The Future Of Education

Kommentieren 31. July 2008

Martin Welsch hat bereits letztes Jahr einen umfangreichen Vortrag zur Nutzung von Web 2.0-Tools im Unterricht gehalten. Er bezieht sich zwar weitestgehend auf universitäre Lehre, doch viele Ideen lassen sich auch auf den Schulunterricht übertragen:

Martin Welsch ist den Lesern dieses Blogs bereits indirekt bekannt aus einigen Youtube-Schmankerls.

Zu Beginn seines Vortrags referiert Welsch recht ausführlich über die Beziehung zwischen Web 2.0 und Unterricht. Er formuliert einige Forderungen und zeigt aktuelle Probleme auf, die sich aus dem schnellen Wandel der neuen Medien hinsichtlich Unterricht ergeben.

Ab Minute 24 wird es allerdings um einiges konkreter, wenn er beginnt seine eigene Lernplattform für seine Veranstaltungen vorzustellen. Und das Besondere daran ist, dass er ein Mashup der reinsten Form nutzt und darin diverse Web 2.0-Dienste integriert. Er schildert seine Erfahrungen mit dieser offenen Form, die sich wesentlich von den aktuellen Lernplattformen à la Moodle, Blackboard & Co unterscheidet.

“It’s basically an ongoing experiment to create a portal for me and my students to work online,” he explains. “We tried every social media application you can think of. Some worked, some didn’t.”

http://umanitoba.ca/ist/production/streaming/podcast_wesch.html

Ich denke Welsch hat ein relativ großes Projekt durchgeführt, dass in dieser Form kaum für die Schule denkbar ist. Aber einzelne kleine Bereiche lassen sich sicher übernehmen.

Spannend ist auf jeden Fall die Form seiner Plattform, die sich von den hergebrachten Lernplattformen löst und ganz aufs Web 2.0 setzt. Ich denke auch, dass dieses eigene Zusammenstellen von Bestandteilen hin zu einer ganzen Plattform zukünftig vermehrt auch Einzug in die renommierten Lernplattformen erhalten wird. In Moodle ist dies ja bereits erkennbar in Form der “Blöcke”.

Die Form von Welsch scheitert in den Schulen derzeit sicher noch an den vielen verschiedenen AGBs der einzelnen Plattformen, die oft einfach zu weit gehen, als dass man die Dienste bedenkenlos und rechtlich einwandfrei in den Unterricht zu integrieren. Ein weiteres Problem ist wohl die Tatsache, dass ein solches Mashup derzeit noich erfordert, dass man bei jedem einzelnen Dienst registriert und meist mit einem eigenen LogIn angemeldet ist. Und dies ist wohl kaum für eine Schulklasse realistisch, in der man ständig mit dem Phänomen vergessener Kennwörter und LogIns konfrontiert ist. Dienste wie OpenID haben dies erkannt, sind aber noch nicht ausreichend verbreitet.

Ich bin gespannt, wie sich dieser markt entwickeln wird und ob es tatsächlich so weit kommen wird, dass frei zusammenstellbare Lernplattformen verfügbar werden bevor die Web 2.0-Welle wieder vorüber sein wird.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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