Und nochmal Twitter: Tweader und Twitter-Search

Kommentieren 26. September 2008

Wer kennt es nicht: In twitter eine Frage oder eine Anregung gestellt und diverse Mitglieder der Community antworten darauf. Doch schnell ist der Überblick verloren, da auch noch diverse andere Posts eingehen und sich zwischen die Antworten schieben.

Ein Tool, das hier Abhilfe schafft ist tweader.com. Wer hier die Tweed-ID des Ausgangsbeitrags eingibt, bekommt einfach alle eingegangenen Antworten chronologisch sortiert aufgelistet:

Dies ist für den Unterricht und Schule durchaus hilfreich:

  • Man kann – nachdem man sich innerhalb der Lerngruppe in Twitter verbunden hat (bzw. gegenseitig verfolgt, wie es twitter-like heißt) – mehrere Fragen und/oder Aufträge an die Lerngruppe geben. Die Filterung der eingegangenen Antworten, die sich konkret auf die Lehrerfrage beziehen, lässt sich mit tweader ordentlich ausführen und kann dann auch Grundlage für weitere Unterrichtsgespräche sein.
  • Wer üblicherweise wert auf eine deutlich erkennbare Struktur legt, greift am ehesten zu einem Forum. Diese sind aber eher für langsamere Kommunikationssituationen geeignet, die sich meist auch über längere Zeiträume ziehen und eine auch eine Art der Archivierung im Blick haben. Die schnelle und kurze Kommunikation in Twitter ist eher für flüchtigen Austausch gedacht. Tweader vereint beides in gewisser Weise bzw. setzt sich genau in die Lücke von Forum und Twitter-Chat. Wie wäre es z.B. mit einer twitter-unterstützten Gesamt-/Fach- oder Teamkonferenz? Ich könnte mir da eine Web 2.0-lige Form der Protokollierung vorstellen, bei der der Protokollant (also nicht der Diskussionsleiter) den Twitter-Chat moderiert und die Teilnehmer noch die Möglichkeit der Beeinflussung des Protokolls haben – quasi eine Art Teamprotokoll. Zukunfstmusik, ich weiß…
  • Ähnliches ließe sich auch für den Unterricht denken: Ein, zwei oder drei Schüler werden mit Laptop ausgestattet und einer startet den Tweed “Protokoll zur Deutschstunde vom 26. September 2008”. Ab dann antworten die drei auf diesen Eingangsbeitrag und sammeln so wichtige Unterrichtsfortschritte, Mitschülerbeiträge oder Lehrervorträge/-erklärungen. Man könnte auch Schwerpunkte vergeben: Einer sammelt Schülerbeiträge, ein anderer konzentriert sich nur auf wichtige Dinge des Lehrers usw. Mit Tweader gebündelt hat man dann ein schönes Teamprotokoll, dass sicher alle Aspekte der Stunde berücksichtigt. Vielleicht auch ein guter Aufhänger, um in der nächsten Stunde nochmals drauf zu schauen – oder anhand dessen gemeinsam zu analysieren, was man von den wahrscheinlich zu vielen Beiträgen nun braucht, um ein gutes Stundenprotokoll zu verfassen.
  • Und ebenfalls sehr ähnlich: Gleiches Prinzip wie oben aber für Versuchsbeobachtungen (Naturwissenschaften) bei gleichen Versuche in verschiedenen Gruppen. Ein Teammitglied pro Gruppe füttert mit Antworten den Ausgangs-Tweed und Tweader bündelt im Nachhinein die Beiträge chronologisch.
  • Lehrer verbinden sich in Twitter. Jemand startet eine Anfrage à la “Wer hat Ideen für meine Stunde zum 30jährigen Krieg?” und die Kollegen können in einer sehr informellen Form schnelle Antworten oder Ideen posten – weniger behäbig als ein Forum oder ein Blog – eher für die schnelle Frage zwischendurch: “Mitteilungsbuch vermisst! – Wer hat es zuletzt gesehen?”, “Gibt es noch spontane Topics für die Konferenz morgen?” usw. Tweader erlaubt dann allen Beteiligten, alle bereits eingegangen Antworten schnell zu überblicken.

Ich hoffe, die grundsätzliche Idee ist deutlich geworden. Es lassen sich bestimmt noch diverse weitere Szenarien ersinnen, denen allen gemeinsam ist, dass es darum geht, einen bestimmten Kommunikationsstrang aus der oft unübersichtlichen Twitter-Wolke herauszufiltern. Tweader überzeugt hier durch die optische aufbereitet. Problematisch ist allerdings, dass der Dienst nur Beiträge der Konversation zeitlich VOR dem über die Twitter-ID ausgewählten Beitrag berücksichtigt. Bei großen Teilnehmergruppen scheint der Dienst ebenfalls an seine Grenzen zu stossen.

Alternative?: search.twitter.com/advanced. Bei Chat-Teilnehmer werden einfach gebeten, ihre Beiträge mit einem vorher festgelegten, eindeutigen Hash-Tag zu versehen. Twitter-Search kann dann sämtliche Beiträge herausfiltern. Das funktioniert zuverlässiger und stabiler als Tweader, wird aber optisch nicht ganz so schön aufbereitet.

So, nun aber erstmal genug Beiträge zu Twitter… 😉

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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