Zoho Share – Alternative zu Google Apps?

Kommentieren 23. August 2008

Vorgestern wurde Zoho Share offiziell in einer beta-Phase gestartet. Damit verstärkt nun auch Zoho seine Initiative im Bereich des kollaborativen Arbeitens deutlich. Hier im Blog haben sich bereits öfters Diskussionen zur Dominanz von Google im Bereich des “Online Office” angedeutet, so dass spätestens mit Zoho Share eine kurze Darstellung des wohl größten Gegenspielers des Suchmaschinenriesens nicht länger ausstehen soll.

Im Zoho Blog findet sich folgendes Einführungsvideo zu Zoho Share:

Folgendes interessante Zitat aus dem erwähnten Blog magzusätzlich verdeutlichen, wie Zoho Share einzuordnen ist:

Many reviewers think of it as “YouTube for documents” which Scribd & Docstoc have popularized. We view Zoho Share more of as “Sharepoint Meets YouTube” or “Sharepoint for the YouTube generation” which is a key difference.

Dennoch ist die Ähnlichkeit zu Youtube kaum zu leugnen. Zoho schafft damit eine Ergänzung zur bestehenden Plattform, die die vielen sonst im Verborgenen schlummernden, freigegebenen Dokumente an die Oberfläche holen und einem breiteren Publikum zugänglich macht.

Im Grunde verhält es sich nicht viel anders, als mit Google Docs. Während Google Docs zwar ein besonderes Potential durch die weiteren Google Tools und deren Kombinationsmöglichkeiten gewinnt, überzeugt Zoho mit einem klaren und deutlichen Fokus aufs “Online Office”. In diesem Rahmen wartet Zoho auch mit einigen Funktionen auf, die Google so nicht bietet:

  • Zoho Wiki
  • Zoho CMS
  • einige Datenbang-Tools

Zudem integriert Zoho einige Tools wie Chat und Mail (private beta) etwas intuitiver in die eigene Plattform als dies bei Gollge der Fall ist. Letztere bieten zwar insgesamt mehr, die Übergänge zwischen den wenigeren Tolls ist bei Zoho aber etwas übersichtlicher.

Betrachtet man die Möglichkeiten bei Zoho hinsichtlich einer Verwendung im schulischen Bereich so sticht als erstes die PArallelität zu Google Docs ins Auge und die damit einhergehende, vollwertige Alternative zu diesem, wenn man Skrupel vor der aktuellen Google-Manie hat. Ich denke, es ist in naher Zukunft auf jeden Fall ein Post wert, sich mal genauer mit den jeweiligen AGBs auseinander zu setzen, da in diesem Bereich derzeit viel Unklarheit bzw. Halbwissen kursiert.

Wer weniger Berührungsängste mit Google hat, wird bei Zoho aber trotzdem etwas finden, was besonders interessant sein dürfte: ein vollwertiges Wiki – out of the box! Wer derzeit auf der Suche nach kostenlosen, intuitiven und stabilen Wikis ist, wird kaum an Zoho vorbeischauen können. Das Tool überzeugt auch durch die diversen Möglichkeiten, der Zugangsbeschränkung, der Verwaltung und der Usability (auch wenn es um Kommentare, Rankings und Bewertungen geht). Mit dieser Funktion bietet Zoho ein im Bildungsbereich überzeugendes Tool, dass in der Form in den Google Docs nicht vertreten ist (hier braucht man andere Google Dienste für). Schade ist nur, dass Zoho Wiki noch keine deutsche Übersetzung mitbringt.

Die Datenbanken dürften weniger interessant für den Unterrichtseinsatz sein, können aber praktikabel werden, wenn es darum geht, einfachere Daten zu verwalten. Hier wäre an die nächste Klassenfahrt, die Klassenkasse, der Austausch von Unterrichtsmaterialien im Kollegium und vieles mehr zu denken. Erfahrenere Nutzer bekommen hier konfigurierbare Tools an die HAnd, die man vielfältig einsetzen kann.

Zoho Share ist derzeit noch etwas zu offen und komplex gestrickt, um gezielte Einsatzmöglichkeiten im Unterricht (bzw. Klassenverband) zu eröffnen. Allerdings kann es nun als Fundgrube dienen, die man durchaus auch zur Recherche nutzen kann. Hier wäre es toll, wenn man die Funktionen von Zoho Share auf inen frei wählbaren Nutzerkreis begrenzen könnte. Damit wären dann klassen-/kursinterne Austauschmöglichkeiten eröffnet, die ohne die ansonsten eher lästigen Einladungen auskommen würde. Man hätte gewissermaßen ein Dokumenten-Youtube für die eigene Klasse, denn wer innerhalb der normalen Docx-Umgebungen versucht, einen Überblick über diverse Nutzer zu behalten, wird schnell merken, dass hier ein übergeordnetes Werkzeug fehlt, das Zoho aber nun nachliefert. Denn über die so genannten “Freunde” kann man zwar die Übersichtlichkeit verbessern und sich über deren Aktivitäten einfach informieren, ein eigener Raum ähnlich wie bei Zoho Wiki wäre aber auch für Zoho share überlegenswert. Wahrscheinlich müsste man nur – das mir noch unbekannte – Zoho Business auch für Schulen öffnen, denn dies erlaubt ja die firmeninterne Publikation – warum also nicht auch schulintern? Ich glaube, hier ist Google dann doch wieder etwas näher am Bildungssektor dran.

Mir gefällt Zoho sehr gut und ich halte es für eine sehr gute Alternative zu Google, wenn es um das reine “Online Office” geht. In diesem Bereich ist Zoho intuitiver und umfangreicher als Google Docs, verliert aber dann, wenn es darum geht, weitere Services zu integrieren wie E-Mail, Blogs, Podcast, RSS und vieles mehr, was bei Google über die Apps abgedeckt wird. Dieses Post sollte also vor allem dazu dienen, der leichten Google-Lastigkeit in dieser Woche hier im Blog ein wenig gegen zu steuern und deutlich aufzuzeigen, dass es sehr gute Alternativen gibt. In Zoho hat Google in diesem Bereich sicher seine größte und vor allem innovativste konkurrenz gefunden, denn die Philosophie hinter beiden Plattformen ist sich nicht unähnlich.

Das Youtube-Schmankerl morgen wird dann dieses Thema abrunden.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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