WordPress in Moodle

Kommentieren 21. July 2008

Am Wochenende gab’s keine Posts in diesem Blog, da ich mich mal wieder mit Moodle herumgeschlagen habe.

Zwei Themen standen an:

1) “Aufhübschen” der Plattform mit einigen Tabs und Icons.

2) Verbesserung der Blog-Funktion in Moodle.

Letzteres hat sich als größere Herausforderung dargestellt und hat dementsprechend gedauert. Doch wie es meistens ist: Wenn man weiß, wie es funktioniert, ist es schnell eingerichtet.

Die Hauptproblematik lag darin, dass die in Moodle integrierten Blogs eigentl. kaum als solche zu bezeichnen sind, da ihnen die Kommentarfunktion fehlt. Damit werden sie zu dynamische Seiten, die Inhalte chronologisch sortieren. Dies wäre leicht zu umgehen, wenn man einfach einen externen Blogservice nutzt, würde aber dazu führen, dass sich die Schüler zwei Webadressen und LogIns merken müssten, wobei ich einen weiteren Account schon für herausfordernd halte (angesichts von etlichen Nutzernamen und Geheimzahlen, die es bereits zu merken gilt). Damit blieb in meinen Augen nur noch eine Integration einer selbstinstallierten Blogplattform in Moodle übrig, was auf eine Hochzeit von letzterem mit WordPress hinauslaufen musste.

Wie dies aussehen kann, zeige ich in folgendem Video:

Moodle und WordPress from R. Scheppler on Vimeo.

Ich habe mich für WordPress MU entschieden, da dies nicht in einem Blog mehrere Nutzer, sondern in einer Installation mehrere Blogs erlaubt. Dabei kann sogar jeder Nutzer auch mehrere Blogs verwalten. Als Administrator behalte ich dennoch die “Oberhand” über alle Accounts und Blogs, kann Plugins für einzelne Blogs oder systemweit verwalten und jedem Nutzer Themes zur Verfügung stellen, so dass jeder seinen eigenen Blog gestalten kann.

Als Moodle läuft Version 1.9.

Die Problematik der verschiedenen Accounts habe ich bisher gelöst aber noch nicht endgültig zufriedenstellend. Im Moment registriert sich der Nutzer (bei selbstständiger Registrierung – wer sich die Mühe macht, seine Schüler eigenständig zu registrieren, hat dieses Problem nicht) bei WordPress und erhält nach Bestätigung seiner E-Mail-Adresse (wie bei Moodle auch) ein Kennwort. Dieses ist automatisch auch sein Zugang zum Moodle, da dieses auf die WordPressdatenbank zugreift. Das zugewiesene Passwort kann dann aber auch nur über WordPress geändert werden. In Moodle lässt sich die Passwortänderung zwar deaktivieren und stattdessen ein automatischer, verlinkter Verweis auf WordPress erstellen, wo man entweder ein neues Kennwort anfordern oder aber sein eigenes im Profil wählen kann, schöner wäre es aber, wenn der Prozess anders herum liefe: Wenn man also in Moodle einen Account erstellt und WordPress automatisch die Nutzerkennung übernehmen würde. Letzteres will mir aber momentan partout nicht gelingen, was – nach derzeitiger Erkenntnis – an der Passwortverschlüsselung in WordPress scheitert (vielleicht nächstes Wochenende). Allerdings reagiert Moodle nach erstmaliger Anmeldung mit den in WordPress generierten Nutzerdaten so, dass es eine eigene Profilabfrage (halt nur ohne Passwortfunktion) startet, was ich für sehr sinnvoll halte, da ja zukünftig alle Aktionen vom Moodle ausgehen sollen und dies somit die Hauptplattform ist.

Ich denke, damit zeigt sich einmal mehr, wie mächtig Moodle ist, wenn es darum geht, eigene Layouts und Funktionen zu integrieren. Derart flexibel habe ich bis dato keine andere Lernplattform erlebt, wobei auch Moodle in dieser Hinsicht noch zu vereinfachen wäre. Allerdings ist spätestens seit Version 1.9 deutlich eine Tendenz hin zu Mashups erkennbar und ich bin mir sicher, dass sich eine Annäherung an eigenständig zusammenstellbare Systeme à la igoogle fortsetzen wird. Denn in dem Moment, wo ich unter Beibehaltung eines SingleLogOn (also eines systemweit gültigen Nutzernamens mit Passwort) über API-Schnittstellen externe Dienste in meine Lernumgebung holen kann, wird Lehren beweglicher und auch in technischer Hinsicht individualisierbarer. Dann bliebe nur noch da Problem zu lösen, wie es sich rechtlich verhält, wenn Schüler auf fremden Servern und Plattformen eigenen Inhalt ablegen und wie ich mit den unterschiedlichen Nutzungsbedingungen der Dienste umgehe.

Ein ziemlich technisches Post diesmal. Ich habe die Installationsdetails zu meiner derzeitigen Mashup-Lösung bewusst ausgespart. Wer dennoch Interesse hat, meldet sich per Kommentar oder Mail.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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