Computer und Schule – verliebt, verlobt oder schon verheiratet?

Kommentieren 17. September 2008

Nach seiner Ankündigung hat David Truss nun seine Präsentation in ein ansprechendes Video überführt. Darin widmet er sich der Frage, ob ICT und neue Medien bereits in der modernen Didaktik angekommen sind. So ganz eindeutig scheint dies für ihn auch nicht zu sein, aber er verortet Technologie immerhin in seinem Kreis der wesentlichen Merkmale einer modernen Didaktik bzw. als Teil einer neuen Lehrerrolle.

Ausgehend von seinem Titel “Don’t go quit into your classroom” möchte ich mir ebenfalls ein paar Gedanken zu dem Aspekt machen, inwieweit und in welcher Form neue Medien im alltäglichen Unterricht Einzug gefunden haben oder zukünftig werden. Mein Ausgangspunkt ist dabei zum Einen das obige Video, zum Anderen aber auch die Podiumsdiskussion unserer Tandem-Tagung letzte Woche (Dabei handelt es sich bewusst um offene Überlegungen, bei denen ich mich auch ganz offensiv auf meine Position im Referendariat berufen möchte und keinerlei wissenschaftliche Gültigkeit beanspruche). Besonders die dortigen Statements der Rektoren und Junglehrer haben mir zwei Dinge vor Augen geführt:

1) Eine große Bereitschaft zum Einsatz von computer- und internetbasierter Tools in Schule und Unterricht.

2) Ein hohes “Frustrations”potential angesichts diverser administrativer, curricularer und technischer Schwierigkeiten.

Der erste Punkt ist vergleichbar mit einem jungen Pferd, das vor de Rennen mit scharrenden Hufen in der Startbox steht. Man möchte losrennen, sieht andere, die drohen, einen abzuhängen bzw. in diesem Bereich Wissens- und Erfahrungsvorsprünge herauszuarbeiten. Auf der anderen Seite wird man durch verschiedenste Rückschläge immer wieder gnadenlos ausgebremst. Ein schon fast amüsantes Beispiel war der Bericht eines Kollegen, dass beim Einschalten der Schulrechner im IT-Raum regelmäßig die Sicherungen rausfliegen angesichts der plötzlichen Überlastung des Stromnetzes. Und dies ist kein Einzelfall: Auch an meiner Schule existiert dieses Problem – dort verursacht durch die alten Röhrenmonitore, die in ihrer Masse den Sicherungen den Rest geben.

Doch was bedeutet des nun für den Einsatz neuer Technologien im Unterricht. Für mich ergeben sich folgende Aspekte:

1) Computer sind inzwischen allgegenwärtig

Wir sprechen über ein Medium, das inzwischen zum alltäglichen Gebrauch von Schülern gehört. Wer solche Sätze äußert, bekommt schnell den Verweis auf die digitale und soziale Schere, die sich in unserer Gesellschaft auftut und zu verbreitern droht. Ich möchte allerdings den Begriff an sich breiter Verstanden wissen. Denn ich sehe weniger das Gerät als vielmehr die damit einhergehende Strukturveränderung und den Wandel in der Kommunikation für den entscheidenden Bereich. Und wer sich auf dieses breitere Begriffsverständnis einlässt, wird merken, dass unsere Jugendlichen in der Tat in ihrem Alltag permanent mit diesen neuen Medien zu tun haben:

– Handys

– MP3-Player

– (Fernseh-/Radio-/Plakat-)Werbung mit ständigen Verweisen auf Webseiten und Homepages

– Spielekonsolen

– Sprachgebrauch: googlen, simsen/texten, chatten usw.

Doch auch der konkrete Computer ist für die Schüler zunehmende Selbstverständlichkeit. Schon mehrfach habe ich mitbekommen, dass man sich für Treffen in Messengersystemen (vorzugsweise MSN und Skype) verabredet hat. Eine Umfrage in meinen Klassen, bei denen ich die Eltern um eine Rückmeldung gebeten habe, ob und welche Form von Internetverbindung den Schülern zu Hause zur Verfügung steht, ergab, dass gut 90% meiner Schüler auch außerhalb der Schule die Möglichkeit haben, auf neue Medien und das Internet zuzugreifen.

