Moodle fürs Handy

Kommentieren 14. March 2009

Vor einiger Zeit hatte ich bereits über die Aktivitäten an der FH Joanneum berichtet, wo man nicht nur das Handy im naturwissenschaftlichen Unterricht einsetzt, sondern das Ganze noch mit einer mobilen Lernplattform verbindet. Da dies auf der Basis von Moodle funktioniert, nennt es sich MLE-Moodle (online-Demo) und ist nun offen verfügbar.

Ich habe es eben erfolgreich in mein Moodle 1.9.3 integriert, was Grund genug ist, es an dieser Stelle kurz vorzustellen. Besonders beeindruckend ist neben der Einfachheit der Installation und der Stabilität vor allem der Funktionsumfang des Tools. Denn es werden erstaunlich viele Moodle-Features unterstützt:

From eLearning to mLearning: Using the core Moodle-Features on the mobile phone:

New (partly mLearning specific) features:

Die spezifischen Features sind sehr beachtenswert. So wird allen, die mit dem Handy auf die jeweilige moodle-Plattform zugreifen eine eigene Community bereitgestellt. Hier ist der eigene und auf die mobile Nutzung abgestimmte Raum für Szenarien, in denen das Handy im Unterricht genutzt wird. Darüber hinaus implementiert MLE-Moodle mobile tags und lokalisierbare Services:

With mobile tagging you can easily implement context based or location based learning scenarios.

You can easily create tags which can be interpreted by the MLE (if your phone meets the requirements) or by any QR-Barcode Reader. Decoding a tag is as simple as taking a picture with your mobile phone. The integration of both creation and decoding capabilities of tags allows you to easily use this powerful feature in a great variatey of mobile learning scenarios, without the need of any external or third-party tools.

The Mobile Tagging module allows different types of tags to be created. You can either create a tag linking to an URL, or Moodle specific tags directly forwarding the mobile user to a given course or activity. It is even possible to assign geo-information (coordinates) to a tag. This can be used to emulate GPS capabilities when real positioning is not available:

  • Link Tag
  • Course Link Tag
  • Activity Tag
  • Location Tag

Die Erreichbarkeit der mobilen Moodle-Seite ist auf zwei Wegen sichergestellt. In dem idealerweise auf der Startseite bereitgestellte Moodle-Block kann man wählen, ob man sich eine auf sein eigenes Handy angepasste, kleine Software herunterladen und installieren möchte, oder ob man lieber über eine angezeigte URL über den Browser seines Handy zugreifen möchte. Danach bedarf es lediglich des LogIns in den eigenen Moodle-Account und es werden einem direkt die Kurse angezeigt, in denen man eingeschrieben ist. Diese kann man nicht nur ansehen, sondern wie oben aufgelistet, sondern auch aktiv teilnehmen (Blogs, Wikis, Foren, moodleinternes Mitteilungssystem etc.).

Ich denke, dies ist eine bemerkenswerte Erweiterung für schulische Moodle-Installationen. Andererseits wird man damit vielen Schülern voraus sein, da sich mobile Datendienste im Moment erst zunehmend durchsetzen werden. Doch die Preise für die mobile Nutzung des Internets fallen gerade rapide und erreichen Größenordnungen, die sicher auch in absehbarer Zukunft von den Schülern genutzt werden können. Die Mobilfunkanbiter setzen massiv auf die mobile Internetnutzung und mit dem Ausbau der Infrastruktur werden auch die Nutzungsangebote ausgebaut. Mit so einer mobilen Moodle-Installation ist man dann sicher nicht verkehrt aufgestellt. Es wäre aber auch überlegenswert, bis zur ausreichenden Verbreitung seitens der Schule einen Satz Handys bereit zu halten, die dann einzelnen Schülergruppen nach Bedarf ausgeliehen werden können (für einzelne Projekte und Unterrichtsvorhaben). Noch günstiger wird es natürlich, wenn man sich mit den Handys ins schuleigene wLAN einwählt.

Neben dem Einsatz im naturwissenschaftlichen Unterricht – wie in folgendem Video – lassen sich sicher noch diverse andere Szenarien ersinnen, bei denen es vor allem darum gehen kann, spontan und schnell verschiedene Lernsituationen zu dokumentieren und später in der Lernplattform verfügbar zu haben oder aber in mobilen Settings (Lernen nicht nur im Klassenraum) auf bereitgestellten Inhalt zugreifen zu können:

  • Aufnahme von eigenen Kompositionen und Arrangements im Musikunterricht mit dem Handy und direkter Upload in die Lernplattform.
  • Aufnahme von kurzen Sequenzen von Darstellendem Spiel oder Standbildern im Sprachenunterricht.
  • Kennenlernrally für neue Schüler (5. Klässler im Gymnasium) via QR-Codes, die in der Schule verteilt sind.
  • Berichterstattung von der Klassenfahrt direkt im schulischen Moodle für die Schulgemeinschaft. Zudem kann man über Foren und Mitteilungssystem mit daheimgebliebenen Lernpartnern in Kontakt zu bleiben. So könnte z.B. eine Parallelklasse Fragen z.B. zum Wattenmeer in einem Forum zu stellen, die die Schüler vor Ort zu lösen versuchen und beantworten.
  • Moodleintegration im Sport- und Kunstunterricht, wo es oft nicht sinnvoll oder möglich ist, Laptops einzusetzen. Handys lassen sich aber schnell einsetzen und auch wieder zur Seite legen.
  • usw.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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