E-Learning aus der Sicht des deutschen Bundestages

Kommentieren 14. July 2008

Das Thema e-Learning an deutschen Schulen ist auch im Bundestag angekommen. Zwei Berichte beschäftigen sich mit dem Einsatz von e-Learning an Schulen sowie der Nutzung in den Zielgruppen der Kinder und Jugendlichen sowie Senioren.

Der erste Bericht steht unter dem Titel “Mediennutzung und eLearning in Schulen“, zweiterer unter “Zielgruppenorientiertes eLearning für Kinder und ältere Menschen“. Es wird deutliche Kritik wird an der Unterstützung der Schulen seitens Bund und Ländern geübt. Und auch der – inzwischen obligatorische aber noch immer lohnende Vergleich – mit englischen, finnischen und schweizer Schulen wird bemüht.

Wenn man sich diese Berichte durchliest, kann man nur hoffen, dass sich derartige Erkenntnisse schnellstmöglich an den Schulen bemerkbar machen werden. Wer allerdings das deutsche, politische System hinsichtlich seiner Entscheidungsfindung etwas kennt, wird angesichts solcher Hoffnungen bestimmt dämpfend und abwägend den Kopf schütteln wollen. Sicher zu Recht, doch dass derartige Berichte geschrieben und publiziert werden, ist doch zumindest ein wenig Hoffnung wert. Bezeichnend ist nach einer Reihe richtiger Erkenntnisse zu Hardware, Software, Schulausstattung, Lehrerbildung u.a. der abschließende Absatz:

Die Gewinnung substanzieller Informationen zu diesen Themen ist letztlich unabdingbar, um eine Reihe bislang nicht oder nicht zufriedenstellend beantworteter Fragen beantworten sowie Optimierungsansätze für schulisches eLearning vorschlagen zu können.

Auch wenn zurzeit der öffentliche Diskurs über die Bildungsrelevanz der Computernutzung wieder stärker kontrovers bzw. medienkritisch geführt wird (Fuchs/Wößmann 2005; Harmsen 2007; Padtberg 2005; Wagner 2006), so sollte eLearning keinesfalls vorschnell als ein

vorübergehendes Phänomen betrachtet werden. In vielen Bildungsbereichen, und sicher auch an den Schulen, wird sich eLearning als eine bedeutsame Erweiterung der Lehr- und Lernmöglichkeiten herausstellen und sich zeigen, dass eLearning eine interessante Bereicherung des Unterrichts oder sogar ein zentrales Element in der Schule sein kann (Aufenanger 2006a). Lehrende wie Lernende, Schulleitungen und Bildungsexperten müssen jedoch selbst dazu beitragen, indem sie Erfahrungen mit den Neuen Medien in der Schule weitergeben, evaluieren und weiterentwickeln und so zu einer Qualitätskontrolle des Lernens und Lehrens mit eLearning-Instrumentarien beitragen.

Letztlich bleibt es an den Schulen und Lehrern selber. Vielleicht kann ja dieser Blog ein kleiner Anstoss in die geforderte Richtung sein.

Neben einem Überblick über den status quo an deutschen und auch denen genannten ausländischen Schulen bietet der Bericht aber auch ein ausführliches Literaturverzeichnis zur eigenen Recherche sowie einige Anwendungsbeispiele für e-Learning. Somit auf jeden Fall einen Blick wert.

Und nicht die Hoffnung aufgeben, dass solche Berichte bei einigen Abgeordneten evtl. doch Gehör finden…

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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