10 Gründe gegen ein Handy-Verbot an Schulen

Kommentieren 06. July 2008

10- Gründe gegen ein Handy-Verbot an Schulen – diesem Vorhaben hat man sich bei “jetzt” bzw. der Süddeutschen Zeitung angenommen. Der Artikel ist schon aus dem Frühjahr 2006, was zeigt, wie lange diese Diskussion bereits vorherrscht. Und eine Lösung haben wir noch immer nicht gefunden, oder?

Sicher stellenweise nicht ganz ernst gemeint oder humoristisch, sind doch ein paar Gründe zusammen gekommen. Wenn ich mir so anschaue, was dort ins Feld geführt wird, fragt man sich streckenweise, ob diese Diskussion zu Beginn des 21. Jahrhunderts tatsächlich noch ernsthaft geführt wird.

Ein kleine Auswahl der “besten” Argumente:

2. Wie beim Pop kommt die Hysterie hier aus England, da wurde Happy Slapping erfunden – und zu einem bedrohlichen Phänomen gemacht. Der britische Forscher Graham Barnfield hat das angebliche Problem untersucht und ist zu dem Schluss gekommen: “Es gibt keine quantitative Analyse dazu. Im Internet kursieren immer dieselben 30 Spots, die Hälfte davon ist gestellt. Ich will hier bestimmt nichts kleinreden, warne aber nachdrücklich vor einer Hysterie.” Außerdem sagt Barnfield: “Ich denke nicht, dass durch Happy Slapping neue Gewalt entsteht, sondern dass bestehende sichtbar gemacht wird”. Oder anders ausgedrückt: Gewalt gab es immer, nur Kameras gibt es jetzt mehr.

4. Das Totschlagargument der Verbotsapologeten: “Wozu brauchen Schüler denn überhaupt Handys?” Diese rhetorische Frage könnte man jetzt ernst nehmen und ausführlich und fundiert beantworten: Es geht darum zu kommunizieren, und das ist wichtiger, als man sich das im CSU-Präsidium so vorstellt. Noch wichtiger ist aber: Rechtfertigungen sind überhaupt nicht nötig. Dass etwas überflüssig scheint, ist noch lange kein Grund dafür, es zu verbieten.

8. Handys sind außerdem unverzichtbare Notizzettel, wertvolles Fotoalbum, vollgepackter Terminkalender und erinnern daran, die Pille zu nehmen.

9. Ein Handyverbot würde die Eltern härter bestrafen, als alle anderen. Die sind nämlich die Einzigen, die den ganzen Tag anrufen, um zu überprüfen, ob ihr Schatz nicht in einer Alcopophölle gelandet ist.

10. Großangelegte Taschenkontrollen und Lehrer, die rumschreien, weil Christian und Susanne sich unter der Bank wieder Kurzmitteilungen geschrieben haben, halten den Betrieb länger auf als die Mobiltelefone an sich. Hier sollten die Universitäten Vorbild sein, dort ignorieren die Professoren nämlich sympathisch-arrogant jedes Handyklingen und keinen stört es, wenn ab und zu mal ein bisschen Polyphones durch den Raum schallt.

Ich denke, damit ist man nun für kommende Diskussionen im Lehrerzimmer bestens gerüstet ;-). Besonders wertvoll – und das sollte auf keinen Fall verschwiegen werden – sind auch die bereits 147 Kommentare, welche dieser Beitrag bei jetzt.de provoziert hat. Ebenfalls eine kleine Fundgrube für den alltäglichen Kampf für oder gegen Handys bzw mobile Technik im Schulunterricht.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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