Doch nicht nur für Schüler auch für junge Lehrer ist der Computer in Verbindung mit Schule zunehmend eine Selbstverständlichkeit. Wenn ich mir den Anteil des Computers an meiner Unterrichtsvorbereitung und der meiner Mitreferendare ansehe, ist es zunehmend verwunderlich, mit welcher akkuraten Trennung hier Vorbereitung und Durchführung von Unterricht hinsichtlich der Nutzung von neuen Medien unterschieden werden. Warum nutzen wir nicht ein Medium, dass uns bei der Unterrichtsvorbereitung so viel Arbeit abnimmt auch im Unterricht selber? An unserem Studienseminar wird inzwischen niemand mehr Referendar, wenn er nicht über eine E-Mail-Adresse verfügt (Statement unseres Seminarleiters zur Vereidigung). Und wie verbreitet ist die Nutzung dieser Technik in und für Unterricht?  Wir holen uns Unterrichtsideen oder ganze -entwürfe aus Plattformen wie Lehrer-Online & Co. Wie oft nutzt der Schüler Materialbörsen und -plattformen im Unterricht? Wieso arbeiten wir mit diesen Techniken und Medien und bereiten unsere Schüler aber so wenig darauf vor? 1,5-2 Jahre später steht ein 12.-Klässler an der Universität, wo – wie uns von Cedis berichtet wurde –  inzwischen große und zunehmend wachsende Teile der Lehrveranstaltungen mit virtuellen Lernplattformen begleitet und ergänzt werden. Wenn wir unseren Oberstufenauftrag ernst nehmen und Schüler auf die Universität vorbereiten sollen, wird es fragwürdig, wenn sie dort erstmalig mit virtuellen Lernplattformen und deren Möglichkeiten konfrontiert werden. Wieso sitzen im Lehrerzimmer Kollegen und telefonieren mit ihrem Handy, Schülern wird dies aber rigoros verboten? Wieso haben Lehrer einen Arbeitsraum, in dem wie selbstverständlich Computer mit Internetzugang stehen, Schülern wird dieses Medium vorenthalten?

Neue Medien und Technologien sind sowohl für Schüler als auch für Lehrer inzwischen zu alltäglichen, allgegenwärtigen Begleitern geworden. Ich glaube – und dies habe ich während unserer Tandem-Tagung im Gespräch mit mehreren (älteren) Kollegen erörtert – wir drohen inzwischen in eine Ungleichzeitigkeit zu geraten, in der der technische Fortschritt uns in unserer Entwicklung zu überholen droht. Und wer dies beobachtet und für sich selber erkennt, handelt in meinen Augen fast fahrlässig, junge Menschen und Schüler nicht auf diese Entwicklung und Tendenzen vorzubereiten. Ich erkenne und kann durchaus die Argumentationen für Schule als einen Schutzraum für Jugendliche nachvollziehen. Ich frage mich allerdings, wovor wir diese jugendlichen schützen wollen? Auch und besonders hinsichtlich der Entwicklungen und Diskussionen über Ganztagsschulen ist dies sicher ein wichtiger, zu beachtender Aspekt: Soll Schule ein Ort sein, der bewusst gegen gesellschaftliche Entwicklungen einen Raum bildet und aktiv schafft, der mit eigenen Realitäten Lernszenarien schafft, die nur im schulischen Raum selber funktionieren? Oder öffnen wir Schule immer weiter für Öffentlichkeit und gesellschaftliche Tendenzen, um Schüler möglichst früh aktiv daran teilhaben zu lassen und womöglich auch Einfluss auf diese Entwicklungen nehmen zu können? Immer wieder höre ich (fast sehnsüchtige) Berichte von Kollegen, dass Schule früher ein elementarer Bestandteil bis hin zum Zentrum dörflicher und kleinstädtischer Strukturen war. Können und wollen wir dies auch heute noch für Schule reklamieren? Und wie nutzen wir neue Medien, um Schule wieder an den Puls der außerschulischen Lebenswelten anzukoppeln: Schulhomepages, Einbindung von Eltern und Experten über Lernplattformen, Ermöglichung von Schülerkommunikation aus dem Schulraum heraus und hinein (Handy, Messenger)? Letztlich sind wir an einem Punkt, an dem wir uns nicht mehr nur fragen dürfen, wie wir das physische Schulgelände gestalten und gegenüber Öffentlichkeit abschotten oder öffnen. Selbige Gedanken müssen wir uns auch für virtuelle und multimediale Räume machen. Denn neue Technologien sind alltäglich  – und wie weit will Schule zu diesem Alltag gehören?

