Google in der Schule?

Kommentieren 08. July 2008

Dass google es versteht, innovative Techniken zu entwickeln und weltweit zu etablieren, haben sie oft genug bewiesen. Dass es ihnen immer wieder gelingt, Nutzer dauerhaft an sich zu binden, steht außer Frage. Und in Sinne von McDonald’s&Co würde man doch von solchen Unternehmen erwarten, dass sie frühzeitig versuchen, die Kunden von morgen an sich zu binden: Kinder und Jugendliche.

Doch von google habe ich bisher kaum ernsthafte versuche wahrgenommen, den online Markt für Kinder- und Jugendprodukte zu “erobern”. Eine erstaunliche Abstinenz auf dem sich ausbreitenden Feld der social Communities, welche doch die aktuellen Spielwiesen der Heranwachsenden im Internet (Web 2.0) sind.

Ist google diesbezüglich wirklich untätig? Natürlich nicht…

Google wählt offenbar nicht den direkten Weg (mal von ihrer Suchmaschine abgesehen), sondern den indirekten. Und der führt unter anderem über uns Lehrer.

Nicht nur eine eigene google educators Seite wird uns gewidmet, sondern man veranstaltet ganze Workcamps speziell für Lehrer: Google Teacher Academy.

The Google Teacher Academy is a FREE professional development experience designed to help K-12 educators get the most from innovative technologies. Each Academy is an intensive, one-day event where participants get hands-on experience with Google’s free products and other technologies, learn about innovative instructional strategies, receive resources to share with colleagues, and immerse themselves in an innovative corporate environment. Upon completion, Academy participants become Google Certified Teachers who share what they learn with other K-12 educators in their local region.

Nun ist eigentlich kaum zu übersehen, dass dahinter die Idee steckt, die eigenen Technologien in die Schulen und damit zu den Nutzern von morgen zu tragen. Aber ist dies wirklich so einseitig? Oder können Lehrer tatsächlich von den diversen google apps profitieren – zumal sie in der Education Version ja auch noch kostenlos und werbefrei zur Verfügung gestellt werden?

Wie google sich den Einsatz ihrer Produkte im Unterricht praktisch vorstellt, kann man in diesen kurzen Skizzen sehen, in denen versucht wird, unterrichtspraktische Realität mit verschiedenen Google Apps zu kombinieren. Dies wirkt manchmal etwas “erzwungen” zeigt aber hier und da doch Potential:

Ein kleines Video, dass ein paar Tools vorstellt:

Ich selber bin mir nicht so sicher, ob der Einsatz der Google Tools im Unterricht wirklich ratsam ist, da ich damit ja gewissermaßen Schülerdaten und -Produkte auf fremde Server auslagere und google, die ja nun dafür bekannt sind, alle verfügbaren Informationen zu verwerten, zu Verfügung stelle. Auch die Tatsache, dass jeder Schüler zuerst einen eigenen Account bei google benötigt – und ich ihn/sie quasi dazu “nötigen” würde, um am Unterricht teilnehmen zu können – halte ich doch für fragwürdig. Ich denke, ohne ein Einverständnis der Erziehungsberechtigten werde ich da bestimmt Probleme bekommen.

Diverse Beispiele für den Einsatz von google im Unterricht – allerdings nicht aus Deutschland – gibt es bereits: http://www.google.com/educators/activities.html

Auf der anderen Seite sind die google docs schon sehr verlockend. Denn auf der Suche nach einem vernünftigen, deutschsprachigen Wiki, stößt man doch sehr schnell an die Grenzen des technisch Möglichen. Zwar findet man mehrere gute Tools doch scheitert es meistens an der Möglichkeit wirklich kollaborativ zu arbeiten. Wirklich synchrones, gleichzeitiges Arbeiten an einem Dokument von – sagen wir mal – 30 Schülern ist derzeit wirklich stabil kaum zu bekommen.

Damit wird dies nun ein Post, welches gezielt nach Kommentaren schreit:

  • Sind jemandem rechtliche Schwierigkeiten beim Einsatz von Google Tools im Unterricht bekannt?
  • Hat jemand praktische Erfahrungen damit?
  • Kennt jemand eine Wiki-Alternative, die simultanen Zugriff mehrerer Nutzer stabil ermöglicht?
  • Was haltet Ihr generell von google in der Schule?
  • usw…

Ein Beispiel für eine schulweite Nutzung wäre die Pestalozzi-Schule in Schweinfurt (siehe auch lehrerrundmail.de):

Abschließend ein paar Youtube-Videos. Die ersten beiden sind von connectingeducation.com, letztere von google selber:

P.S. Ich habe eben – nachdem ich dieses Post fertig geschrieben habe – festgestellt, dass dieses Thema auch bei google derzeit eine gewisse Priorität zu genießen scheint, wie das neueste Post im offiziellen Google Docs Blog zeigt.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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