richtig liegen:

  • Einfach: Mit dem KlassenNetz können Sie als Lehrer sehr einfach mit ihren Schülern kommunizieren. Die Website wurde so gestaltet, dass selbst Internetneulinge sich sofort zurechtfinden. Sie können jederzeit Hilfe per eMail oder Chat erhalten.
  • Effizient: Das KlassenNetz kümmert sich nur um die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern. Wir haben nicht alle Features von anderen Lernplattformen, und das ist auch gut so! Wir machen eine Sache richtig, nicht 100 falsch.
  • Frei: Das KlassenNetz hat keine dreiste Werbung, sondern wird von einem Schüler aus Berlin betrieben und finanziert. Wir wissen was Schüler und Lehrer brauchen und kümmern uns um ihre Verbesserungswünsche.

Nun ist das Ganze technisch und von den Features recht überschaubar, bündelt aber wichtige Grundfunktionen, die wohl in jedem Klassenraum gebraucht werden können. So können Termine und Hausaufgaben erstellt werden, an die die Schüler erinnert werden. Es können Links und auch Dateien eingestellt und geordnet werden. Es können Notizen angelegt werden, die die Schüler als gelesen bestätigen und der Lehrer somit sieht, wer die Information erhalten hat. Und natürlich lässt sich über die Plattform mit Schülern und Kollegen kommunizieren.

Besonders beeindruckend sind dann aber die Features, die über Schnittstellen zu anderen Diensten entstehen und sich optional einbauen lassen. So lassen sich Wikis, Lerntagebücherund etherpad-Seiten erstellen. Und diese Liste soll noch erweitert werden. Die Schüler melden sich selber beim KlassenNetz an, bekommen aber vom Lehrer einen Code, der sie direkt in den entsprechenden Klassenraum führt. Damit entstehen virtuelle Klassenräume, die die wesentlichen Funktionen mitbringen, die man zur alltäglichen Arbeit benötigt. Natürlich lässt sich dies nicht mit professionellen Plattformen wie Moodle vergleichen und auch die Tatsache, dass sämtliche Kommunikation und Dateiaustausch über einen externen, privaten Server laufen, wird in Schulen sicher zu erheblicher Skepsis führen. Ich sehe die Chancen des Projekts somit weniger im alltäglichen und langjährigen Unterrichtsgeschäfts. Wer hier nach Lösungen sucht, die sich über längere Zeiträume nutzen lassen, wird schnell andere Lösungen finden.

Aber wer in der Projektwoche für ein zeitlich beschränktes oder fächerverbindendes Vorhaben (z.B. eine Arbeitsgemeinschaft) nach einer schnellen und wirklich einfach zu bedienenden Lösung sucht, sollte sich KlassenNetz durchaus mal ansehen. Dies sollte selbst von eher technikscheuen oder unerfahrenen Kollegen schnell überblickbar und handhabbar sein, da die Funktionen sehr übersichtlich und funktional dargeboten werden. Und es ist komplett auf Deutsch.

Angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Schülerprojekt handelt, welches hier realisiert wurde, kommt es schon recht überzeugend daher und verdient eine größere Bekanntheit. Vorbeischauen und Ausprobieren lohnt sich bestimmt.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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