2) Brauchen wir noch Computerräume?

Der Computerraum ist in meinen Augen ein Auslaufmodell. Nicht nur die zunehmende, technische Verbesserung tragbarer Geräte ermöglicht die Integration in die einzelnen Klassenräume. Wie David Truss richtig feststellt, gehört Technologie zu einem “well rounded teacher”. Für ihn nimmt dieser Teil einen gleichberechtigten Teil neben Pädagogik, Persönlichkeit, Curriculum und Practice (was ich an dieser Stelle mit Didaktik übersetzen möchte) ein. Und wer sich auf diese Denkweise einlässt, erkennt, dass technologiebasierte Unterrichtsszenarien auch räumlich nicht viel länger eine Sonderstellung einnehmen sollten. Lernen und Lehren mit neuen Medien sollte sich nicht danach richten müssen, ob gerade der IT-Raum verfügbar ist. Computer sind ein Arbeitsgerät, wie es Papier und Stift sind – und das bereits nicht mehr nur für technologische “Freaks”. Ich möchte jeden Lehrer bitten, sich seinen Arbeitsplatz anzuschauen: Wechseln wir den Raum, um in dem einen Klausuren zu korrigieren, Arbeitsblätter zu erstellen, Klassenarbeiten zu konzipieren und im anderen diese in den Computer zu überführen, Kollegen eine E-Mail zu schreiben oder im Schulsekretariat anzurufen? Mit welcher Selbstverständlichkeit gehört der Computer für Sie in Ihren Arbeitsraum? Und dann schaue man sich die Arbeitsräume der Schüler an. Schülerarbeitsräume unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Medialität signifikant von nahezu allen Arbeitsplätzen in einer postindustriellen Arbeitswelt, auf die wir selbige vorbereiten wollen und sollen.

Prof. Hofmann formuliert, dass es inzwischen einfach Dinge gibt, die man mit dem Computer macht und dass dieser sich nicht mehr für seinen Mehrwert zu beweisen braucht. Doch mit der Einrichtung von Computerräumen senden wir genau das gegenteilige Signal. Indem wir für ausgewählte Stunden in speziellen Räumen unterrichten und diese Räume sich in der Schülerwahrnehmung dadurch vom Klassenraum unterscheiden, dass dort Computer stehen, geben wir den Geräten eine Sonderstellung, die sie nicht verdienen und in außerschulischen Räumen auch nicht mehr haben. Der Computer wird dadurch nicht zu einem Arbeitsgerät sondern zu einer Besonderheit, wie alles andere auch zu einer Besonderheit wird, was wir nur temporär in das Lernsetting bringen: Fernseher / DVD-Player, Audiowiedergabegeräte, Beamer. Wer sich dagegen die Schülerreaktionen auf den Einsatz von Tafel und den inzwischen in nahezu allen Räumen verfügbaren Overhead-Projektoren anschaut, wird feststellen, dass diese durch ihre Selbstverständlichkeit kaum etwas Besonderes sind. Aber sind das die Medien, mit denen Schüler außerhalb von Schule arbeiten?

Wer also diese beiden Punkte erkennt: Computer sollen nicht zu etwas Besonderem stilisiert werden, und durch Allgegenwärtigkeit kann Besonderheit in Selbstverständlichkeit überführt werden – derjenige muss sich fragen, ob die Einrichtung von Computerräumen gegenüber der Integration von Computern in die Klassenräume einen berechtigten Mehrwert aufweist oder womöglich den mit derartigen Einrichtungen verbundenen Zielen und Ideen gar entgegen steht.

