Blackboard NG – Ein Ausblick auf die Lernplattformen der Zukunft?

Kommentieren 29. July 2008

Blackboard öffnet den Vorhang für seine neue Plattform und gewährt zugleich einen Blick darauf, was wir in naher Zukunft auf dem Markt der Lernplattformen erwarten dürfen.

In ausführlichen Videos, welche ich bewusst nur verlinke und nicht hier integriere, werden die neuen Features vorgestellt:

http://www.blackboard.com/projectng/

Das, was man dort zu sehen bekommt, ist durchaus hübsch anzusehen. Es ist keineswegs eine Revolution, sondern vielmehr eine Art Anpassung an den status quo bzw. das Web 2.0. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur mir so geht, aber mich erinnert die gesamte Oberfläche von Blackboard NG (next generation) sehr an das bereits seit längerem bekannte igoogle und daran haben sich die Blackboard-Designer wohl auch am meisten orientiert (meine Unterstellung).

Ich möchte auf ein paar Aspekte eingehen, die ich für zukunftsfähig auch für andere Plattformen halte…

  1. Mashup: Blackboard ermöglicht das, was man auch bereits in anderen Plattformen angedeutet findet (z.B. die Blöcke in Moodle für z.B. youtube), und erlaubt es, Inhalte anderer Web 2.0-Dienste in die Plattform zu integrieren. Hier liegt ohne Zweifel die zukünftige Entwicklung und Blackboard arbeitet hier offensichtlich mit der Ajax-Technologie, die es ihnen erlaubt, einen besonders harmonischen Eindruck zu hinterlassen.
  2. Drag&Drop: Damit sind wir schon beim nächsten Punkt. Immer wieder betont und präsentiert man in der Sneak Preview, dass Blackboard drag & drop erlaubt. Wer igoogle kennt, weiß, was gemeint ist: einzelne Blöcke können vom Nutzer frei anhand eines Gitters verschoben werden. Auch hier ist offensichtlich Ajax im Spiel und ich denke, es ist nur noch eine Frage der zeit, bis dies auch in anderen Plattformen Einzug erhält (in Moodle ist es bereits möglich, mit Ajax zu arbeiten, wenn auch noch nicht so “offensiv” wie in Blackboard NG).
  3. Integration fremder Plattformen: Hier sage ich: klasse! Ich habe es im Blog bereits angedeutet, dass die ausufernde Anzahl von Plattformen langsam einen Sätigungsgrad erreicht hat. Bei Blackboard begegnet man diesem Phänomen, indem man es erlaubt, Kurse fremder Plattformen einfach in die eigene Oberfläche und Navigation zu integrieren. Dies wirkt teilweise noch genauso rudimentär wie meine WordPress-Moodle-Hochzeit und scheint – was man bzgl. der Integration von Moodle in Blackboard sehen kann – auf die übliche Einbindung via iframes hinauszulaufen. Keine Revolution aber ein Schritt in eine richtige Richtung. Bleibt die frage, ob dies nun alle tun, oder ob dies ein Anstoß dazu sein kann, die Schnittstellen allerseits zu öffnen und sich einer offensiven Marktbereinigung zu stellen (“the best will survive”). In diesem Sinne wollen wir hoffen, dass Blackboard sich auch für andere Plattformen öffnet und ich bald Blackboard-Kurse in mein Moodle integrieren kann.
  4. Community building: Dies ist eigentl. sehr ähnlich zu Punkt 3 – man erlaubt einfach die Einbindung von Diensten Dritter. Facebook kann z.B. innerhalb der Plattform aufgerufen werden und dies ist offenbar auch mit anderen Diensten über “sub-tabs” möglich. Auch dies erinnert stark an igoogle, zeigt aber, dass es offenbar nicht der zukünftige Weg sein kann, auf die eigenen Kommunikations-Tools zu vertrauen, sondern man mehr Akzeptanz erwirbt, wenn es möglich wird, Drittanbieter zu integrieren – ganz im Sinne von Web 2.0. Und es wird möglich die privaten Web-Welten der Schüler in die Lernplattform einzubinden, was aber noch nichts über den didaktischen Mehrwert aussagt, der erst entsteht, wenn diese Drittdienste auch produktiv für Lehre und Lernen genutzt werden.

Insgesammt betrachtet, habe ich nichts gesehen, was mich besonders überwältigt hätte, oder was ich anderen Plattformen – speziell Moodle – nicht auch zutraue. Ich halte die Sneak Preview von Blackboard NG für eine gut gemachte Präsentation, die zeigt, wohin der Lernplattformenmarkt in naher – und damit meine ich maximal 5 Jahre – Zukunft gehen wird: Mashup, Ajax, Web 2.0. Diese drei Stichpunkte hat man bei Blackboard berücksichtigt und ein ansehnliches Produkt geschustert.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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