Mobile Learning – eine neue Erfolgsstory?

Kommentieren 01. July 2008

Im digitalen Zeitalter gewinnen zunehmend mobile Endgeräte wie Handys, PDA oder Handhelds und auch zunehmend kleiner werdende Notebooks nicht zuletzt auch als «Bildungstechnologien» an Bedeutung. Man spricht von Mobile Learning oder M-Learning (auch: «wireless», «nomadic» oder «pervasive learning»), «wenn diese mobilen, drahtlos vernetzten Endgeräte zum Lernen und Lehren eingesetzt werden. Das M-Learning ist eine Ergänzung und Erweiterung des Internet basierten E-Learning.»

Sie beginnt die Einführung auf der Webseite der Züricher Fachhochschule zur Ankündigung der 3. Ausgabe des E-Learning Dossier 2008 unter dem Titel “Mobile Learning – eine neue Erfolgsstory?“, um dann weiter zu fragen

Was kann unter dem Begriff des mobilen Lernens alles gefasst werden? Was hat das mobile Lernen im Vergleich zum E-Learning an Mehrwert zu bieten? Oder ist Mobile Learning eine Mode-Erscheinung? Wo liegen die Potenziale für die Lehre, welches sind die Nutzen für betriebliche Anwendungen? Und was bedeutet es für die Lehre mobile Lernszenarien zu entwickeln?

Denn genau dies sind die Schwerpunkte des Heftes, welches entweder in Einzelartikeln oder auch als Gesamtausgabe in pdf-Format online verfügbar ist.

Es sind in dieser Ausgabe sehr interessante Artikel erschienen, welche den Finger an viele kritische Stellen des m-Learning legen.

Bereits im ersten Aufsatz von Dr. Norbert Pachler taucht eine zutreffende Feststellung auf, die in naher Zukunft sicher nicht zu unterschätzen sein wird:

Schulen haben aber vielerorts ein ambivalentes Verhältnis zur Technologie und bestehen darauf, dass Schüler elektronische Geräte wie MP3-Player und Handys nicht in die Schule mitbringen. Das ist der Innovation im Bereich von Lehre und Lernen nicht gerade förderlich.

Dabei wird vergessen, dass eine immer grösser werdende Kluft zwischen der technologischen Ausstattung schulischer Einrichtungen und den Elternhäusern besteht und dass die tragbaren elektronischen Geräte im Privatbesitz von Schülern, auf Grund steigender Tragbarkeit, funktionaler Konvergenz und rückläufiger Kosten, ein immer wichtiger werdender Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und auch von Erwachsenen werden.

Diese Bereiche der Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler derart radikal und pauschal aus der Lernwelt zu verbannen oder gar zu stigmatisieren, halte ich für gefährlich, wenn es darum geht, Schülerinnen und Schüler erreichen zu wollen. Eine sinnvolle Integration neuer, mobiler Medien und Techniken in den Unterricht ist in meinen Augen weitaus förderlicher als ein generelles Handy- und MP3-Player-Verbot in Schulen.

Trotz der ersten positiven Erfahrungen mit Mobile Learning seitens der Lernenden stehen viele Bildungsanbieter vor noch zahlreichen technischen und mediendidaktischen Herausforderungen.

stellt Maciej Kuszpa von der FernUni Hagen angesichts der beschriebenen Situationen an vielen Schulen treffend fest.

Ich will und kann an dieser Stelle nicht auf alle angesprochenen Aspekte eingehen, sondern will dieses Dossier allen denjenigen ans Herz legen, die mal wieder einen kleinen Motivationsschub zum Einsatz von neuen Medien im Unterricht brauchen, die ein paar kritische und treffend analysierende Stimmen renomierter Fachleute zum Thema lesen wollen, die ein paar gute Links zum m-Learning suchen, und die vielleicht auch erstmals über m-Learnbing stolpern und wissen wollen, was das ist (es gibt auch zwei gute Beiträge zum Podcasting).

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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