Daran anschließend muss man sich mit der Frage auseinandersetzen, ob jeder Schüler über einen eigenen Computer verfügen sollte. Ich denke, dass dies eine aktuell sehr schwierige Frage ist und dies weniger aus ideellen oder didaktischen Überlegungen heraus. Ich sehe hier vielmehr die bei dieser Frage in der Tat nicht von der Hand zu wischenden finanziellen Aspekte: Momentan ist die Argumentation, dass derartige Ziele noch zu kostenintensiv sind, als dass sie realisierbar wären, einfach noch zu stark. Doch man muss zugleich einen Blick auf die Tendenzen am Markt werfen, um zu erkennen, dass wir uns in kürzester Zeit damit konfrontiert sehen werden, dass die Gerätschaften ein Preisniveau erreichen werden, das das Totschlagargument “zu teuer” zunehmend entzaubern wird. Diesbezüglich befinden wir uns in der einzigartigen Situation, uns darauf einstellen und aktiv vorbereiten zu können. Wir können der erwähnten Ungleichzeitigkeit ein Schnipchen schlagen, indem wir bereits heute anfangen, uns kritisch mit einer möglichen, zunehmenden Selbstverständlichkeit neuer Medien in und um Schule auseinander zu setzen.

Zum Zweiten müsste die Frage, ob jeder Schüler über einen eigenen Computer verfügen sollte, eigentlich schon aus dem Grund mit Ja beantwortet werden, dass Computer aufgrund ihrer Eingabefunktionen (Tastatur und Maus) auf einzelne Individuen ausgerichtet sind. Iphone, Touchscreens und interaktive Whiteboards zeigen hingegen deutlich einen Weg auf, der offensichtlich von den gewohnten Eingabestrukturen wegführt. Die Geräte der Zukunft werden nicht mehr auf singuläre Eingabetechniken angewiesen sein, sondern werden durchaus in der Lage sein, Multiuserbedienungen zu verarbeiten. Es wird möglich sein, mit mehren Personen um einen wie auch immer gearteten “Screen” zu sitzen und durch Berührungen der Oberfläche zu navigieren oder Eingaben zu tätigen. Tastatur und Maus werden durch Finger ersetzt, die nicht wie erstere dem Computer sondern den Benutzern eigen sind.

Diese Gedanken lassen mich zu dem Schluss kommen, dass neue Medien nicht in separate, abgeriegelte Räume gehören, sondern mitten unter deren Nutzer.

3) Brauchen wir eine Verankerung im Curriculum?

Diese Frage ähnelt für mich ein wenig der Frage, ob es zuerst das Huhn oder das Ei gab. Zugleich schließt sich die Frage nach der Funktion und Rolle von Lehrplänen an. Verstehen wir sie als starre und eindeutige Richtlinie, an die es sich zu halten gilt, oder handelt es sich bei Lehrplänen um Minimalvorgaben, die vom einzelnen Lehrer oder idealerweise Lehrerteam/-kollegium ausgedeutet werden sollen? Als Referendar ist dies für mich noch immer ein Mysterium, auf das ich keine abschließende Antwort geben kann. Viel verwirrender wird das Ganze dann noch dadurch, dass ich im Laufe mehrerer Praktika und jetzt während des Referendariats mehreren, sich teilweise widersprechenden Auffassungen seitens verschiedener Kollegen begegne.

Meine Frage ist aber hier konkret: Soll ich warten, bis im Lehrplan Formulierungen auftauchen, die mir die Verwendung neuer Medien vorschreiben/anraten/nahelegen/empfehlen? Und an dem Punkt sage ich aus meiner derzeitigen Sichtweise heraus: Nein. Lehrpläne können und sollten keine Methoden regeln, so dass von dieser Seite eine Verankerung wenig sinnvoll erscheint.

