Web 2.0 Klasse

Kommentieren 17. June 2008

Eine umfangreiche Studie zu den Chancen von Web 2.0-Anwendungen im Schulunterricht – im Besonderen Social Software wie Wiki und Weblog (vgl. unsere Workshopgruppe 4) – wurde bereits 2007 in Österreich unter dem Titel “Web 2.0 Klasse” durchgeführt. Breite Förderung erhielt dieses Projekt dort von Telekom Austria und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk). Also ähnlich wie bei unserem Workshop eine Partnerschaft von privaten und öffentlichen Trägern.

Dieses Video fasst Idee, Verlauf und Ergebnisse knapp zusammen:

Die Kurzfassung (alternativer link) der wesentlichen Ergebnisse formuliert Forderungen bzw. äußert Bedarf an Strukturveränderungen, die sich auch in den Präsentationen unserer Workshop-Gruppen immer wieder gezeigt haben. Beispielhaft können diese Zitate stehen:

“Bei der Durchführung des Projekts zeigte sich allerdings, dass der

Erfolg weniger von den Schülern und Schülerinnen, die allesamt hoch motiviert waren und

ein großes Engagement zeigten, sondern vor allem von der Fähigkeit der Lehrenden abhing,

gewohnte Unterrichtsmethoden abzulegen und den Heranwachsenden Raum für ein freies

Lernen und Arbeiten zu bieten.”

“Um positive Lern- und Motivationseffekte zu erzielen, sind jedoch zentrale Bedingungen auf

breiterer Ebene zu schaffen; denn nicht unter allen Umständen und in allen Einsatzszenarien

bietet das Internet tatsächlich die Vergrößerung von Lernchancen an. Eine Veränderung

von Schule, von Unterricht erscheint notwendig.

So lässt sich eine geeignete Form des Lehrens und Lernens mit Web 2.0-Anwendungen

(Weblogs und Wikis) nur dann konzeptionell adäquat gestalten, wenn die zentrale Frage

nach den Schulen selbst und ihren Aufgaben in der Informationsgesellschaft gestellt wird.”

Und folgendes Zitat ist gewissermaßen eine Umformulierung der von Anke während der moderierten Diskussionsrunde an Herrn Sauerland gestellten Frage:

“So zeigte sich insbesondere eine

Lehrerin zwar äußerst begeistert von den Einsatzmöglichkeiten des Web 2.0, sie hatte sich

jedoch als alleinige Projektverantwortliche für das Projekt in der betreffenden Schule auch

etwas überfordert gefühlt. Ihr Wunsch für die Zukunft ist einerseits eine Änderung der

Schulstruktur, die projektorientiertes Arbeiten ohne Bürokratie ermöglicht (z.B. im Hinblick

auf das Blocken von Stunden oder die Durchführung von Exkursionen) und die Möglichkeit,

Projekte nicht mehr als Einzelperson sondern in einem interdisziplinären Lehrerteam

durchführen zu können, damit neben organisatorischen Aufgaben noch genügend Zeit

bleibe, auf alle Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen.”

Die ausführliche Evaluation (alternativer link) des Projekts steht ebenfalls online zur Verfügung.

Die praktischen Ergebnisse des Projekts finden sich in einem durch die teilnehmenden Schüler erstellten wiki sowie einem blog wieder.

Dieses post wurde erstellt von René Scheppler.

Share