Wikis in der Schule

Kommentieren 02. July 2008

Wikis in der Schule – Eine Analyse der Potentiale im Lehr-/ Lernprozess” ist der Titel einer gelungenen Bachelor-Abschlussarbeit (Erziehungswissenschaften) vorgelegt von Alfred Klampfer an der Fern-Universität in Hagen. In der Einleitung formuliert er selber:

Ziel dieser vorliegenden Arbeit ist – nach einer allgemeinen Darstellung und

Übersicht (Kapitel 1) – Wikis im Lehr-/ Lernkontext der Schule zu betrachten.

Ausgehend von der lehr- und handlungstheoretischen Strukturierung nach

Baumgartner/Kalz 2004 (Kapitel 2) sollen mögliche Potentiale des Einsatzes

von Wikis im schulischen Umfeld gezeigt bzw. Ideen dafür entwickelt werden.

Diese Einsatzmöglichkeiten werden dann in einen Zusammenhang mit den

dahinter vermuteten Lehr-/ Lernparadigma im obigen Sinn gebracht.(Kapitel 3)

Kurze Gedankensplitter über Medienkompetenz, Wissensmanagement und

zukünftige Möglichkeiten sollen den Abschluss der Arbeit bilden.

Ich hätte dieses Post eigentlich als “Handbuch – die Dritte” betiteln müssen, denn dies ist die Arbeit schon fast. Ähnlich wie bei Weblogs, Podcasts & Co. wird auch hier zu Beginn eher theoretisch erläutert, worum es sich bei einem Wiki handelt und wie sie entstanden.

Tell me and I forget, Teach me and I remember, Involve me and I learn!” von Benjamin Franklin leitet das Kapitel ein, welches sich den Lernparadigmen widmet und Wikis in diese Strukturen einordnet und damit ihre Berechtigung im Lernprozess zu rechtfertigen versucht.

Das Mittel ist nicht Mittelpunkt, sondern ein Mittel. Punkt“ (Peter Suter) leitet den praxisorientierten Teil ein. Viele, gute Argumente für Wikis im Unterricht werden vorgetragen, ohne zu vergessen, auch vor den Gefahren im Umgang damit zu warnen. Es werden viele “echte” Beispiele via Links herangezogen, um den Einsatz von Wikis in verschiedenen Lernszenarien zu erläutern und auch stets pädagogisch und didaktisch einzuordenen. Eine Vorgehensweise die sehr nachvollziehbar ist und strukturiert wirkt.

Der Autor schließt mit folgenden Einsichten:

Es hat sich gezeigt, dass Wikis vielseitig nutzbar sind. Vor allem

konstruktivistisches Lehren und Lernen kann mit diesem Tool leicht umgesetzt

werden. (Quantitativer Schwerpunkt bei „Lehren III“) Die Einfachheit seiner

Handhabung und die kollaborativen Möglichkeiten unterstützen diesen Ansatz.

Dies setzt kreative und engagierte Lehrende voraus, die ihre Lehrerrolle als

„Wegbereiter und Wegbegleiter“ betrachten. Den Weg muss der Lernende aber

selber gehen, „Generierung“ von Wissen und das Erlangen von Kompetenzen

ist etwas Persönliches.

[…]

Wie oben erwähnt: Wikis sind vielseitig im Lehr-/ Lernprozess einsetzbar,

ebenso wie Blogs, E-Portfolios, Suchmaschinen und andere E-Learning-Tools.

Aber sie sind keine Allheilmittel, sondern können nur ein Teil in diesem

Prozess sein. In Wikis Zeit und Engagement zu investieren, zahlt sich auf jeden

Fall aus. Die Vergrößerung des „didaktischen Werkzeugkoffers“ der

Lehrenden um den Bereich Wikis macht Unterricht einfach besser.

Lernerorientierter Unterricht kann leichter stattfinden. Differenzierung und

Individualisierung führen zu Motivation, Akzeptanz und Selbststeuerung der

Lerner.

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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