Was aber, wenn man den Curriculumsbegriff weiter fast und stärker an Lehrzielen (bewusst nicht Lernzielen) orientiert? Konkret: Ist der Einsatz von neuen Medien etwas, was auf irgendeiner Ebene (Bund, Land, Bezirk, Einzelschule, Lehrerteam) fixiert und mit Hilfe von objektiven oder operationalisierbaren Kriterien festgehalten werden muss? Auch hier sage ich: Nein. Neue Medien – wie wir sie derzeit kennen – lassen sich nicht so eng fassen und verstehen, dass eine obligatorische oder exkludierende Verankerung für einzelne Lehrziele, Altersgruppen oder Lernstände sinnvoll erscheint. Martin Riemer setzt Weblogs in Grundschulklassen ein; ich nutze das selbe Medium für bestimmte Bereiche meines eigenen Lernprozesses im Referendariat. Ich nutze Wikis sowohl im Deutsch- als auch Geschichtsunterricht und bin mir sicher, dass auch Fremdsprachen- und Naturwissenschaftsunterricht davon profitieren können. E-Portfolios lassen sich sowohl für Erstnutzer sinnvoll einsetzen, bringen aber auch damit erfahrenen Nutzer Mehrwerte und (wohl auch andersartige) Gewinne. Neue Medien fügen sich in die unterschiedlichsten Lernszenarien ein, da – und das unterscheidet sie wesentlich von anderen Lernmedien – sie nicht nur nutzer-/lernerzentriert sind, sondern auch durch diesen in ihrer Gänze strukturiert und dominiert werden können. Letzteres ist bei Lehrbüchern, Lehrervorträgen und Lehrer-Schüler-Gesprächen oder Workbooks nicht denkbar. In meinen Augen sind neue Medien in ihrer grundlegenden Struktur derart offen, dass sie sich jeder curricularen Verankerung entziehen.

Sie entziehen sich aber nicht einer didaktischen und methodischen Fundierung. Will heißen: Es lassen sich durchaus Lern-/Lehrszenarien schul- und lehrwissenschaftlich erstellen, gestalten, kritisieren und evaluieren. Und genau dies muss in den besonderen Fokus rücken. Es geht darum, methodisch und didaktisch aber auch erziehungswissenschaftlich durchdachte Handreichungen, Hilfsmittel bis hin zu einzelnen Unterrichts- oder besser Projektentwürfen zu ersinnen. Denn mit neuen Medien geht zugleich eine neue Form des Lernen und Lehrens einher, die es unmöglich macht, Unterricht in der bisherigen Form fortzuführen. Wer die neuen Medien nutzt, um gewohnte Lehrszenarien einfach in den virtuellen Raum zu transformieren, unterschätzt und beschneidet die Möglichkeiten, die unter dem Oberbegriff des E-Learnings gebündelt werden.

Daraus resultiert aber keineswegs eine Willkürlichkeit. Dies würde nicht nur dem professionellen Selbstverständnis des Lehramts widersprechen, sondern auch den Medien oder einzelnen Tools mit ihren oft sehr spezifischen Charakteristika nicht gerecht werden. Die Aufgabe von Erziehungswissenschaftlern und Lehrern wird in naher Zukunft somit sein, Methoden und Lernszenarien auszuprobieren und kritisch zu hinterfragen, um zu Kriterien zu gelangen, mit denen einzelne, neue Medien bewertet werden können. Auf einer ersten Ebene wird dies wahrscheinlich über den Austausch von Unterrichtsentwürfen und methodischen Anregungen laufen, in einem zweiten Schritt aber zusätzlich in eine Öffnung von Lehrerkollegien und dem Wegbrechen des Einzelkämpfertums hin zu kollaborativen Netzwerken über Schulen und Fächer hinweg münden. Nicht nur den Schülern sondern auch den Lehrern wird eine gehörige Portion Umdenkens abverlangt, wenn nicht nur die medien an sich sondern auch die mit ihnen verbundenen Denk- und Kommunikationsstrukturen Einzug in die Schule erhalten sollen.

Und damit schließt sich der Kreis zur Präsentation von David Truss, in der er den “Networked Teacher” fordert und dazu aufruft: Don’t go quietly into your classroom! Denn – und auch das hat sich bei den Fachtagungen unseres Projekts gezeigt – es ist inzwischen an den Schulen und einzelnen Lehrern für eine Integration neuer Medien in den Unterricht zu sorgen. Von administrativer Seite kann hierbei weitestgehend nur noch unterstützt aber nicht mehr initiiert oder diktiert werden. Wir haben uns in die neuen Medien verliebt, wir haben uns verlobt und unsere Absicht bekundet, sie im Unterricht zu verwenden, nun fehlt noch die Hochzeit, die das Versprechen einlöst und die neuen Medien in den unterrichtlichen Alltag holt und zu einem selbstverständlichen Teil dessen werden lässt.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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