ARD/ZDF-Onlinestudie 2008

Kommentieren 04. August 2008

Gefunden bei und zitiert von ARD/ZDF:

Die Deutschen verbringen immer mehr Zeit im Netz: Im Schnitt widmet sich jeder Erwachsene täglich 58 Minuten (2007: 54 Minuten) dem Internet. Parallel zur Zunahme der Internetnutzung bleibt der Fernseh- und Hörfunkkonsum im 1. Halbjahr 2008 mit 225 Minuten (1. Halbjahr 2007: 225 Minuten; GfK) beziehungsweise 186 Minuten (ma 2008/I; ma 2007/I: 185 Minuten) täglich auf hohem Niveau stabil. Das heißt: Der Medienkonsum steigt weiter an, das Internet ist auf Platz 3 der tagesaktuellen Medien fest etabliert.

Ein anderes Bild zeichnet sich bei den 14- bis 19-Jährigen ab: Mit 120 Minuten täglich verbringen sie mehr Zeit im Netz als mit fernsehen (100 Minuten) oder Radio hören (97 Minuten). Besonders attraktiv für Jugendliche sind multimediale Anwendungen und hier vor allem Videos im Netz: 92 Prozent der Jugendlichen rufen Videos ab und schauen live oder zeitversetzt Fernsehsendungen im Netz. Auch in der Gesamtheit der Internet-Anwender ist das Interesse an Bewegtbildern deutlich angestiegen: von 45 Prozent in 2007 auf 55 Prozent in 2008.

Auf der verlinkten Seite findet sich eine interessante Studie, die auch die Nutzung speziell von web 2.0 untersucht. Etwas erstaunt war ich über folgende Tabelle zu Weblogs:

Bekanntheit und Nutzung von Weblogs 2008

Angaben in Prozent

  Gesamt männl. weibl. 14-

19 J.

20-

29 J.

30-

39 J.

40-

49 J.

50-

59 J.

60 +
Ja, bekannt 24 18 29 27 32 30 19 15 16
Ja, genutzt 6 4 7 9 9 8 4 1 1

Nein, höre ertsmals davon

76 82 71 73 68 70 81 85 84

Basis: Onlinenutzer ab 14 Jahre in Deutschland (2008: n=1186)

Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie 2008

Offenbar ist die Verbreitung und Bekanntheit solcher speziellen Web 2.0 Möglichkeiten noch nicht gänzlich im Bewusstsein der Jugendlichen.

Versöhnlich – und meinen Erwartungen entsprechend – stimmt mich aber folgende Auswertung:

Interesse an der Möglichkeit, aktiv Beiträge zu verfassen und ins Internet zu stellen

Angaben in Prozent

  Gesamt 2006

Gesamt 2007

Gesamt 2008

männl. weibl. 14-

19 J.

20-

29 J.

30-

39 J.

40-

49 J.

50-

59 J.

60 +
sehr

interessiert

10 13 13 11 15 27 14 16 10 6 7
etwas

interessiert

15 18 22 22 21 30 31 20 16 16 18
weniger

interessiert

26 25 25 25 25 23 33 22 29 21 18

gar nicht

interessiert

49 44 40 41 39 20 22 42 46 56 58

Basis: Onlinenutzer ab 14 Jahre in Deutschland (2008: n=1186, 2007: n=1142, 2006: n=1084)

Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie 2006-2008

Nimmt man beide Tabellen zusammen, kann man in meinen Augen ablesen, dass ein ungebrochenes Interesse über die letzten Jahre in der Gruppe der Jugendlichen besteht, sich aktiv an den Aktivitäten im Web 2.0 zu beteiligen. Dennoch existiert eine gewisse Unkenntnis über die Möglichkeiten. Damit sind wir an einem Standpunkt, an dem Schule Schüler sehr gut “abholen” kann. Denn das Interesse bei wachsender Kenntnis ist ein idealer Einstieg, der es erlaubt, ohne allzu ausufernde Einführungen aktiv mit dem Medium Weblog zu arbeiten.

Weitere Informationen speziell zur web 2.0-Nutzung findet man im PDF-Dokument “Mitmachnetz web2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys“. Ich lese aus den dortigen Daten heraus, dass es zwar ein reges Interesse der jugendlichen gibt, ihnen aber die wirklichen Potentiale, die im Web 2.0 stecken noch nicht ausreichend bewusst scheinen. Im Vordergrund stehen offenbar noch unterhaltende und rein kommunikative Aspekte und weniger die Möglichkeiten der Wissensgewinnung und -verbreitung.

Wer also derartige Techniken in den Unterricht einführt, muss sich dessen bewusst sein, dass er hier auf eine Wahrnehmung bei Schülern trifft, die zwar wissen, worum es im Groben geht, das web 2.0 aber zu ihrem privaten Bereich zählen. Die Nutzbarkeit für den Unterricht kann offenbar nicht als selbstverständlich oder offensichtlich angenommen werden.

Mich stimmt der Bericht insgesamt positiv, da ich zu erkennen glaube, dass das Web 2.0 einen Status bei den Jugendlichen erreicht hat, der ein Arbeiten damit erlaubt aber auch noch “frisch” genug ist, um neue Möglichkeiten aufzuzeigen und zu etablieren, ohne dabei auf große Abwehr im Sinne einer überholten Technik in den Augen der Shüler zu stoßen.

Ich habe mich zugegeben nicht ausreichend ausführlich mit der Studie auseinander setzen können (aus Zeitgründen) und würde mich daher über weitere Lesarten und Interpretationen freuen.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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