Blogs geben Lernen wieder Sinn

Kommentieren 14. October 2008

Dank Stefan Cordes bin ich heute auf einen taz-Artikel von Lisa Rosa mit dem Titel “Blogs geben Lernen wieder Sinn” gestoßen. Darin bündelt sie ihre aus ihrem Blog bekannte Forderung, dass das Web 2.0 nicht einfach eine neue Unterrichtsmethode oder ein Werkzeug ist und somit nicht einfach wie andere Methoden in den Unterricht integriert werden kann. Dahinter steckt – wie sie sehr richtig herausstellt – ein grundlegender Wandel in der Kommunikationskultur, die Schule und Unterricht vor neue Herausforderungen aber auch Chancen stellt. Letztere sieht Lisa Rosa exemplarisch in den Möglichkeiten von Weblogs im Unterricht:

Computer und Web 2.0 passen nicht in den alten Unterricht. Sie erzwingen ein neues, partizipatives Lernen, das nicht mehr lehrerzentriert ist.

Besonders spannend finde ich auch ihre 3 Prinzipien zum Web 2.0 mit deren Auswirkungen auf Schule und Unterricht:

Drei zentrale Elemente der “Botschaft” Web 2.0 unterscheiden dieses Medium von früheren:

1. Das Netzprinzip: Überall kann jeder jederzeit mit jedem verknüpft werden und der potientielle Austausch mit allen ist möglich. Dadurch wird sowohl der Austausch von Verschiedenem zu einem Prinzip, als auch die Möglichkeit gegeben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. So können sich Netzwerke und Praxisgemeinschaften bilden.

2. Das Prinzip der Selbststeuerung (User generated content): Die Vernetzung provoziert die Selbststeuerung und setzt sie zugleich voraus.

3. Das Prinzip des persönlichen Sinns: Das Subjekt und seine individuelle Perspektive auf die Welt erhält ausschlaggebende Bedeutung.

Ebenso wie wir bereits hier im Blog greift sie schließlich die Metapher des Trojanischen Pferdes auf, als solches Blogs fungieren können, um neue Medien im Unterricht zu etablieren und zu verankern:

Wo das neue Medium vorerst als bloßes Tool in den Traditionsbetrieb der Schule eingepasst wird, bedeutet das nicht, dass das nicht sinnvoll ist. Denn wir sind notgedrungen im Stadium des Experimentierens. Und auch wenn das Weblog “nur” als Werkzeug genutzt wird, um allen Schülern jederzeit den Zugang zur schriftlichen Formulierung der Aufgabenstellung und des Unterrichtsmaterials zu verschaffen: Es ist im Unterricht angekommen und kann vielleicht wie das Trojanische Pferd seine “Message” herauslassen.

Mir waren die Thesen von Lisa Rosa bereits bekannt. In dem Artikel gelingt es ihr aber sehr schön, diese zu bündeln und mit praktischen Anschauungsbeispielen zu belegen. Blogs sind und bleiben einfach DAS Web 2.0-Tool der ersten Stunde, welches sich am einfachsten und schnellsten im Unterricht nutzen lässt (neben dem Wiki). Prädikat “lesenswert”!

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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