NetBi – Netzwerk Bildungswissenschaften

Kommentieren 27. June 2008

Dass die Integration von E-Learning-Szenarien mit der notwendigen didaktischen und methodischen Unterfütterung in der Lehrerbildung einen zu schwachen Standpunkt haben, hat sich offenbar herumgesprochen. Seit Mai 2007 läuft die Pilotphase des Projekts NetBi – Netzwerk Bildungswissenschaften. In Kooperation mit den Universitäten in Rheinland-Pfalz unter der Leitung des VCRP (Virueller Campus Rheinland-Pfalz) werden Lehrveranstaltungen initiiert und koordiniert, die die Studenten besser auf die sich wandelnden herausforderungen hinsichtlich E-Learning vorbereiten sollen.

Hier beispielhaft die Beschreibung einer dieser Lehrveranstaltungen:

Auf der Projektseite werden Konzept, Ziele und erwartete Ergebnisse beschrieben. Dort liest man…

Mit dem Projekt „Netzwerk Bildungswissenschaften“ soll die Umsetzung der Lehrerbildungsreform nachhaltig unterstützt werden. Die beteiligten Hochschulen entwickeln dabei gemeinsam ein qualitativ optimiertes Lehrangebot auf Basis der erheblich erweiterten Studieninhalte. Dabei sollen Lehr-Lern-Szenarien erprobt werden, welche den sinnvollen Einsatz neuer Lehr-Lern-Technologien ermöglichen. Unnötige Parallelentwicklungen in einzelnen Themenbereichen werden dabei vermieden.

[…]

Dabei soll jedoch nicht übersehen werden, dass Lehr-Lern-Prozesse trotz des intensivierten technischen Einsatzes immer auch einen sozialen Charakter haben. Es geht deshalb nicht nur darum, Inhalte zu kopieren und in digitalisierter Form zu distribuieren. Vielmehr werden digitale Medien als differenziertes Instrument zur Realisierung der umfassenden Reform der Lehrerbildung verstanden. Durch das Projekt „Netzwerk Bildungswissenschaften“ werden Studierenden als auch Lehrende befähigt, digitale Medien nicht nur effektiver, sondern auch reflektierter zu nutzen.

[…]

Durch Stärkung der Handlungskompetenz (unterrichtsrelevante Kompetenz) bei gleichzeitiger Wahrung des akademischen Anspruchs wird die Qualität des Lehramtsstudiums entscheidend verbessert. Durch die im Projekt geplante ganzheitliche Form der Wissensaneignung (z.B. in Form von Fallstudien) steigt die Akzeptanz der universitären Grundausbildung, da eine Dualität zwischen fundierter wissenschaftlicher Lehre und individueller Praxiserfahrung von Anfang an vermieden wird.

Dies sind Ideen, die für mich sehr lobenswert klingen. Gerade das letzte Zitat, die momentan vorhandene starre Trennung von wissenschaftlicher (Studium) und praktischer (Referendariat) Ausbildung aufzubrechen, ist ein spannendes Vorhaben. Dies wird ja bereits durch die Etablierung von Schulpraktika während der universitären Ausbildungsphase vollzogen, bleibt da aber häufig auf einer ebene, auf der es kaum gelingt, eine effektive Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis herzustellen (nach meiner eigenen Erfahrung in Baden-Württemberg und Berichten von Praktikanten in Hessen).

Auch die breite Fächerung der Lehrveranstaltungen, die dieses Projekt anbietet, wirkt auf mich durchdacht und an die Ansprüche in Schule angepasst. Ich hoffe, nach dieser ersten entdeckung mehr über NetBi in Erfahrung bringen zu können und werde hier berichten (zumal auch angedacht ist, Lehrerinnen und Lehrer einzubinden).

Einen podcast-Beitrag aus Koblenz zu NetBi hat Bildung im Dialog erstellt, in dem das Projekt vorgestellt wird:

Dieses Post wurde erstellt von René Scheppler.

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